Mein Ochsenweg 27 (05.08.2017) ca. 85 km Radtour von Perleberg nach Tangermünde

Morgens erwachen im kaiserlichen Hotel und lassen uns es bei einem sehr gediegenem Frühstück in vorzüglichem Ambiente erst einmal richtig gut gehen.

        

        

Nun, da kann man nicht meckern, oder?

Derart froh gestimmt satteln und besteigen wir unsere Drahtesel und wollen losfahren…!!

Kaum haben wir die Räder gesattelt und gespornt stößt mein Kumpel Joerg einen verhaltenen Schreckensschrei aus: Sein Fahrrad hat (schon wieder!!!) einen Platten…, der zweit auf unserer Tour. Nun ist guter Rad teuer.

Ich zücke mein Smartphone und gebe auf meiner App “around me” das Suchwort “Fahrradladen” ein, eine Methode, die uns ja schon am Anfang unserer Tour (Ochsenweg 24) Erfolg gebracht hatte. Es werden tatsächlich zwei Läden in großer Nähe angezeigt. Aber: es ist Samstag….!!!

Wir laufen los, der erste Laden hat am Samstag geschlossen, na denn, es gibt ja noch einen… Nach kurzer Zeit erreichen wir diesen , und… der Laden hat am Samstag auch geschlossen…

Wir stehen dort und sind ein wenig ratlos, ich schlage vor, mein umfangreiches Reparaturset aus der Gepäcktasche zu holen und vor Ort zu versuchen, eine Reparatur selbst durchzuführen.

Da ruft uns eine Dame zu und fragt, ob wir einen Bäckerladen suchen, um Brötchen u kaufen. Wir antworten, dass das nicht der Fall sei und schildern unsere Malheur.

Die gute Frau entpuppt sich als ehemalige Inhaberin eines Schreibwarenladens neben dem ersten Fahrradladen. Sie sei bekannt mit dem Inhaber, ein älterer, manchmal knurriger aber sehr hilfsbereiter Herr, der zur Zeit im Urlaub sei. Sie wolle ihn anrufen, ob er uns helfen könnte. Wir sind baff und sprachlos und bevor wir etwas sagen können spurtet sie los und verschwindet. Nach wenigen Minuten -sie wohnt in der Nähe – ist sie wieder da und teilt uns mit, dass sie den Inhaber erreicht habe, er wäre zu Hause und würde trotz Urlaub herkommen und sich unserer Lage erbarmen. Wir stottern immer noch unser Glück kaum fassend so etwas wie Dankeschön und weg ist sie.

Nun, erwartungsvoll kehren wir zum ersten Laden zurück und harren dort der Dinge, die kommen sollen.

      

Nach einer halben Stunde Wartens kommt ein älterer wortkarger und mürrisch dreinblickender Herr, schließt den Laden auf und fordert meinen Kumpel Joerg auf, mit einem Rad herein zu kommen, damit die Reparatur durchgeführt werden kann.

Die beiden verschwinden im Laden und ich begebe mich zu einem Blumenladen, um Blumen zu kaufen und die Adresse der freundlichen Dame zu eruieren, was mir auch gelingt. Wenige Minuten später kann ich mit einem Blumengebinde unseren Dank für die Rettung der Dame bezeugen.

Unterdessen sind im Fahrradladen die notwendigen Reparaturen und die Bezahlung nebst Draufgeld durchgeführt und wir verabschieden uns von dem äußerst gastlichen Perleberg und radeln trotz der Verspätung auf neuen Reifen  frohgemut gen Süden…

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Mein Ochsenweg 26 (04.08.2017) ca. 42 km Radtour von Krakow am See nach Meyenburg und weiter über Pritzwalk mit der Bahn nach Perleberg

Frühmorgens stehen wir schon mit mäßiger Kondition auf, der vorherige Tag mit Wind und Wetter steckt uns noch in den Knochen.

Der Blick aus dem Fenster des Frühstücksraumes verheißt absolut nichts Gutes: Regen, Regen, und reichlich Wind aus SSW!

Nun, unverdrossen besteigen wir unsere Drahtesel und fahren gen Süden.

Zum Glück klart es nach und nach auf und wir fahren durch eine schöne Landschaft gegen Perleberg….

Eine erste Rast nach 90 Minuten tut uns richtig gut….Wir verzehren auch hier unsere erste “Stulle” und laben uns am mitgeführten Wassertrunk!

Dann geht es weiter durch das schöne Mecklenburger Land…

Unser Weg wird gesäumt von Weiden und kleinen und großen Seen….

 

Nach gut drei Stunden verhaltener Strampelei kommen wir in Plau am See an, das eine sehr schöne Örtlichkeit mit herrlicher Anbindung an eine vielgestaltige und abwechslungsreiche Seenlandschaft ist.

 

Keine Frage: Hier machen wir ausgiebig Rast und genießen die Zeit…

Nach reichlicher Pause treten wir wieder in die Pedalen, aber die Kondition ist heute nicht die beste. Mein Kumpel Jörg und ich entscheiden nach langem Für und Wider nicht die restlichen 60 Kilometer noch zu radeln, zumal die nächsten Tage das Wetter nicht sicher besser wird, und -abgesehen von der schönen Landschaft, Wind und Wetter nicht nur an der Kondition sondern auch an Motivation nagen.

Wir entschließen uns die Strecke per Fahrrad abzukürzen und ab dem 45 Kilometer entfernten Meyenburg mit der Bahn weiter zu reisen, um halbwegs guten Mutes das noch weit enfernte Perleberg vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.

Gesagt, getan….

Umwege und Landstrassen ohne Radwege vermeidend kommen wir recht gut voran, aber irgendwann verlieren ein wenig den Überblick. Wir wenden uns an einen Bewohner der kleinen Ortschaft Ganzlin, in der wir uns gerade befinden. Wie alle Menschen, die wir unterwegs antreffen, erhalten wir auch hier freundlich Hilfe und den absoluten Geheimtipp, der uns auf einem schmalen Pfad abseits frequentierte Straßen ohne Radwege durch Feld, Wald und Flur an einem großen Bodenabbau vorbei rasch nach Meyenburg führen soll.

Das finden wir sehr spannend und lassen uns auf dieses kleine Abenteuer ein, wohl wissend, dass wir Pfade befahren, die auch von der Bevölkerung genutzt werden.

 

Und tatsächlich, relativ bald treffen wir in Meyenburg am Bahnhof ein, wo wir dann noch eine Weile auf den Zug warten müssen.

Leider bietet sich uns ein Bahnhof mit Akzenten der Trostlosigkeit an, wo wir spüren, dass sich hier Landflucht, Demografie und De-Industrialisierung breit gemacht haben…

Irgendwann zuckelt dann der “Zug” an, wir steigen ein und können sogar noch mit dem Zugführer ein nettes Schwätzchen halten…..,

der uns bis Fritzwalk bei Laune hält, wo wir dann in den “Zug” nach Perleberg einsteigen.

Ich wage in Fritzwalk einen Blick ins Innere des Bahnhofs-Hauptgebäudes, bis der Zug sich zurecht rangiert hat,  und bin angenehm überrascht über die Sorgfalt und Hingabe, mit der man hier Erinnerung an den Ort pflegt…

In brandenburgischen Perleberg schließlich angekommen steigen wir mehr als zufrieden im “Historischen Hotel Deutscher Kaiser” ab, wo weiland der Sage nach prominentester Logiergast der preußische Kronprinz Wilhelm gewesen sein soll. Belegt sei das jedoch nicht. Nun, wir haben uns dort sehr wohl gefühlt.

Den Abend beschließen wir traditionsgemäß mit einem zünftigen Gerstensaft, einem leckeren Mahl und einen weichen Whisky und sinken danach in unseren schön ausgestatteten Zimmern hochzufrieden in die Betten.

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Mein Ochsenweg 25 (03.08.2017) ca. 70 km Radtour von Rostock über Diekhof nach Krakow am See

Unser Start beginnt in Rostock, der alt ehrwürdigen Hansestadt an der Warnow.

Mit Rostock verbindet mich sehr viel.  Als Jugendlicher und Student verbrachte ich  hier oft zu Zeiten der zwei deutschen Staaten (BRD und DDR) meine Ferien bei meiner Oma (genannt Oma-Rostock) und bei meiner Tante mit ihrer Familie, bestehend aus ihr, meinem Onkel und zwei Cousinen. Ich der “Westler” genoss eitel die “Bewunderung” meiner Verwandten in der “SBZ”, nicht ahnend, dass mich meine Tante als Vollstreckerin der StaSi  gezielt ausspionierte und zu einem Spitzel der StaSi machen wollte. Davon habe ich erst viele Jahre später erfahren, und das ist eine andere Geschichte. Diese Geschichte steht in “meiner” StaSi-Akte, auf über 100 Seiten.

Ich habe gleichwohl sehr schöne Erinnerungen an die Zeit, als ich mit meinem Onkel, der ein schönes Segelschiff auf der Warnow führte, und meinen Cousinen auf der Warnow bis Warnemünde hin und wieder zurück schipperte.

In Rostock fühlte und fühle ich mich jederzeit irgendwie zu Hause, auch weil die Menschen dort die Art und Weise der Aussprache pflegen, die meine Mutter pflegt, die “breite und weiche”  Dialektform des meckenburgisch-vorpommerschen Dialektes.

Auch wenn die Modernität in Mobilität, Architektur und Konsumverhalten sichtbar Einzug in Rostock gehalten hat, gibt es doch vieles, was eigenständig und Stadtbild prägend erhalten geblieben ist.

(Bild: Quelle Wikipedia “Rostock”)

Seit 1990 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.

Rostock ist d i e norddeutsche kreisfreie Groß-, Universitäts- und Hansestadt an der Ostsee.

Als Mitglied der Hanse blühte die Stadt durch den Freihandel auf. Viele Baudenkmale als wertvolle Werke der Backsteingotik in Rostock zeugen von der geschichtlichen Entwicklung der Stadt.

Die Hansestadt war stets das urbane Zentrum Mecklenburgs. Sie verfügt heute über rd. 206.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist kulturell und wirtschaftlich sehr bedeutende Stadt des südlichen Ostseeraumes. Dies durch ihre Lage am Meer, den Hafen, und die Universität, die Hochschule für Musik und Theater, die private Fachhochschule des Mittelstands und viele moderne Forschungseinrichtungen .

Der für den Fährverkehr und Güterumschlag bedeutende Rostocker Hafen sowie der größte deutsche Kreuzfahrthafen in Warnemünde liegen im Stadtgebiet. Der südlich der Stadt gelegene Flughafen Rostock-Laage ist als Zubringer für Kreuzfahrten sowie für Urlaubs- und Geschäftsflüge von überregionaler Bedeutung. Bedeutend für das Rostocker Land ist die Kreuzfahrt geworden: Mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffs „Balmoral“ am 12. Oktober 2017 an Liegeplatz P7 in Warnemünde endete die besucherstärkste Kreuzfahrtsaison in Rostocks Ostseebad. Insgesamt sind bei 190 Schiffsanläufen in im Jahr 2017 ca.  892.000 Seereisende an und von Bord der Urlauberschiffe gegangen. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises schickte 2017 mit „AIDAdiva“ und „AIDAmar“ wieder zwei Schiffe vom Basishafen Warnemünde 40 Mal auf Ostseekreuzfahrt. in 2017 hatten 24 internationale Reedereien den Ostseehafen an der Warnow in ihre Reiseplanungen aufgenommen.

Im Rostocker Bereich herrschen Spitzentechnologien vor, wie z.B. Biotechnologie, Informationstechnologie und Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffbau und Schifffahrt, Maschinenbau, der Tourismus, der Dienstleistungssektor, die Kultur- und Kreativwirtschaft und die Universität samt der Universitätsmedizin als größte Arbeitgeber der Stadt.

Während der Umbruchszeit vor der Wende waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung von Pastor Joachim Gauck versammelten, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.

Nun gut, das soll es sein…

Wir sind in einem modernen Hotel untergebracht, das wir am Vortage ( 02.08.2017) bei noch trockener Witterung erreicht haben. Nach dem üblichen Stärkungstrunk mit Rostocker Gerstensaft und Erfrischung im Zimmer haben wir nach unserer Ankunft zu Fuß auf in die Innenstadt aufgemacht, wo wir nach einem Restaurant gesucht haben. Das haben wir auch gefunden und uns bei Speis und Trank auf das köstlichste gestärkt. Müde und zufrieden ist es dann in die Koje gegangen!

Am nächsten Morgen verheißt uns der Blick aus dem Fenster nichts Gutes: es regnet…

Nach einem herzhaften Frühstück packen wir die Räder und starten, zunächst geht es in Rostock an diverse Teilziele, die Besuchsorten in meiner Jugend entsprechen, u.a. an den Ulmenmarkt. Meine Mutter hatte mir vorgeschlagen noch nach Dierkow zu fahren, wo sie ihre Kindheit verlebt hatte, aber das realisieren wir nicht, denn der Regen setzt uns bereits jetzt schon ordentlich zu.

Unser Fernziel und Tagesziel heißt Krakow am See, und das will geschafft werden. Vorher fahren wir auf meinen Wunsch noch nach Diekhof, dem Dorf, in dem ich vor 64 Jahren geboren wurde. Angeblich lag zwei Meter Schnee und mein Vater ging durch den Schnee zur Hebamme, die mich dann als Hausgeburt zur Welt holte. Als Unterlage soll meiner Mutter bei der Geburt ein mit einer Decke umhüllte Tür gedient haben.

Wir radeln auf guten Radwegen durch Rostock Richtung Süden, vor uns liegt in 35 km Entfernung Diekhof.  Wir fahren gemächlich bei unterschiedlicher Witterung durch den Rostocker Landkreis, der sich uns mit seiner besonderen Landschaft vor allem mit gelegentlichem Gegenwind und reichlich Regengüssen  nachhaltig mitteilt und einprägt.

Gegen Mittag kommen wir auf Schleichwegen am “Wiesengrund” in Alt-Diekhof an, ich sehe ein Haus, dass meinem Geburtshaus ähnelt und will mich dem Haus nähern. Jedoch ist niemand anzutreffen und ein wütender Bello hat erheblich etwas gegen meine Gegenwart.

 

Nun, wir steigen wieder auf unsere Drahtesel und radeln weiter durch Wind und Wetter Richtung Süden. Weder der Regen noch der Wind lassen davon ab, uns nachdrücklich zu begleiten, was nicht nur an unseren Kräften sondern auch an unserer Motivation arbeitet.

Am Ende kommen wir nach insgesamt gut 70 km am Nachmittag gegen 16:30 Uhr in Krakow am See an, erschöpft aber zufrieden, denn uns erwartet unser Hotel, und zusätzlich ein aufgeklarter Himmel, so dass wir abends noch draußen ein  Mahl (russische Küche!!) einnehmen können, bevor wir uns müde in unsere Zimmer begeben.

Ich will noch verraten, dass ich mich an einer leckren Soljanka gelabt und gestärkt habe.

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Mein Ochsenweg 24 (02.08.2017) ca. 80 km Radtour von Wismar nach Rostock

In aller Frühe geht es bei gutem Wetter nach einem herrlichen Frühstück los.

Letzte  Blicke auf die Hafensituation ….

und wir sind wieder “on the road”…

Wir entschließen uns nach Studium der Topografie, dass wir Höhen umgehen wollen und ein Stück möglichst entlang der Ostseeküste radeln wollen, was zur Folge hat, dass wir einen kleinen Umweg fahren.

Das nächste Ziel ist nach gut 30 Kilometern Rerik ein entzückender Badeort.

Zunächst stärken wir uns mit zwei Haferflocken-Schokokeksen die die Frau von Joerg für die Reise zur Kräftigung mitgegeben hat…

Nach das hilft aber nach vorn!!!

 

Im Cafe (Hintergrund) lassen wir uns nieder und dort gibt es Tee (für Joerg) und ein Kakogetränk (für Wolfgang) und wir haben die schöne Idee, Postkarten an die Familie zu schreiben, quasi als entschleunigte “WhatsApp-old-School”!

Das Ostseebad Rerik hat etwas mehr als 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner ist sehr auf Tourismus eingestellt. Jährlich kommen neben den Tagesbesuchern ca. 50.000 Feriengäste,  jährlich werden an die 400.000 Gästeübernachtungen in Rerik gezählt.

Nun, lange bleiben wir nicht, denn es ist auch ordentlich Rummel und wir haben ja noch weitere schöne Ziele! Weiter geht es an der Küste entlang und wir landen eine Stunde später darauf in Kühlungsborn.

Dort hält es meinen Kumpel Joerg nicht mehr auf dem Sattel seines Drahtesels und er geht kurz in der Ostsee ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Währenddessen mache ich bei blauem Himmel Rast an der Promenade und genehmige mir eine kleine Wegzehrung und schaue mir in Ruhe den Trubel der Touristenarena an.

 

Nach dieser angenehmen Einlage geht es weiter in Richtung Bad Doberan, das wir auch ohne Komplikationen auf guten Radwegen erreichen. Wir sind gerade nach Doberan eingefahren und machen an einer Kreuzung nahe bei einem kleinen Gewerbegebiet halt, da ertönt ein Schreckensschrei meines Kumpels: Sein Hinterrad hat einen Platten!

Das ist das, womit man leider rechnen muss, was man aber auf keinen Fall möchte. Nun gut. Wir fahren auf ein Tankstellengelände im Gewerbegebiet, und mache mich daran, mein Reparaturset aus den Packtaschen zu holen. Mein Kumpel schlägt stattdessen vor, eine Reparaturwerkstatt aufzusuchen. Ich ziehe mein Smartphone und schlage eine App “around me” auf, gebe “Fahrradwerkstatt” ein und erhalte etliche Ergebnisse, von denen uns eines geradezu umhaut: Laut Suchergebnis befindet sich in 38,40 m Entfernung eine Reparaturwerkstatt: Zweirad Harder . Wir , nichts wie hin, und ein überaus freundlicher schlanker großer junger Mann ist nach kurzer Anfrage bereit, unverzüglich die Reparatur, bzw. einen Austausch des kaputten Schlauches durchzuführen. Wir dürfen uns unterdessen in ein Cafe im Gewerbegebiet verfügen und uns dort an Tee und Kaffee laben.

Nach einer halben Stunden sitzen wir wieder im Sattel, erleichtert, dankbar und glücklich.

Also Leute, in Bad Doberan gibt es einen tollen Fahrradladen, den ihr unbedingt frequentieren solltet!

In der Mitte des Nachmittags landen wir dann in der Hansestadt Rostock und suchen unser Hotel auf, das zentral liegt, wo wir unsere übliche Ankunftsroutine zelebrieren.

Wir sind nach kurzem erfrischenden Schläfchen ziemlich hungrig und machen uns gegen frühen Abend durch die Innenstadt auf und finden nach einiger Suche das passende Restaurant, wo wir diesmal mal (Vegetarierer nicht weiterlesen) spar-ribs und Straussenfleisch  zu reichlich Getränken auftischen lassen, da wir einen Mords-Energiehunger haben.

 

Das Kröpeliner Tor, das in der Nähe unserer Unterkunft liegt, weist uns müden Kriegern anschließend den Weg.  Es ist als das westlichste der vier großen Tore der Rostocker Stadtbefestigung und wurde im 1.300 Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Es war und ist eines der gewaltigsten der zeitweise bis zu 22 Stadttore in Rostock.

An ihm empor schauend sehen wir, was der Wettergott für den nächsten Tag vorbereitet!

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Mein Ochsenweg 23 (01.08.2017) ca. 65 km Radtour von Lübeck nach Wismar

Im Laufe der zurückliegenden Touren hat sich in unserem kleinen Zweier-Radlerteam so etwas wie eine Routine herausgebildet.

Abends, nach Ankunft in der regelmäßig lange im voraus gebuchten Herberge, bringen wir rasch unsere Klamotten ins Zimmer, dann wird reichlich köstlicher Gerstensaft genossen, dann geduscht und dann eine Siesta gemacht. Anschließend wird die Gegend erkundet, nicht ohne eine grandiosen Tagesabschluß bei einem zünftigen Essen. Des Morgens wird früh aufgestanden, ausgiebig gefrühstückt und ein leckres Brötchen, Obst und ein gekochtes Ei als Wegzehrung zubereitet, und gegen 08:00 Uhr aufgebrochen.

So haben wir das natürlich auch in Lübeck zelebriert, dieser Stadt, zu der man viel sagen kann, und die man unbedingt besuchen sollte.

Die Hansestadt Lübeck ist eine kreisfreie Universitätstadt, hat rd. 220.000 Einwohnern, und ist flächenmäßig die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die wunderschöne  mittelalterliche Lübecker Altstadt ist Teil des UNESCO-Welterbes. Die Hansestadt gilt als Ausgangsort der Hanse, einer Handelsvereinigung, die seit dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit für großen Wohlstand in Lübeck sorgte.

Ihr Name Lübeck ist quasi Programm und rührt aus dem slawischen Wort Liubice („lieblich“) her. Das Stadtgebiet Lübecks wird von Wasser, Grünflächen und ausgedehnten Wälder geprägt. Das Traveflußgebiet mit seinen Naturschutzgebieten wurde als FFH-Gebiet an die Europäische Union gemeldet.

Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen der Lübeck mit Skandinavien, Russland und dem Baltikum verbindet. Der früher bedeutende Schiffbau (z.B. Orenstein & Koppel) spielt keine Rolle mehr. Dafür haben andere Branchen Bedeutung, z.B. das  Drägerwerk mit mehr als 11.000 Beschäftigten. Nicht unbekannt sein dürfte vor allem Niederegger, der bekannteste Hersteller des köstlichen Lübecker Marzipans.

Hhmmm lecker!!!

Zu den bekanntesten Lübeckern gehören die beiden Nobelpreisträger Willy Brandt und Thomas Mann, einer meiner Lieblingsautoren (Buddenbrocks, Joseph und seine Brüder…).

Nun, schweren Herzens verlassen wir das “liebliche” Lübeck, mit dem mich besondere Erinnerungen verbinden.

Vor vielen Jahren hatte ich mich hier als Stadtbaurat beworben und gegen den amtierenden Amtsinhaber kandidiert. Leider hat es nicht geklappt, es wäre mein Herzenswunsch gewesen.

Als Knabe und Jugendliche habe ich des Weiteren oft am Lübecker Bahnhof den Eisenbahnzug gewechselt, um dann durch die damalige DDR zu meiner Oma, meiner Tante und meinen Cousinen nach Rostock  zu reisen. Unvergesslich der Geruch in den nach Wofasept riechenden Waggons des von einer stampfenden Dampflok gezogenen Zuges, der mich in unvergessliche  Sommerferien brachte.

Mein Freund hatte zudem in seiner Berufspraxis als Architekt hier an bedeutenden Bauwerken verantwortlich mitgewirkt.

Vor uns liegen angenehm zu bewältigende 65 Kilometer nach Wismar, die wir durch das leicht wellige und mit Feldern und Wäldchen gegliederte Land genussvoll meistern.

Unsere Reise führt uns auf wenig befahrenen Radwegen durch verschlafene Ortschaften. Sonne und Rückenwind meinen es zudem gut mit uns.

In Schönberg, wo Ernst Barlach und Werner Siemens dereinst zur Schule gegangen waren,  machen wir kurz Rast und fahren dann weiter bis nach Grevesmühlen. Schönberg war auch eine Zeitlang namensgebend für eine Deponie für u.a. gefährliche Abfälle, Umwelttechnikern als sehr problematisch bekannt. Beide Ortschaften liegen bereits in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch der Name des zugehörigen Landkreises Nordwestmecklenburg nahelegt. In Grevesmühlen findet alljährlich ein “Piraten-Open-Air” statt, zu dem auch schon mal bis 60.000 Besucherinnen und Besucher strömen, was ja schon fast an das Wacken-Open-Air heranreicht.  Mir waren die Plakate unterwegs schon aufgefallen.

Nun, uns interessiert das nicht weiter, sondern wir sind hungrig. Und wie bestellt, taucht in Grevesmühlen die Malzfabrik Grevesmühlen auf, ein imposantes nachgenutztes Industrieareal mit denkmalgeschützten Gebäuden.  Für uns wesentlich ist die dortige Betriebs-Kantine, in der wir uns mit köstlichen kühlen Wasser erfrischen und einer großen Portion Sauerfleisch und Bratkartoffeln kräftigen.

Die Malzfabrik Grevesmühlen wurde 1873 errichtet und beherbergt heute einen Teil der Verwaltung des Landkreises Nordwestmecklenburg. Ursprünglich für die Produktion von Malz (für Bier!) genutzt, ist das Gebäude später auf verschiedenste Weise genutzt worden, z.B. für die Lagerung von Eis und die Züchtung von Pilzen. Zu DDR-Zeiten machte man aus der Malz-Fabrik einen VEB. Nach der Wende war dort zwischenzeitlich ein Einkaufs- und Gewerbezentrum, dem aber kein Erfolg beschieden war, nach der Jahrtausendwende zog dann die Kreis-Verwaltung dort ein.

Ein beeindruckendes Gebäude!

Gekräftigt und erfrischt geht es eineinhalb Stunden bei bestem Wetter weiter.

Zwischendurch halten wir immer mal wieder an, um einen Schluck Wasser zu trinken, die (Rücken-)Muskeln zu entspannen und die schöne Landschaft zu genießen.

An dieser Stelle klettere ich auf den kleinen Damm an der Straßenseite und erspähe am Horizont die Ostsee….

Zufrieden landen wir am frühen Nachmittag in Wismar.

In Wismar liegt unsere Herberge direkt am Hafen, wo sich u.a. reichlich Touristen und etliche Bratfischstände gegenseitig zufrieden machen wollen. Wir suchen uns ein zünftiges Restaurant (Brauhaus am Lohberg) mit Aussenbereich aus. Leider hat es angefangen zu regnen. Zunehmend werden wir dort zögerlich und mürrisch bedient, denn die Bedienung fürchtet, auf dem Weg unter den Schirmen hindurch zu uns von Regentropfen vernässt zu werden. Einer der männlichen Bedienungen wirft uns jammernd vor, provozieren zu wollen, dass er ins Krankenhaus müsse, wenn wir weiter bedient von ihm werden wollten. Nach dieser interessanten Einlage verlassen wir die ungastliche Stätte und kehren anderswo, im Il Casale, ein, wo es trotz Regens noch ein hochmotiviertes und freundliches Bedienungsteam gibt und wir perfekt bedient werden.

Musste ich einfach schreiben!!!

Schließlich wollen wir ja nicht, das jemand wegen unseres Hungers und Durstes krank wird.

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Der Baum Nr. 1 in Berlin

Irgendwann, irgendwo in Berlin, ich gehe in einer Tagungspause  am Lützowufer entlang.

Lützow war ein im Jahr 1239 erstmals erwähntes Dorf, das im 16. Jahrhundert zum Amt Spandau kam. Damals waren hier sechs Bauern- und Kossätenstellen erfaßt. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort Kurfürstin Sophie Charlotte, der zweiten Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III. – des späteren Königs in Preußen Friedrich I. -, übereignet und für sie das Schloß Lützenburg errichtet. Neben dem Schloß entstand eine Siedlung, die nach dem Tod der Königin im Jahre 1705 durch königliche Order den Namen Charlottenburg verliehen bekam.

Das Lützowufer ist bei der Anlage des Landwehrkanals neu entstanden. 1965 wurde der Abschnitt des Gartenufers von Budapester Straße bis in Höhe Lichtensteinallee nach der Anschlußstraße in Lützowufer benannt, es liegt im Stadtteil Tiergarten.

Neben dem Kanal sind beidseitig Fußwege angelegt, zwischen Fußweg und Kanalufer sind Bäume gepflanzt, ich vermute mal Linden.

Vor einer Linde bleibe ich stehen: es ist  der Baum  Nr. 1. Erstmal denke ich, aha, typisch deutsch, alles wird gezählt, warum nicht auch die Bäume hier.

Schön, dass sie da ist, die Nr. 1, wie alt, weiß ich nicht, aber vielleicht bin ich vor 62 Jahren als Baby schon einmal vorbeigetragen worden, als meine Eltern mit mir auf der Flucht aus der damaligen SBZ über Berlin nach Westdeutschland waren.

Diese Linde spricht jedenfalls zu mir, sie entschleunigt mich und wirkt auf mich und ich bleibe längere Zeit in stummer Zwiesprache  stehen…

Schön entspannt und froh gehe ich den Rest den Weges, gelange schließlich zum Tagungshotel, wo sich einige Tagungs-Kolleginnen und -Kollegen draußen rauchend angeregt über Klimaschutz unterhalten.

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Mein Ochsenweg 22 (31.07.2017) ca. 55 km Radtour von Ahrensburg nach Lübeck

Endlich ist es wieder soweit: Die nächste Radtour steht an!

Dieses Mal soll es aus dem Großraum Hamburg nach Rostock und weiter nach Magdeburg gehen.

Diese Fahrt hat eine besondere Bedeutung für mich, zumal meine Eltern und deren Vorfahren aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg herstammen, insbesondere die mütterliche Linie, die aus der Gegend aus Rostock stammt.

Doch dazu später mehr…

Früh morgen um 05:00 klingelt zu Hause der Wecker…finales packen, Frühstück, etc. und dann geht es los…

Zunächst führt der Weg die ersten acht Kilometer durch die schöne Landschaft meines Heimatlandkreises zum nächstgelegenen Bahnhof…

Vom heimatlichen Bahnhof geht es per Umstieg (mit dem bepackten Fahrrad immer wieder ein schönes Erlebnis!) in Hannover Hbf nach Hamburg Hbf und von dort weiter nach Ahrensburg Bahnhof, eine Reise, die die ersten vier Stunden des Vormittags kostet.

           

Unterwegs bin ich mit anderen Radwanderern ins Gespräch gekommen, die auch mit dem Zug zu ihrem Bestimmungsort, bzw. Ausgangspunkt ihrer Tour reisen. So vergeht die Zeit schnell. In Hamburg winkt jemand an einem Bahnsteig meinem Zug zu, ich bin sicher, ich bin gemeint und winke zurück!

Als ich so wohlbehalten in Ahrensburg lande, begrüßt mich vor dem Bahnhof mein Freund und Fahrradkumpel Joerg mit einer Tasse Kaffee im bahnhofsnahen Cafe!

Der Tag fängt also richtig gut an!

Mit Ahrensburg verbindet mich, dass ich für das Tiefbauamt dort als Jungingenieur für Wasserwirtschaft einmal die komplette Kanalisation hydraulisch berechnet habe und bei Teiloptimierungen für die kommunale Kläranlage Beiträge geliefert habe. Aber das ist urlange her.

Ahrensburg ist eine hübsche Stadt in Schleswig-Holstein und mit rd. 33.000 Einwohnern die größte Stadt des Kreises Stormarn. Im so genannten Ahrensburger Tunneltal konnten Funde spätpaläolithischer Rentierjäger nachgewiesen werden, heute  folgt ihm die Bahnstrecke Lübeck–Hamburg. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Hamburg nach Lübeck im Jahre 1865 wurde Ahrensburg zu einem beliebten Ausflugsziel im Hamburger Umland und die Einwohnerzahl stieg an, besonders nach dem 2. Weltkrieg durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten.

Ahrensburg ist einbekannter Wirtschaftsstandort in Schleswig-Holstein, z. B. ist dort die Axel Springer SE mit Produktion und Druckerei ansässig. Ebenfalls ist die Acer Group, zweitgrößter PC-Hersteller der Welt  – nach HP und vor Dell, als ein taiwanisches Computerunternehmen dort ansässig, das PCs, Notebooks, Smartphones, Tablets, Desktops, Server und Monitore, LCD-Fernseher, Media-Center, Projektoren und Wearables herstellt.

Nun, wir treten munter in die Pedalen und verlassen Ahrensburg.

Unser Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, an Feldern vorbei, die noch Zeugnis der letzten Regentage ablegen, und nur teilweise abgeerntet sind.

Da wir ausgeruht sind und bei guter Kondition sind, erreichen wir bei bestem Wetter und ein wenig Rückenwind schon nach knapp 3 Stunden Fahrzeit unser Tagesziel Lübeck.

Schön, das Holstentor!

Wir runden den schönen Tag mit einem Besuch im absolut sehenswerten “Europäischen Hansemuseum”  ab, auf dem wir uns hervorragend über die Geschichte der Hanse informieren.

Den gelungenen Abschluss bilden ein Spaziergang entlang der Trave und ein schönes Essen!

 

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Mein Ochsenweg 21 (26.09.2016) ca. 50 km Radtour von Calbe /Saale nach Magdeburg

Das kleine Städtchen Calbe (Saale) mit rd. 9000 Einwohnern liegt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Hier ist die Saale schon für Europaschiffe ausgebaut.

Um Calbe (Saale) herum liegen viele geschützter Biotope, die wir auf unserer Route nach Magdeburg auch teilweise streifen und durchfahren.

Die Magdeburger Erzbischöfe hatten bei Calbe ihren Sommer- und Zweitsitz, woran man sehen kann, dass sie wie wir Radler einen guten Geschmack hatten.

Dem Vernehmen nach gibt es in Calbe auch ein Denkmal für Till Eulenspiegel, der angeblich ja eher in der Gegend, in der ich wohne, sein Unwesen getrieben haben soll.

Auf dem Weg nach Magdeburg radeln wir zunächst bei bestem Wetter links der Elbe und queren dann bei Barby unweit, wo die Saale in die Elbe mündet, die Elbe über eine imposante Stahlbrücke, die nicht mehr für den Eisenbahnverkehr genutzt wird…

                        

Von dort aus geht es auf schönen Wegen durch die beeindruckende Weite der Elbauen vor Magdeburg…

Viel zu schnell nähert sich Magdeburg, die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und saugt uns ins Innere zum Bahnhof, wo unser Pkw steht auf.

Wir überqueren noch einmal die Elbe und sind dann auch bald am Ende unserer kleinen Reise entlang der Saale!

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Mein Ochsenweg 20 (25.09.2016) ca. 90 km Radtour von Merseburg nach Calbe /Saale

Merseburg mit seinen rd 34.000 Einwohnern ist eine mittelgroße Dom- und Hochschulstadt im südlichen Sachsen-Anhalt und eine der ältesten Städte im mitteldeutschen Raum. Bis zur Reformationszeit war Merseburg ein bedeutendes religiöses Zentrum.  In Merseburg gibt es den Merseburger Dom mit seinem Domschatz, der neben kostbaren Handschriften, wie der prachtvoll ausgemalten Merseburger Bibel aus dem  13. Jahrhundert, unterhalb einer Schatzkammer im „Zauberspruchgewölbe“ ein Faksimile der berühmten Merseburger Zaubersprüche aufweist. Merseburg verfügt über ein Schloss und einen schönen Schlossgarten, letzterer gehört zum Projekt Gartenträume Sachsen-Anhalt.

Südlich von Halle liegen ökologisch wertvolle Auen der Saale, hinter  Halle passiert die Saale beeindruckende Steilufer und Sandsteinfelsen.

Wir verlassen Merseburg in aller Frühe und fahren dem entsprechend entlang der Saale lange durch menschenleere, Nebel verhangene Auenbereiche und kleine Dörfer mit holperigen urigen Kopfsteinpflasterstrassen…

Unterwegs begegnen wir einem Schleusenwärter, der mit seinem Kind frühmorgens auf der Schleuse nach dem rechten sieht…

Durch Halle an der Saale fahren wir fix durch und sind ein wenig erschüttert über die vielen desolaten Gebäude entlang der Hauptstraße, auch der Innenstadtbereich behagt uns nicht. Sicher, wir haben vielleicht ein zu strenges Auge, mein Kumpel als Architekt und ich als Kreisbaurat, schauen vielleicht zu fachlich… nun, wir verlassen Halle eilig, ohne zu verweilen..

Bei Brachwitz übersetzen wir mit einer Fähre…

 

Weiter geht es durch die schönen Saale-Auen!

Wir machen eine Pause an einer wunderschönen naturnahen Stelle:

 

..und das ist so richtig nach meinem Geschmack…

Unterdessen labt sich mein Kumpel an den Kirschen am Wegesrand…

Unterwegs sehen wir immer wieder beeindruckende Zeugnisse der Vergangenheit…

 

Wir radeln frohgemut an der Saale entlang weiter und erreichen glücklich Calbe an der Saale.

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Mein Ochsenweg 19 (24.09.2016) ca. 90 km Radtour von Jena nach Merseburg

Im Herbst 2016 haben mein Radler-Kumpel und ich uns noch eine kleine Radtour von Jena nach Magdeburg gegönnt. Im Frühjahr ging es gesundheitsbedingt nicht, aber wir wollten zumindest eine kleine Tour in 2016 gemeinsam machen.

Dieses Mal sind wir aus verschiedenen Gründen anders als sonst vorgegangen und haben von zu Hause aus die Tour mit dem Auto begonnen, über die Autobahn bis Magdeburg Hbf und von dort mit der Bahn nach Jena, um dann von dort die Saale herunter nach Magdeburg zu reisen.

Am Anfang stand und steht jedes Mal die gründliche Vorbereitung, natürlich mit Checkliste:Das Verstauen der Räder auf den Pkw erfordert natürlich fachmännische Kommentare seitens des anwesenden Sohnes:

Schließlich haben wir es dann geschafft und dann geht es auch los…

Aber erst mal sind wir im Stau, d.h. wir sind auch Stau…Aber irgendwann kommen wir in Magdeburg auch an , stellen das Auto in einer Tiefgarage ab und machen uns mit der Bahn auf den Weg…

  

In Jena angekommen, haben wir eine kleine Tour zum Hotel, die Räder werden fix sicher abgestellt, die Packtaschen ins Zimmer, und dann ab zur Bar, wo uns kühler Gerstensaft mundet, dem wir nach der “anstrengenden” Tour genußvoll und reichlich zusprechen.

Jena ist kreisfreie Großstadt und Universitätsstadt in Thüringen, sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und ein Oberzentren des Freistaats.

In Jena befindet sich die 1558 gegründete Friedrich-Schiller-Universität Jena und ausgehend vom Unternehmen Carl Zeiss ein weltweit bekanntes Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie, die seit dem 19. Jahrhundert ist in Jena  ansässig ist.  Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH in der DDR neu gegründet. Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss  privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm das optische Kerngeschäft,  für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde  Lothar Späth als ein Sanierer eingesetzt.

Jena hat ein schönes Wappen, mit dem Erzengel Michael, und es beinhaltet auch eine Weintraube, die an den  Weinbau früherer Zeiten erinnert.

Nun gut!

Zügig verlassen wir Jena und fahren an die Saale heran, die von einem wunderbaren Radwanderweg begleitet wird.

Die Saale ist ein Fluss, der Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchquert und mit rd.  415 Kilometern nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe ist. Die Saale ist von km 0,0 (Elbeinmündung) bis 124,2 Bundeswasserstraße und entspringt im Fichtelgebirge.

Die Saalequelle ist Ausgangspunkt des 427 Kilometer langen Radwanderwegs Saale.

Die Saale fließt im mittleren Teil ihres Laufes in das so genannte Thüringer Becken ein und tangiert dort unter anderem Jena, bei Naumburg nimmt sie die Unstrut auf. Nachdem sie den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland durchflossen hat, beginnt in Weißenfels der Unterlauf der Saale in einer flachen Landschaft durch Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg, den Endpunkt unserer ersten Etappe.

Unterwegs treffen wir auf eine Eselfamilie…

Die Saale ist ein wunderschöner Fluss und bietet in vielerlei Hinsicht auf Freizeitvergnügen.

Besonders anziehend sind die vielen Möglichkeiten zur Einkehr unterwegs:

 

Unterwegs treffen wir auf liebevoll gestaltete Wasserbauanlagen, die heute der Freizeitschiffahrt dienen.

 

Selbstverständlich nutzen wir das zu einer Rast und Einkehr…

Und weiter geht es die Saale flussabwärts.

Bei ungefähr km 75 plagt uns der Hunger derart, dass wir nicht umhin können, anzuhalten, ausgerechnet in Leuna, das sich schon durch einen bestimmten Geruch angekündigt hat, bevor wir die industriellen Anlagen sehen können. In Leuna befinden sich die Leuna-Werke, einer der größten Standorte der chemischen Industrie in Deutschland mit einer Vielzahl von verbundenen Unternehmen: Total, Addinol, BASF Leuna GmbH, Linde AG, Cri Katalyst, Leuna Tenside, Domo, Dow, Innospec, Momentive, Rohde, Wepa Leuna, Weber Rohrleitungsbau, Wisag, TÜV NORD MPA, Land- und Forstgüter Höhe 18, Leuna Harze.

Aber dort finden wir in einem netten Lokal die Atzung, die es uns ermöglicht den finalen Teil unseres ersten Radwanderabschnittes entlang der Saale nach Merseburg gekräftigt anzutreten.

 

Na, denn!!

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