Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: ich wäre ein Modemuffel!

D.h., wenn meine Frau nicht wäre….

Meine alte speckige braune Lederjacke, ich habe sie geliebt!  Eines Tages war sie weg!
Weder meine Frau noch meine Mutter erinnern sich, wer sie entsorgt hat, ich jedenfalls war es nicht.

Ich bin weißhaarig und  trage, wie Lagerfeld,  einen Zopf.
Lagerfeld und mich trennten aber modisch Welten.

Gegenüber Leuten pflege ich gelegentlich zu sagen, dass ich modisch ein Affe war, als ich meine Frau kennenlernte, aber sie habe einen modisch-manierlichen Menschen aus mir gemacht.

Der Begriff Mode  ist schillernd.  Auf jeden Fall ist Mode schnelllebig und drückt den Zeitgeist aus oder was dagegensprechen soll.

Die Anti-Mode wird von den ‚Mode-Designenden“ rasch aufgegriffen und zum neuen Trend gemacht.

Also ist es doch irgendwie egal, was ich anziehe, oder?

Im Peiner Land bieten mir Kleidungsgeschäfte, zu Hause Modezeitschriften, das Fernsehen und das wachsame Auge meiner Gattin reichlich Hilfestellungen an, um mir mit modischen Bedürfnissen wie Anerkennung, Abwechslung und Individualität reichlich Ausdruck und Bedeutung zu verleihen.

„Schlichtheit und Charakter im Verein mit Grüner Sachlichkeit“, könnte mein Mode-Motto sein.

Will ich nachhaltig leben, sind Bio-Flachs, Bio-Baumwolle, Bio-Leinen oder Organic-Silk,  nicht von Kinderhand verarbeitet, ein wohltuendes Öko-Ruhekissen für den modebewussten Mann.

Mich juckt es manchmal, dem Modediktat meiner Umwelt zu entkommen, mit dem  „Anders-Reisen-Sakko“ für schlappe 249 €  kein Problem. Zurückgekommen kann ich mit dem „Geschichtenerzähler-Pullover“ ohne viel Worte meine Ruhe finden.

Nach der Gartenarbeit könnten „Bärenhunger-Socken“ klare Signale in die Küche geben, für anspruchsvollere Verpflegung bietet sich die „Trüffel Chino“ (eine Hose) an.

Alles was ich ständig brauche, könnte ich in eine „Wichtige-Dinge-Tasche“ stecken.

Auf keinen Fall laufe ich in Jogginghose rum, denn dann hätte ich laut Karl L., dem Großen, die Kontrolle über mein Leben verloren.

Damit wären etliche Mode-Eckpunkte eines „Nachhaltigen Lifestyles“ justiert.

Gern trage ich Hüte. Gehe ich ohne Hut durch die Innenstadt von Peine, grüßt mich niemand, da ich eher mit Hut bekannt bin, ich muss dann aber auch nicht zurückgrüßen.

Fragt mich meine Frau, ob ich nicht mal wieder neue Kleidung brauche, reagiere ich eher selten zu ihrer Zufriedenheit. Kleidungseinkäufe mit Frauen sind für mich stets Schwerstarbeit gewesen.

Kürzlich wagte ich mich eigeninitiativ mit ihr in ein Peiner Geschäft für Männermoden, zur großen Freude meiner Frau.