O Tannenbaum!

Weihnachten steht auch bei uns an, ob ein Baum angeschafft wird, wie groß, welche Sorte und bei wem. Ein schöner, aber heidnischer Brauch, erstmalig im 15. Jhdt. nachgewiesen. Richtig los ging es in Deutschland im 17. Jhdt. Die katholische Kirche hat sich lange gewehrt.  Auswanderer nach Amerika nahmen im 18. Jhdt. den Brauch mit, von da aus verbreitete er sich.

Das Lied „Oh Tannenbaum“ gibt es seit 1824, die Melodie stammt aus dem 16. Jhdt. Im 18. Jhdt. kursierte das Lied als tragisches Liebeslied, in dem der beständige Tannenbaum mit der untreuen Geliebten verglichen wurde. Die „treuen“ Blättern des 19. Jhdt. wurden im 20. Jhdt. „grüne“ Blätter.

Die Größe unserer Bäume korreliert reziprok zur Größe der Kinder. Je älter, also je größer unsere Kinder wurden, umso kleiner der Baum. Er wird von den Töchtern geschmückt, die Söhne halten sich zurück, genießen aber die entstandene Stimmung.

Die georgische Nordmanntanne steht an erster Stelle. Sie ist buschig, dicht und hat weiche Nadeln, verträgt hohe Schmucklasten.

Fichten, die keine Tannen sind, überzeugen durch den Preis. Sie halten nicht lange. Ihr  Wuchs gibt oft Anlass zu häuslichem Gemecker, sie nadeln schnell, die Äste sind zu dünn für das, was die Familie hängen sehen will.  Kiefern duften, haben aber einen speziellen Wuchs.

Für Klimaschützer kommt nur die Bio-Öko-Tanne, am besten mit Greta-Siegel in Betracht.  Die bösen Plantagenbäume werden permanent gespritzt und gedüngt. Sie sind mit Naturland-, Bioland- oder Bio-Siegel versehen, naturnah produziert, und werden täglich gendergerecht begrüßt, bei Mondschein gewaltfrei betanzt.

Trendig ist der Plastikweihnachtsbaum, 12% der Haushalte haben einen. Er hat eine miese Ökobilanz, ist für 50 kg klimaschädliches CO2 verantwortlich.

Die Anbaufläche für die 25 Mio. Weihnachtsbäume beträgt fast die Größe des Landkreises Peine.  Pro ha binden die Bäume jährlich rd. 14 Tonnen CO2, 30 To. Staub, sie geben 10 To. Sauerstoff ab. Großartig, nicht wahr?

Man kann sie überall kaufen. Wir kaufen beim Bauern im Nordkreis, wo es auch Glühwein, Bratwurst, Posaunenchor und einen Stall mit Esel und Schafen gibt. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Verkauft man seinen Baum als Händler werden 7 % Umsatzsteuer fällig. 19 % werden für bereits geschmückte fällig.

Fichten aus dem Wald werden mit Steuern von 5,5 % belegt. Für den Plantagenbaum kommen gem. § 24, Absatz 1, Satz 1, Nr. 3  UstG  nur 10,7 % in Betracht. Wird der Baum, der mit 10,7 % Steuer belegt ist vom Erwerber weiterverkauft, werden 7% Steuern fällig. Privat verkauft werden 0% Steuer fällig! Alles klar?

Oh Tannenbaum!

Raue Nächte!

Haben Sie schön notiert, was Sie vom 24. 12. bis zum 6. 01. geträumt haben? Nein? Schade! Denn dann herrschen die so genannten 12 Raunächte, Nächte voller Ahnengedenken, Reinigungen, Weissagungen und Träume. Zumindest für die, die dran glauben.

Aber wir glauben ja auch, dass Jesus Geburt am 24.12. gewesen sein soll, dass Maria eine schwangere Jungfrau gewesen sei. Und wir glauben an Weihnachtsmann und Osterhasen, die regelmäßig zu den hohen christlichen Festtagen auftauchen und unsere Gesundheit durch Schokolade und andere Spezereien gefährden.

Warum also nicht die Raunächte genießen.

In der Nacht vom 24. auf den 25.12.  schauen wir emotionale Versteinerungen an; bitte die eigenen, und nicht des Partners! In der Nacht zum 26.12. geht’s um Freiheit und Reisen; nicht die nächste Kreuzfahrt, die Reise nach innen bitteschön! Nächtens zum 27.12. herrschen tiefe Gefühle der Selbstliebe, in der Nacht zum 28.12. wenden wir uns mit Liebe anderen Menschen zu. Bitte nicht als Aufforderung zum Fremdgehen verstehen! In der Nacht zum 29.12. heißt es, welche Freundschaften haben wir noch, haben wir überhaupt welche? Nächtens zum 30.12. geht’s um Reinigung und Loslassen. Nachts zum 31.12 bereitet sich Neues vor, wir machen einen großen Schritt nach vorn, es sei denn, wir stehen an einem Abgrund. Die Nacht zum 01.01. verleiht uns  Bärenkräfte, Bäume reißen wir wegen des Klimaschutzes aber nicht aus. Nachts zum 02.01. heißt es freudiges Annehmen. Die Nacht zum 03.01. bringt Gewissheit, ob wir richtig behandelt werden oder (emotional) feststecken. Nächtens zum 04.01. führt es ins Mystische, wir gehen Grundsätzlichem nach. Die Nacht zum 05.01. ist die der Weiblichkeit und Visionen, also top aktuell. Schließlich vollenden wir in Ganzheitlichkeit die Nacht zum 06.01. und haben es mal wieder geschafft.

Im Haus soll Ordnung herrschen, Frauen und Kinder dürfen im Dunkeln nicht auf die Straße. Wenn Sie Pech haben, verwandelt sich der Nachbar nämlich in dieser Zeit in einen Werwolf!

Auf keinen Fall dieser Tage draußen weiße Wäsche aufhängen, zack, wird man vom Sensenmann abgeholt!

Mit Mistel, Salbei, Beifuß, Lavendel, Holunder und Fichtenharz räuchern wir, gehen damit dreimal gegen den Uhrzeigersinn durch jeden Raum, füllen ihn mit lichtvoller Liebe! Wenn der Hauskater deswegen die Wohnung deswegen meidet, sein Problem! 

Was Sie jetzt träumen, schreiben Sie es unbedingt auf und merken sich es, das sind die Hinweise fürs neue Jahr. Horoskope sind nichts dagegen.

Ich verzichte gern auf Böller angesichts dieser reizvollen Raunächtefülle, sie sind aufregend genug!

Vorsätzliches!

Haben Sie einen Vorsatz für das neue Jahr?

Achtung: Gem. einem Sprichwort gilt: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“

Wer einen Vorsatz hat, nimmt sich bewusst etwas vor. Meisten geht es darum, ein Verhalten zu ändern, das man als schlecht empfindet. Früher legte man dazu Gelübde ab, heute ist das eher nicht üblich.

Gern wird zur Jahreswende über Vorsätze nachgedacht, z.B. mehr für die Gesundheit tun, abnehmen wollen, mehr Zeit für die Familie oder die Freundin ( gilt nicht für verheiratete Männer!!) haben, mehr trinken (Wasser natürlich), Keller ausmisten, weniger shoppen, jeden Tag lächeln, Freitags fürs Klima hüpfen und und und.

Je nach Inhalt und angestrebtem Erfolg kann ich Ihnen nur raten, im Einzelfall davon ab zu lassen. Wir leben in Zeiten, in denen unsereins nämlich schnell missverstanden werden kann.

Ich bin kein Jurist, aber was ich über den Vorsatz las, machte mich erschrocken:

Rechtlich beinhaltet z.B. der Vorsatz das Wissen und Wollen der Verwirklichung eines Tatbestandes, oder eines Erfolgs, im schlimmsten Fall eines Straftatbestandes oder einer Rechtsgutverletzung im Bewusstsein der Rechtswidrigkeit. Vorsatz ist demnach, wenn Sie sich im Klaren darüber sind, was Sie tun wollen, und wenn Sie dann auch dieses Handeln wollen. Rechtlich wird es bereits eng, wenn Sie nur einen tatbestandlichen Erfolg herbeiführen wollen, der Erfolg muss sich noch nicht mal einstellen.  Fehlt es Ihnen aber an Wissen, ob Ihr Handeln den Erfolg herbeiführt, kann der Vorwurf der Vorsätzlichkeit evtl. entfallen. Halten Sie den Taterfolg zumindest für möglich und nehmen Sie den Erfolg Ihres Handelns billigend in Kauf, liegt „nur“ ein bedingter Vorsatz vor.

Also wenn Sie der Gattin von ihrem restlichen Weihnachtsteller die letzten Dominosteine heimlich wegnehmen wollen, ist das zwar auch ein Vorsatz, wie beschrieben rechtlich relevant und bedenklich, außerdem schlecht für das Ziel, abnehmen zu wollen.

Unbedenklich ist es jedoch, wenn Sie mit der Realisierung eines Ravioli-Vorsatzes für eine Pastamaschine gedanklich schwanger gehen. Auch gibt es  den unbedenklichen Vorsatz für jeden passenden Mähdrescher, mit dem Sie für die Ernte Ihrer Bemühungen nichts falsch machen können, passend für jedes Früchtchen.

Um einen problemlosen Vorsatz handelt es sich auch bei einem Doppelblatt, dessen eine Hälfte auf die Innenseite des vorderen oder hinteren Buchdeckels geklebt wird und dessen andere Hälfte beweglich bleibt, dieser Vorsatz ist ebenfalls unbedenklich!

Mein Vorsatz für 2020 ist:

Ich muss gar nichts und werde nicht mehr trinken, aber auch nicht weniger. Punkt!