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Tanz aus dem Mai!

Jährlich wird hierzulande in den Mai hineingetanzt.

Wer weiß schon, dass dieser Brauch zu Ehren der heiligen Walburga gepflegt wird. Sie war im 8. Jahrhundert eine angelsächsische Benediktinerin und Äbtissin des fränkischen Klosters Heidenheim, gegründet durch ihre Brüder Wunibald und Willibald.

Allein schon die Namen Wunibald, Wilibald, Walburga inspirieren zum Tanzen, nicht wahr?

Die drei waren Missionare der Angelsachsen, also der in Großbritannien lebenden Nachkommen zweier kontinentalgermanischer Stämme, der Angeln aus Schleswig-Holstein und der (Alt)Sachsen aus Niedersachsen, Westfalen und Ostfalen.  

Womöglich kamen deren Vorfahren sogar von hier!!!

Das Kloster Heidenheim war ein Doppelkloster, eins für Frauen und eins für Männer, hübsch getrennt natürlich, aber ganz schön fortschrittlich.

Walburga wurde Ende des 9. Jahrhunderts zu einem 1. Mai heiliggesprochen, seitdem gibt es die Walpurgisnacht. Weil die Menschen im Mittelalter die Walburga toll fanden, begrüßten sie alljährlich ihr zu Ehren den 1. Mai tanzend.

Heutzutage ist der Ursprung der Tanzerei in den Mai nahezu vergessen, profane Maifeuer, Maibäume, Maibowle und Tanzparties prägen den Tanz in den Mai. Andere Bräuche gehen mit Peitschenknallerei, Besen legen und Aufstellen von Maibäumen einher. Maibäume symbolisierten zu Olims Zeiten den Weltenbaum und die Fruchtbarkeit der Natur.

In Bortfeld ist wohl Schluss mit dem Maibaum, weil die Tanztruppe altersbedingt und mangels Nachwuchs nicht mehr kann.

Im Harz halten zu dieser Nacht „Hexen“ am Blocksberg eine große Fete ab und tanzen um ein Feuer herum. In einigen Gegenden springen Verliebte zu diesem Brauch auch durch das Feuer.

Die Tanzerei ist eher weniger etwas für mich. Ich drücke mich zum Leidwesen meiner Frau vorm Tanzen, wo ich kann. Das liegt nicht daran, dass ich nicht tanzen kann. Es liegt daran, dass  nach über 36-jähriger Ehe nicht immer bei uns beiden klar ist, wer beim Tanzen führt. Wehe ich mache Fehler beim Tanz!

Da springe ich schon lieber durch ein Feuer. Aber am 31.12. bin ich regelmäßig fällig.

Tanzen  soll ja gut für Körper, Seele und das Gehirn sein, gegen Stress wirken und wegen der Bildung neuer Nervenzellen der Demenz vorbeugen.

Nichts gegen Walburga, aber der religiösen Hintergrund ist mir als bekennender Heide ohnehin fremd. Es muss ja auch nicht der Tanz in den Mai sein, ich kann ja auch aus dem Mai heraus tanzen.

Ein guter Start ist schon mal gemeinsam Freitag abends „Let’s Dance“ auf der Couch sitzend anzuschauen. Das gibt Punkte auf dem Beziehungskonto, ist interessant und es dreht sich ums Tanzen. ffffffffffff

Radln für die Wadln!

Ich hab‘ es wieder getan! Mein “einspuriges Landfahrzeug“, durch meine Muskelkraft angetrieben, für eine Radreise genutzt.

Nicht dass ich nicht gerne durchs Peiner Land radle, hier gibt es schöne Radtouren. Die kreiseigene WiTo hat sie als Alltagsradwegenetz beschildert, das alle Ortschaften verbindet.

Vor Jahren sah ich den Film „Das Beste kommt zum Schluss“, in dem die Hauptdarsteller Nicholson und Freemann (Löffel-)Listen von Vorhaben erstellen, die sie in ihrem Leben noch ausführen wollen, bevor sie den „Löffel abgeben“.

So eine Liste habe ich auch. Auf der steht ganz oben, aus eigner Kraft Deutschland zu bereisen, u.z. Orte und Menschen, die in meinem Leben wichtig gewesen sind.

In den letzten Jahren bin ich u.a. von Flensburg bis ins Peiner Land geradelt, vom Ruhrgebiet die Ruhr hinauf dann die Lahn hinunter, die Saale entlang, und von Hamburg zur Ostseeküste bis Rostock und dann bis Magdeburg, von Basel bis Edemissen.

Nun führte unsere Tour auf 700 km von Hamburg die Elbe flussaufwärts bis Bad Schandau in der lieblichen sächsischen Schweiz.

Radfahren bedarf Ausdauer und nicht Kraft, auch der Popo wird gefordert. Er meldet sich mit Schmerz, wie die Schultern, macht man nicht genügend Pausen. Anders als beim Joggen, dem ich wenig abgewinne, trägt das Rad geduldig den Großteil des Körpergewichtes: Hinzu kommen noch 15 kg in Packtaschen, Rucksack und Lenkertasche. Genug trinken!

Natürlich habe ich meinen Drahtesel im Peiner Land gekauft. Er verfügt u.a. über eine Kettenschaltung, Scheibenbremsen, und einen Nabendynamo für Beleuchtung und Navi.

Meine Touren bestehen i.d.R. aus Tagesetappen von 80 km bis 100 km. Abends geht es komfortabel und „altersgerecht“ ins Hotel, Zelten und Jugendherberge waren früher. Ein E-Motor ist noch verpönt, kommt, wenn ich über 70 Jahre alt bin.

Erneut genoss ich die regionalen Eigenheiten und  Schönheiten unseres Vaterlandes. Der Elberadweg führt durch viele Bundesländer. Das  Erleben verschiedener Sprachräume bereitet mir besonderen Genuss, ebenso die regionalen Speisen und Getränke.

Die Vielfältigkeit der Auenlandschaft, der Reichtum an Flora und Fauna entlang der Elbe haben mich sehr beeindruckt. Ein Teil der Elbe ist Biosphärenreservat, das ist gut für die Natur, die örtliche Landwirtschaft ist weniger erfreut. Wertschätzender Umgang und gute Interessenausgleiche müssen helfen, dieses wunderschöne Landschaft zu erhalten.

Schön ist es dann aber auch, wieder zuhause anzukommen, durch tolle sinnliche Eindrücke bereichert und 2 kg Körpergewicht erleichtert!

Ich werde es wieder tun, die Planungen für 2020 laufen!

Europawahlspätlese!

Haben Sie bei der Europa-Wahl gewählt? Bundesweit wählten nur zwei von drei Wahlberechtigen!

Alle Parteien wollten Glauben machen, es gehe um Europa! Tat es aber nicht!

Der Kontinent Europa umfasst 49 Länder, in denen rd. 700 Mio. Menschen leben.  Dazu gehören u.a. auch die Türkei, die Ukraine, Russland, Albanien.

Der Name Europa kommt aus dem Griechischen. So hieß eine schmucke, phönizische Königstochter, für die sich der ewig geile Zeus interessierte.  Als Stier verwandelt, hat er sie nach Kreta ent- und verführt. Gender-Mainstreaming hat er sicher dabei beachtet!

Gewählt wurde ‘nur‘ das Parlament (EP) der Europäischen Union (EU), die aus europäischen 28 Staaten mit insgesamt 510 Mio. Einwohnern besteht. Zur EU gehören u.a. Französisch-Guayana, die Karibikinsel Martinique, die Kanaren, Madeira und die Azoren.

Großbritannien hat bekanntlich keinen Bock mehr auf die EU!

Die EU hieß anfangs EWG, nicht zu verwechseln mit der beliebten TV-Sendung „Einer wird gewinnen“ mit Kulenkampff.

Für die Zuordnung der  96 deutschen Sitze im EP durften rd. 61,6 Mio. bundesdeutsche Wahlberechtige wählen.

Das EP darf keine Gesetze initiativ einbringen. Das darf nur die EU-Kommission („Regierung“), die aber nicht direkt demokratisch legitimiert ist. Soweit ein nicht ganz uninteressanter Aspekt der Wahl.

Im EP vertritt eine Abgeordnete aus Malta rd. 67.000 Wahlberechtigte, eine deutsche Abgeordnete muss rd. 855.000 Wahlberechtigte einsammeln, um auf Augenhöhe zu gelangen.

Wir Wähler waren m.E. wenig erträglichen Wahlslogans ausgesetzt.

„Kommt zusammen“, das brachte einer Partei 16 Sitze im EP. Putzig, wenn dieser  plakatierte Slogan neben dem einer anderen Partei hängt, der  „Hände weg vom deutschen Pimmel“ fordert. Letzteres wurde von 890.000 „Wählenden“ unterstützt, ergibt 2 Sitze.

Die Parteiparole „Bikinis statt Burkas“ führte zu 11 Sitzen, verstärkt durch die „Diesel retten“.  

Nicht unbescheiden schien es, gleich den „ganzen Planeten zu retten“, kombiniert mit dem Tausch der Brüderlichkeit durch Schwesterlichkeit warb eine Frau, die gar nicht kandidiert, aber das wurde mit 21 Sitzen belohnt.

Liberal warb man für „Liebe kennt keine Grenzen“, ergab 5 Sitze im EP.

Der Slogan „Wer Vögeln will, muss umweltfreundlich sein“ ergab nur rd. 68.ooo Stimmen, macht 1 Promille der Wahlberechtigten und Null Sitze, soviel Anstand muss sein!

Dem Aufruf „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ folgten ‘völlig überraschend‘ nur 0,3 Promille der Wähler.

Bei keiner Wahl gab es bisher so viele verblödende, hohle und belanglose Slogans!

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