Mein Ochsenweg 24 (02.08.2017) ca. 80 km Radtour von Wismar nach Rostock

In aller Frühe geht es bei gutem Wetter nach einem herrlichen Frühstück los.

Letzte  Blicke auf die Hafensituation ….

und wir sind wieder “on the road”…

Wir entschließen uns nach Studium der Topografie, dass wir Höhen umgehen wollen und ein Stück möglichst entlang der Ostseeküste radeln wollen, was zur Folge hat, dass wir einen kleinen Umweg fahren.

Das nächste Ziel ist nach gut 30 Kilometern Rerik ein entzückender Badeort.

Zunächst stärken wir uns mit zwei Haferflocken-Schokokeksen die die Frau von Joerg für die Reise zur Kräftigung mitgegeben hat…

Nach das hilft aber nach vorn!!!

 

Im Cafe (Hintergrund) lassen wir uns nieder und dort gibt es Tee (für Joerg) und ein Kakogetränk (für Wolfgang) und wir haben die schöne Idee, Postkarten an die Familie zu schreiben, quasi als entschleunigte “WhatsApp-old-School”!

Das Ostseebad Rerik hat etwas mehr als 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner ist sehr auf Tourismus eingestellt. Jährlich kommen neben den Tagesbesuchern ca. 50.000 Feriengäste,  jährlich werden an die 400.000 Gästeübernachtungen in Rerik gezählt.

Nun, lange bleiben wir nicht, denn es ist auch ordentlich Rummel und wir haben ja noch weitere schöne Ziele! Weiter geht es an der Küste entlang und wir landen eine Stunde später darauf in Kühlungsborn.

Dort hält es meinen Kumpel Joerg nicht mehr auf dem Sattel seines Drahtesels und er geht kurz in der Ostsee ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Währenddessen mache ich bei blauem Himmel Rast an der Promenade und genehmige mir eine kleine Wegzehrung und schaue mir in Ruhe den Trubel der Touristenarena an.

 

Nach dieser angenehmen Einlage geht es weiter in Richtung Bad Doberan, das wir auch ohne Komplikationen auf guten Radwegen erreichen. Wir sind gerade nach Doberan eingefahren und machen an einer Kreuzung nahe bei einem kleinen Gewerbegebiet halt, da ertönt ein Schreckensschrei meines Kumpels: Sein Hinterrad hat einen Platten!

Das ist das, womit man leider rechnen muss, was man aber auf keinen Fall möchte. Nun gut. Wir fahren auf ein Tankstellengelände im Gewerbegebiet, und mache mich daran, mein Reparaturset aus den Packtaschen zu holen. Mein Kumpel schlägt stattdessen vor, eine Reparaturwerkstatt aufzusuchen. Ich ziehe mein Smartphone und schlage eine App “around me” auf, gebe “Fahrradwerkstatt” ein und erhalte etliche Ergebnisse, von denen uns eines geradezu umhaut: Laut Suchergebnis befindet sich in 38,40 m Entfernung eine Reparaturwerkstatt: Zweirad Harder . Wir , nichts wie hin, und ein überaus freundlicher schlanker großer junger Mann ist nach kurzer Anfrage bereit, unverzüglich die Reparatur, bzw. einen Austausch des kaputten Schlauches durchzuführen. Wir dürfen uns unterdessen in ein Cafe im Gewerbegebiet verfügen und uns dort an Tee und Kaffee laben.

Nach einer halben Stunden sitzen wir wieder im Sattel, erleichtert, dankbar und glücklich.

Also Leute, in Bad Doberan gibt es einen tollen Fahrradladen, den ihr unbedingt frequentieren solltet!

In der Mitte des Nachmittags landen wir dann in der Hansestadt Rostock und suchen unser Hotel auf, das zentral liegt, wo wir unsere übliche Ankunftsroutine zelebrieren.

Wir sind nach kurzem erfrischenden Schläfchen ziemlich hungrig und machen uns gegen frühen Abend durch die Innenstadt auf und finden nach einiger Suche das passende Restaurant, wo wir diesmal mal (Vegetarierer nicht weiterlesen) spar-ribs und Straussenfleisch  zu reichlich Getränken auftischen lassen, da wir einen Mords-Energiehunger haben.

 

Das Kröpeliner Tor, das in der Nähe unserer Unterkunft liegt, weist uns müden Kriegern anschließend den Weg.  Es ist als das westlichste der vier großen Tore der Rostocker Stadtbefestigung und wurde im 1.300 Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Es war und ist eines der gewaltigsten der zeitweise bis zu 22 Stadttore in Rostock.

An ihm empor schauend sehen wir, was der Wettergott für den nächsten Tag vorbereitet!

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Mein Ochsenweg 23 (01.08.2017) ca. 65 km Radtour von Lübeck nach Wismar

Im Laufe der zurückliegenden Touren hat sich in unserem kleinen Zweier-Radlerteam so etwas wie eine Routine herausgebildet.

Abends, nach Ankunft in der regelmäßig lange im voraus gebuchten Herberge, bringen wir rasch unsere Klamotten ins Zimmer, dann wird reichlich köstlicher Gerstensaft genossen, dann geduscht und dann eine Siesta gemacht. Anschließend wird die Gegend erkundet, nicht ohne eine grandiosen Tagesabschluß bei einem zünftigen Essen. Des Morgens wird früh aufgestanden, ausgiebig gefrühstückt und ein leckres Brötchen, Obst und ein gekochtes Ei als Wegzehrung zubereitet, und gegen 08:00 Uhr aufgebrochen.

So haben wir das natürlich auch in Lübeck zelebriert, dieser Stadt, zu der man viel sagen kann, und die man unbedingt besuchen sollte.

Die Hansestadt Lübeck ist eine kreisfreie Universitätstadt, hat rd. 220.000 Einwohnern, und ist flächenmäßig die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die wunderschöne  mittelalterliche Lübecker Altstadt ist Teil des UNESCO-Welterbes. Die Hansestadt gilt als Ausgangsort der Hanse, einer Handelsvereinigung, die seit dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit für großen Wohlstand in Lübeck sorgte.

Ihr Name Lübeck ist quasi Programm und rührt aus dem slawischen Wort Liubice („lieblich“) her. Das Stadtgebiet Lübecks wird von Wasser, Grünflächen und ausgedehnten Wälder geprägt. Das Traveflußgebiet mit seinen Naturschutzgebieten wurde als FFH-Gebiet an die Europäische Union gemeldet.

Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen der Lübeck mit Skandinavien, Russland und dem Baltikum verbindet. Der früher bedeutende Schiffbau (z.B. Orenstein & Koppel) spielt keine Rolle mehr. Dafür haben andere Branchen Bedeutung, z.B. das  Drägerwerk mit mehr als 11.000 Beschäftigten. Nicht unbekannt sein dürfte vor allem Niederegger, der bekannteste Hersteller des köstlichen Lübecker Marzipans.

Hhmmm lecker!!!

Zu den bekanntesten Lübeckern gehören die beiden Nobelpreisträger Willy Brandt und Thomas Mann, einer meiner Lieblingsautoren (Buddenbrocks, Joseph und seine Brüder…).

Nun, schweren Herzens verlassen wir das “liebliche” Lübeck, mit dem mich besondere Erinnerungen verbinden.

Vor vielen Jahren hatte ich mich hier als Stadtbaurat beworben und gegen den amtierenden Amtsinhaber kandidiert. Leider hat es nicht geklappt, es wäre mein Herzenswunsch gewesen.

Als Knabe und Jugendliche habe ich des Weiteren oft am Lübecker Bahnhof den Eisenbahnzug gewechselt, um dann durch die damalige DDR zu meiner Oma, meiner Tante und meinen Cousinen nach Rostock  zu reisen. Unvergesslich der Geruch in den nach Wofasept riechenden Waggons des von einer stampfenden Dampflok gezogenen Zuges, der mich in unvergessliche  Sommerferien brachte.

Mein Freund hatte zudem in seiner Berufspraxis als Architekt hier an bedeutenden Bauwerken verantwortlich mitgewirkt.

Vor uns liegen angenehm zu bewältigende 65 Kilometer nach Wismar, die wir durch das leicht wellige und mit Feldern und Wäldchen gegliederte Land genussvoll meistern.

Unsere Reise führt uns auf wenig befahrenen Radwegen durch verschlafene Ortschaften. Sonne und Rückenwind meinen es zudem gut mit uns.

In Schönberg, wo Ernst Barlach und Werner Siemens dereinst zur Schule gegangen waren,  machen wir kurz Rast und fahren dann weiter bis nach Grevesmühlen. Schönberg war auch eine Zeitlang namensgebend für eine Deponie für u.a. gefährliche Abfälle, Umwelttechnikern als sehr problematisch bekannt. Beide Ortschaften liegen bereits in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch der Name des zugehörigen Landkreises Nordwestmecklenburg nahelegt. In Grevesmühlen findet alljährlich ein “Piraten-Open-Air” statt, zu dem auch schon mal bis 60.000 Besucherinnen und Besucher strömen, was ja schon fast an das Wacken-Open-Air heranreicht.  Mir waren die Plakate unterwegs schon aufgefallen.

Nun, uns interessiert das nicht weiter, sondern wir sind hungrig. Und wie bestellt, taucht in Grevesmühlen die Malzfabrik Grevesmühlen auf, ein imposantes nachgenutztes Industrieareal mit denkmalgeschützten Gebäuden.  Für uns wesentlich ist die dortige Betriebs-Kantine, in der wir uns mit köstlichen kühlen Wasser erfrischen und einer großen Portion Sauerfleisch und Bratkartoffeln kräftigen.

Die Malzfabrik Grevesmühlen wurde 1873 errichtet und beherbergt heute einen Teil der Verwaltung des Landkreises Nordwestmecklenburg. Ursprünglich für die Produktion von Malz (für Bier!) genutzt, ist das Gebäude später auf verschiedenste Weise genutzt worden, z.B. für die Lagerung von Eis und die Züchtung von Pilzen. Zu DDR-Zeiten machte man aus der Malz-Fabrik einen VEB. Nach der Wende war dort zwischenzeitlich ein Einkaufs- und Gewerbezentrum, dem aber kein Erfolg beschieden war, nach der Jahrtausendwende zog dann die Kreis-Verwaltung dort ein.

Ein beeindruckendes Gebäude!

Gekräftigt und erfrischt geht es eineinhalb Stunden bei bestem Wetter weiter.

Zwischendurch halten wir immer mal wieder an, um einen Schluck Wasser zu trinken, die (Rücken-)Muskeln zu entspannen und die schöne Landschaft zu genießen.

An dieser Stelle klettere ich auf den kleinen Damm an der Straßenseite und erspähe am Horizont die Ostsee….

Zufrieden landen wir am frühen Nachmittag in Wismar.

In Wismar liegt unsere Herberge direkt am Hafen, wo sich u.a. reichlich Touristen und etliche Bratfischstände gegenseitig zufrieden machen wollen. Wir suchen uns ein zünftiges Restaurant (Brauhaus am Lohberg) mit Aussenbereich aus. Leider hat es angefangen zu regnen. Zunehmend werden wir dort zögerlich und mürrisch bedient, denn die Bedienung fürchtet, auf dem Weg unter den Schirmen hindurch zu uns von Regentropfen vernässt zu werden. Einer der männlichen Bedienungen wirft uns jammernd vor, provozieren zu wollen, dass er ins Krankenhaus müsse, wenn wir weiter bedient von ihm werden wollten. Nach dieser interessanten Einlage verlassen wir die ungastliche Stätte und kehren anderswo, im Il Casale, ein, wo es trotz Regens noch ein hochmotiviertes und freundliches Bedienungsteam gibt und wir perfekt bedient werden.

Musste ich einfach schreiben!!!

Schließlich wollen wir ja nicht, das jemand wegen unseres Hungers und Durstes krank wird.

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Der Baum Nr. 1 in Berlin

Irgendwann, irgendwo in Berlin, ich gehe in einer Tagungspause  am Lützowufer entlang.

Lützow war ein im Jahr 1239 erstmals erwähntes Dorf, das im 16. Jahrhundert zum Amt Spandau kam. Damals waren hier sechs Bauern- und Kossätenstellen erfaßt. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort Kurfürstin Sophie Charlotte, der zweiten Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III. – des späteren Königs in Preußen Friedrich I. -, übereignet und für sie das Schloß Lützenburg errichtet. Neben dem Schloß entstand eine Siedlung, die nach dem Tod der Königin im Jahre 1705 durch königliche Order den Namen Charlottenburg verliehen bekam.

Das Lützowufer ist bei der Anlage des Landwehrkanals neu entstanden. 1965 wurde der Abschnitt des Gartenufers von Budapester Straße bis in Höhe Lichtensteinallee nach der Anschlußstraße in Lützowufer benannt, es liegt im Stadtteil Tiergarten.

Neben dem Kanal sind beidseitig Fußwege angelegt, zwischen Fußweg und Kanalufer sind Bäume gepflanzt, ich vermute mal Linden.

Vor einer Linde bleibe ich stehen: es ist  der Baum  Nr. 1. Erstmal denke ich, aha, typisch deutsch, alles wird gezählt, warum nicht auch die Bäume hier.

Schön, dass sie da ist, die Nr. 1, wie alt, weiß ich nicht, aber vielleicht bin ich vor 62 Jahren als Baby schon einmal vorbeigetragen worden, als meine Eltern mit mir auf der Flucht aus der damaligen SBZ über Berlin nach Westdeutschland waren.

Diese Linde spricht jedenfalls zu mir, sie entschleunigt mich und wirkt auf mich und ich bleibe längere Zeit in stummer Zwiesprache  stehen…

Schön entspannt und froh gehe ich den Rest den Weges, gelange schließlich zum Tagungshotel, wo sich einige Tagungs-Kolleginnen und -Kollegen draußen rauchend angeregt über Klimaschutz unterhalten.

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Mein Ochsenweg 22 (31.07.2017) ca. 55 km Radtour von Ahrensburg nach Lübeck

Endlich ist es wieder soweit: Die nächste Radtour steht an!

Dieses Mal soll es aus dem Großraum Hamburg nach Rostock und weiter nach Magdeburg gehen.

Diese Fahrt hat eine besondere Bedeutung für mich, zumal meine Eltern und deren Vorfahren aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg herstammen, insbesondere die mütterliche Linie, die aus der Gegend aus Rostock stammt.

Doch dazu später mehr…

Früh morgen um 05:00 klingelt zu Hause der Wecker…finales packen, Frühstück, etc. und dann geht es los…

Zunächst führt der Weg die ersten acht Kilometer durch die schöne Landschaft meines Heimatlandkreises zum nächstgelegenen Bahnhof…

Vom heimatlichen Bahnhof geht es per Umstieg (mit dem bepackten Fahrrad immer wieder ein schönes Erlebnis!) in Hannover Hbf nach Hamburg Hbf und von dort weiter nach Ahrensburg Bahnhof, eine Reise, die die ersten vier Stunden des Vormittags kostet.

           

Unterwegs bin ich mit anderen Radwanderern ins Gespräch gekommen, die auch mit dem Zug zu ihrem Bestimmungsort, bzw. Ausgangspunkt ihrer Tour reisen. So vergeht die Zeit schnell. In Hamburg winkt jemand an einem Bahnsteig meinem Zug zu, ich bin sicher, ich bin gemeint und winke zurück!

Als ich so wohlbehalten in Ahrensburg lande, begrüßt mich vor dem Bahnhof mein Freund und Fahrradkumpel Joerg mit einer Tasse Kaffee im bahnhofsnahen Cafe!

Der Tag fängt also richtig gut an!

Mit Ahrensburg verbindet mich, dass ich für das Tiefbauamt dort als Jungingenieur für Wasserwirtschaft einmal die komplette Kanalisation hydraulisch berechnet habe und bei Teiloptimierungen für die kommunale Kläranlage Beiträge geliefert habe. Aber das ist urlange her.

Ahrensburg ist eine hübsche Stadt in Schleswig-Holstein und mit rd. 33.000 Einwohnern die größte Stadt des Kreises Stormarn. Im so genannten Ahrensburger Tunneltal konnten Funde spätpaläolithischer Rentierjäger nachgewiesen werden, heute  folgt ihm die Bahnstrecke Lübeck–Hamburg. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Hamburg nach Lübeck im Jahre 1865 wurde Ahrensburg zu einem beliebten Ausflugsziel im Hamburger Umland und die Einwohnerzahl stieg an, besonders nach dem 2. Weltkrieg durch Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten.

Ahrensburg ist einbekannter Wirtschaftsstandort in Schleswig-Holstein, z. B. ist dort die Axel Springer SE mit Produktion und Druckerei ansässig. Ebenfalls ist die Acer Group, zweitgrößter PC-Hersteller der Welt  – nach HP und vor Dell, als ein taiwanisches Computerunternehmen dort ansässig, das PCs, Notebooks, Smartphones, Tablets, Desktops, Server und Monitore, LCD-Fernseher, Media-Center, Projektoren und Wearables herstellt.

Nun, wir treten munter in die Pedalen und verlassen Ahrensburg.

Unser Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, an Feldern vorbei, die noch Zeugnis der letzten Regentage ablegen, und nur teilweise abgeerntet sind.

Da wir ausgeruht sind und bei guter Kondition sind, erreichen wir bei bestem Wetter und ein wenig Rückenwind schon nach knapp 3 Stunden Fahrzeit unser Tagesziel Lübeck.

Schön, das Holstentor!

Wir runden den schönen Tag mit einem Besuch im absolut sehenswerten “Europäischen Hansemuseum”  ab, auf dem wir uns hervorragend über die Geschichte der Hanse informieren.

Den gelungenen Abschluss bilden ein Spaziergang entlang der Trave und ein schönes Essen!

 

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Mein Ochsenweg 21 (26.09.2016) ca. 50 km Radtour von Calbe /Saale nach Magdeburg

Das kleine Städtchen Calbe (Saale) mit rd. 9000 Einwohnern liegt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Hier ist die Saale schon für Europaschiffe ausgebaut.

Um Calbe (Saale) herum liegen viele geschützter Biotope, die wir auf unserer Route nach Magdeburg auch teilweise streifen und durchfahren.

Die Magdeburger Erzbischöfe hatten bei Calbe ihren Sommer- und Zweitsitz, woran man sehen kann, dass sie wie wir Radler einen guten Geschmack hatten.

Dem Vernehmen nach gibt es in Calbe auch ein Denkmal für Till Eulenspiegel, der angeblich ja eher in der Gegend, in der ich wohne, sein Unwesen getrieben haben soll.

Auf dem Weg nach Magdeburg radeln wir zunächst bei bestem Wetter links der Elbe und queren dann bei Barby unweit, wo die Saale in die Elbe mündet, die Elbe über eine imposante Stahlbrücke, die nicht mehr für den Eisenbahnverkehr genutzt wird…

                        

Von dort aus geht es auf schönen Wegen durch die beeindruckende Weite der Elbauen vor Magdeburg…

Viel zu schnell nähert sich Magdeburg, die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und saugt uns ins Innere zum Bahnhof, wo unser Pkw steht auf.

Wir überqueren noch einmal die Elbe und sind dann auch bald am Ende unserer kleinen Reise entlang der Saale!

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Mein Ochsenweg 20 (25.09.2016) ca. 90 km Radtour von Merseburg nach Calbe /Saale

Merseburg mit seinen rd 34.000 Einwohnern ist eine mittelgroße Dom- und Hochschulstadt im südlichen Sachsen-Anhalt und eine der ältesten Städte im mitteldeutschen Raum. Bis zur Reformationszeit war Merseburg ein bedeutendes religiöses Zentrum.  In Merseburg gibt es den Merseburger Dom mit seinem Domschatz, der neben kostbaren Handschriften, wie der prachtvoll ausgemalten Merseburger Bibel aus dem  13. Jahrhundert, unterhalb einer Schatzkammer im „Zauberspruchgewölbe“ ein Faksimile der berühmten Merseburger Zaubersprüche aufweist. Merseburg verfügt über ein Schloss und einen schönen Schlossgarten, letzterer gehört zum Projekt Gartenträume Sachsen-Anhalt.

Südlich von Halle liegen ökologisch wertvolle Auen der Saale, hinter  Halle passiert die Saale beeindruckende Steilufer und Sandsteinfelsen.

Wir verlassen Merseburg in aller Frühe und fahren dem entsprechend entlang der Saale lange durch menschenleere, Nebel verhangene Auenbereiche und kleine Dörfer mit holperigen urigen Kopfsteinpflasterstrassen…

Unterwegs begegnen wir einem Schleusenwärter, der mit seinem Kind frühmorgens auf der Schleuse nach dem rechten sieht…

Durch Halle an der Saale fahren wir fix durch und sind ein wenig erschüttert über die vielen desolaten Gebäude entlang der Hauptstraße, auch der Innenstadtbereich behagt uns nicht. Sicher, wir haben vielleicht ein zu strenges Auge, mein Kumpel als Architekt und ich als Kreisbaurat, schauen vielleicht zu fachlich… nun, wir verlassen Halle eilig, ohne zu verweilen..

Bei Brachwitz übersetzen wir mit einer Fähre…

 

Weiter geht es durch die schönen Saale-Auen!

Wir machen eine Pause an einer wunderschönen naturnahen Stelle:

 

..und das ist so richtig nach meinem Geschmack…

Unterdessen labt sich mein Kumpel an den Kirschen am Wegesrand…

Unterwegs sehen wir immer wieder beeindruckende Zeugnisse der Vergangenheit…

 

Wir radeln frohgemut an der Saale entlang weiter und erreichen glücklich Calbe an der Saale.

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Mein Ochsenweg 19 (24.09.2016) ca. 90 km Radtour von Jena nach Merseburg

Im Herbst 2016 haben mein Radler-Kumpel und ich uns noch eine kleine Radtour von Jena nach Magdeburg gegönnt. Im Frühjahr ging es gesundheitsbedingt nicht, aber wir wollten zumindest eine kleine Tour in 2016 gemeinsam machen.

Dieses Mal sind wir aus verschiedenen Gründen anders als sonst vorgegangen und haben von zu Hause aus die Tour mit dem Auto begonnen, über die Autobahn bis Magdeburg Hbf und von dort mit der Bahn nach Jena, um dann von dort die Saale herunter nach Magdeburg zu reisen.

Am Anfang stand und steht jedes Mal die gründliche Vorbereitung, natürlich mit Checkliste:Das Verstauen der Räder auf den Pkw erfordert natürlich fachmännische Kommentare seitens des anwesenden Sohnes:

Schließlich haben wir es dann geschafft und dann geht es auch los…

Aber erst mal sind wir im Stau, d.h. wir sind auch Stau…Aber irgendwann kommen wir in Magdeburg auch an , stellen das Auto in einer Tiefgarage ab und machen uns mit der Bahn auf den Weg…

  

In Jena angekommen, haben wir eine kleine Tour zum Hotel, die Räder werden fix sicher abgestellt, die Packtaschen ins Zimmer, und dann ab zur Bar, wo uns kühler Gerstensaft mundet, dem wir nach der “anstrengenden” Tour genußvoll und reichlich zusprechen.

Jena ist kreisfreie Großstadt und Universitätsstadt in Thüringen, sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und ein Oberzentren des Freistaats.

In Jena befindet sich die 1558 gegründete Friedrich-Schiller-Universität Jena und ausgehend vom Unternehmen Carl Zeiss ein weltweit bekanntes Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie, die seit dem 19. Jahrhundert ist in Jena  ansässig ist.  Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH in der DDR neu gegründet. Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss  privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm das optische Kerngeschäft,  für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde  Lothar Späth als ein Sanierer eingesetzt.

Jena hat ein schönes Wappen, mit dem Erzengel Michael, und es beinhaltet auch eine Weintraube, die an den  Weinbau früherer Zeiten erinnert.

Nun gut!

Zügig verlassen wir Jena und fahren an die Saale heran, die von einem wunderbaren Radwanderweg begleitet wird.

Die Saale ist ein Fluss, der Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchquert und mit rd.  415 Kilometern nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe ist. Die Saale ist von km 0,0 (Elbeinmündung) bis 124,2 Bundeswasserstraße und entspringt im Fichtelgebirge.

Die Saalequelle ist Ausgangspunkt des 427 Kilometer langen Radwanderwegs Saale.

Die Saale fließt im mittleren Teil ihres Laufes in das so genannte Thüringer Becken ein und tangiert dort unter anderem Jena, bei Naumburg nimmt sie die Unstrut auf. Nachdem sie den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland durchflossen hat, beginnt in Weißenfels der Unterlauf der Saale in einer flachen Landschaft durch Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg, den Endpunkt unserer ersten Etappe.

Unterwegs treffen wir auf eine Eselfamilie…

Die Saale ist ein wunderschöner Fluss und bietet in vielerlei Hinsicht auf Freizeitvergnügen.

Besonders anziehend sind die vielen Möglichkeiten zur Einkehr unterwegs:

 

Unterwegs treffen wir auf liebevoll gestaltete Wasserbauanlagen, die heute der Freizeitschiffahrt dienen.

 

Selbstverständlich nutzen wir das zu einer Rast und Einkehr…

Und weiter geht es die Saale flussabwärts.

Bei ungefähr km 75 plagt uns der Hunger derart, dass wir nicht umhin können, anzuhalten, ausgerechnet in Leuna, das sich schon durch einen bestimmten Geruch angekündigt hat, bevor wir die industriellen Anlagen sehen können. In Leuna befinden sich die Leuna-Werke, einer der größten Standorte der chemischen Industrie in Deutschland mit einer Vielzahl von verbundenen Unternehmen: Total, Addinol, BASF Leuna GmbH, Linde AG, Cri Katalyst, Leuna Tenside, Domo, Dow, Innospec, Momentive, Rohde, Wepa Leuna, Weber Rohrleitungsbau, Wisag, TÜV NORD MPA, Land- und Forstgüter Höhe 18, Leuna Harze.

Aber dort finden wir in einem netten Lokal die Atzung, die es uns ermöglicht den finalen Teil unseres ersten Radwanderabschnittes entlang der Saale nach Merseburg gekräftigt anzutreten.

 

Na, denn!!

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Mein Ochsenweg 18 (01.07.2016) ca. 50 km Radtour von Wetzlar nach Idstein

Die Stadt Wetzlar bildet den Startpunkt meiner letzten Etappe, die mich nach Idstein führen soll, wo meine Schwester wohnt.

Wetzlar ist eine Stadt mit rd. 51.000 Ew in Mittelhessen und war ehemalig Reichsstadt. Sie ist Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises und als Handelszentrum eines der wichtigen Oberzentren im Land Hessen. Wetzlar hat bedeutende optische, feinmechanische, elektrotechnische und stahlverarbeitende Industrien und ist auch als Sportstadt bekannt.

Das Stadtgebiet liegt im Bereich des Zusammenflusses von Dill und Lahn. Hier berühren sich hessische Mittelgebirge, südlich liegt der Taunus, nördlich beginnen der Westerwald und das Rothaargebirge. Das bekomme ich bei der Radtour auch zu spüren.

Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa schuf im Wetzlarer Gebiet eine Reichsvogtei, machte Wetzlar zur Reichsstadt, das es bis 1803 blieb. 1689 war das höchste Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das Reichskammergerichts, nach Wetzlar verlegt worden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist nachzulesen, dass Johann Wolfgang Goethe im Jahre 172 am Reichskammergericht als Praktikant eingeschrieben war. Er erlebte hier eine glücklose Romanze mit Charlotte („Lotte“) Buff. Damit war das Material für seinen Erstlingsroman „Die Leiden des jungen Werther“, geschaffen, mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte.

Bekannt ist Wetzlar auch durch die Firma “Leica”, das sich auf die Fertigung von Ferngläsern und Fotoapparaten spezialisiert hat.

LeicaNun, ich frühstückte gemütlich, im Bewußtsein dieser geschichtsträchtigen “Location”, und machte mich dann alsbald auf den Weg.

Es geht entlang der Lahn mit wunderschönen Aussichten…

Kanal zur Lahn

Zwischendurch mal ein Kanal, den heutzutage Sportbootfahrer nutzen können, ich sehe diese technischen Wasserstrassenbauwerke als gelernter “Wasserbauer” gerne!

Querungen der Bahn mit meinem Radweg geben die Möglichkeit, mal zu rasten und einen Schluck Wasser zu trinken, was unterwegs das Wichtigste für den Körper ist.

  

Und irgendwann kommt dann die Bimmelbahn und dann kann es weitergehen…

Wie gesagt der Durst ist unterwegs immens. Nachdem ich den letzten Tropfen aus meinen beiden Wasserflaschen geschluckt habe, denke ich angesichts des vielen Wassers (Lahn) die ganze Zeit daran, meine Wasservorräte baldmöglichst aufzufüllen…

…und der Weg zieht sich…. doch plötzlich geschieht ein Wunder am Wegesrand….

Da steht doch wie bestellt ein Kühlschrank zur Selbstbedienung, aus dem ich mich dann mit wunderbarer Fassbrause erfrischen kann…

Zu dem Durst, der wunderbar gelöscht wird gesellt sich dann wenig später Hunger, so dass ich im nächsten Dorf einfach nicht an dem schönen Gartenlokal vorbeiradeln kann, sondern da zulange….

 

So erfrischt geht es frohen Gemüts weiter zum Zielpunkt, dem kleinen hessischen Dorf Esch-Waldems, wo meine Schwester die Großfamilie, Freunde und Bekannte am nächsten Tag zu einem großen Fest eingeladen hat.

Gegen frühen Abend treffe ich dann auch glücklich ein und kehre sofort in mein Hotel, nicht ohne mir vorher ein “bescheidenes” Mahl im Discounter zu besorgen, dass dann in aller Ruhe und Zufriedenheit verzehrt wird.

 

Da das Hotel keinen sicheren Aufbewahrungsort für mein Fahrrad aufweisen kann, nehme ich es einfach mit auf das Zimmer…

Das erleichtert am nächsten Morgen den Aufbruch erheblich….!!!

So endet meine Radtour nach gut 400 km im Sommer 2016, wieder ein schönes Erlebnis!

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Mein Ochsenweg 17 (30.06.2016) ca. 50 km Radtour von Marburg nach Wetzlar

Nach einer guten Nacht ist erstmal ein schöner Stadtbummel mit ausgiebigem Frühstück fällig.

 

Dann geht es weiter in Richtung des Flusses Lahn auf schönen auf schönen Radwegen, .

 Unterwegs gibt es viel zu sehen, eine weite Landschaft und geschützte Naturareale….

..und mittendrin brütende Störche….

Und irgendwann bin ich dann an der Lahn….

Die Lahnaue bietet ein wunderschönes naturnahes Bild, an dem ich mich nicht satt genug sehen kann…

Und weiter geht es… zu Wasser und zu Lande…

Kurz vor Wetzlar gönne ich mir dann noch eine ausgiebige Pause auf einem hübschen Dorfplatz….

Die Tagestour war nicht so lang wie die vorherigen Abschnitte, aber es reicht mir dann auch und ich erreiche zufrieden meine Unterkunft in Wetzlar, die ich erst noch nach einer ordentlichen Bergauf-Kletterei erreiche und gehe früh ohne weitere Würdigung der städtischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten müde und zufrieden zu Bett…

 

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Mein Ochsenweg 16 (29.06.2016) ca. 70 km Radtour von Winterberg nach Marburg

Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem perfekten Frühstück im “Haus Andrea” in Winterberg (sehr empfehlenswert) geht es relativ spät gegen 09:30 Uhr los.

Ich weiß noch nicht, was mich erwartet, aber als ich dann aus Winterberg heraus bin, gerate ich auf eine eigene, höchst komfortable, neue Radfahrerstraße, abseits von Bundes-  Landes-, oder Kreisstraßen, die zudem noch -dieser Fahrtrichtung geschuldet- kilometerlang bergab geht….

Ohne viel in die Pedalen treten zu müssen rolle ich mit beträchtlichem Tempo durch eine wunderschöne Mittelgebirgslandschaft… Es ist einfach herrlich und mein Herz lacht…

Meine Kinder würden sagen: “echt geil”, und ich war begeistert!

Wie am Höhenprofil der Karte oben zu sehen ist geht es rund 20 km munter bergab, ..

..und während das bike den Berg hinuntersaust genieße ich die “blühenden Landschaften”…

Nun, auch die schöne Fahrt abwärts hat mal ein Ende und dann geht es zwischen Tageskilometer 20 und 23 ordentlich bergauf…

Oben auf der Kuppe verschnaufe ich eine Weile im kühlen Wald…

Unten in der Ebene angekommen, begrüßt mich nicht nur die sonne, sondern auch ein blaues Blumenfeld:

Und weiter geht es nach Wetter,…

…wo ich dann eine schöne Pause im Schatten einer Kirche gegenüber dem Rathaus mache.

   

Dieses entzückende Örtchen mit gut 9.200 Einwohnerinnen und Einwohnern darf nicht mit Wetter an der Ruhr verwechselt werden! Wetter (Hessen-Nassau) ist eine Kleinstadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen, nördlich der Lahn. Der Name ”Wetter”(Hessen-Nassau) stammt aus der Zeit, als diese Ortschaft  zur  preußischen Provinz Hessen-Nassau gehörte und wurde eigentlich nur von der Eisenbahn und der Post in den Stempeln benutzt. Ein behagliches Örtchen mit schöner Fachwerkarchitektur…..

Ich reise entspannt weiter in Richtung Marburg…

..kurz vor Marburg noch ein Blick auf die Lahn…

..und dann erreiche ich zufrieden gegen 15 Uhr Marburg…

Ich erreiche mein Hotel kurz darauf, und beschließe den Tag sehr zufrieden!

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