Mein Ochsenweg 11 (25.10.2015) 95 Km Radtour von Münster über Marl nach Bochum

Nach einem gemütlichen Ausruh- und Familientag in Münster mit Tochter, Schwiegersohn und Ehefrau , der u.a. durch ein opulentes Essen bei einem spanischen Restaurant gekrönt worden ist (Tapas bis zum Abwinken), geht es am Sonntag morgen gegen 09:00 Uhr durch die leere, bekannterweise hervorragend auf Biker eingerichtete  Stadt Münster bei Nieselregen in Richtung Süden…

Wie heißt es doch so schön: “…in Münster regnet es entweder, oder es läuten die Glocken…”, und ich bin ja so glücklich beides beim Abschied genießen zu können….

Nach einiger Zeit kreuzt meinen Weg die münstersche Aa, die im nordwestlichen Westfalen westlich von Münster in den Baumbergen entspringt und dann auf ca 30 km Münster durchfließt in  und Münster den  Aasee schenkt und speist. Bei Greven mündet sie  in die Ems.

MS AaAls damaliger Leiter der Unteren Wasserbehörde im Umweltamt Münster waren meine MitarbeiterInnen und ich für dieses Flüsschen und die vielen Bäche im Stadtgebiet verantwortlich, neben vielen anderen wasserwirtschaftlichen Belangen. U.a. mussten wir darauf achten ,dass der Dom wegen Übernutzung des Grundwassers nicht zusammenfiel und dass das Trinkwasser, dass zu einem großen Teil aus dem Dortmund-Ems-Kanal gewonnen wird i.O. war, der wegen seiner guten Wasserqualität (Gewässergüteklasse II) auch zu diesem Zweck genutzt wird und im Grunde genommen Flusswasser des Flusses Lippe enthält. In Münster Ebenso war drauf zu achten das der das Stadtgebiet (unterirdisch passierende) Kiessandzug vor Schadstoffen geschützt wurde, usw. , usw.  …

Es war eine gute Zeit und eine sehr schöne Aufgabe.

Auf Wiedersehn Münster!!!

Tschüss MS..und dann geht es weiter durch die sehr ordentliche, Kulissenlandschaft des Münsterlandes Richtung Süden…

Immer schön befeuchtet von oben…

endlos MSAuf dem Weg in Richtung Haltern fällt mir ein, dass ich diese Strecke schon als Jugendlicher geradelt bin, z.B. aus dem Ruhrgebiet nach Münster zum Karneval… das muss gut 45 Jahre her sein… hmmmmm

Seitwärts passieren stolze Höfe und bewirtschaftete Felder, Kilometer lang…

stolzer HofFeld..weiter geht es entlang schnurgerader Strassen, die erstaunlicherweise bisweilen kilometerlang unmerklich bergauf und dann wieder bergab verlaufen…

Um 12:30 Uhr erreiche ich dann bei km 35 den Kreis Recklinghausen, das “Vest” , in dem die Stadt Marl liegt, in der ich aufgewachsen bin (vom 7. Lebensjahr bis zum 18. Lebensjahr) … und in mir steigen erste Gefühle von Vertrautheit und Erinnerung auf…

Vest0 VestrunterIrgendwann geht’s dann in die Halterner Berge… und kurz nach der Kuppe dann herrlich bergab in die Innenstadt von Haltern auf schlappe 40m üNN.

Ich lasse mich gemütlich rollen und lande bei km 43 im Zentrum bei der Kirche St. Sixtus auf dem schönen Marktplatz, wo ich dann am Brunnen sitzend eine dreiviertel Stunde in der Sonne, die mich wärmt und trocknet, gemütlich Vesper-Pause mache…

PauseSo gestärkt geht es mit frischer Kraft in Richtung Marl…  wo ich  nach einer guten dreiviertel Stunde am Stadtrand ankomme…

Marl 1

In Marl selbst tauchen nach und nach die mir altvertrauten Gegebenheiten auf…

so eine Zeche, die wohl noch in Betrieb ist…

AV…dann das schon damals architektonisch hypermoderne Rathaus mit Grimme-Institut, das ich als Schüler während der Filmpräsentationen besuchte…

Marler Rathaus..mein Albert-Schweitzer Gymnasium…, wo ich als knapp 18-jähriger Abitur gemacht habe…ASG Marl

..meine Grundschule, in die ich als 7-jähriger aus Kaiserslautern kommend eingeschult worden war…

Grundschule..und dann bei km 62 das Wohnhaus, in das meine Eltern mit uns vier Kindern aus Kaiserslautern kommend zogen, und in dem ich meine Kindheit und Jugend verlebte. In dem Haus wohnten 10 Familien, davon vier Familie mit insgesamt 13 Kindern…für Spielkameraden war seinerzeit gesorgt…

DrBrüllEin Blick auf die Türschilder zeigt mir, dass hier niemand mehr wohnt, den ich kenne…

Dennoch froh, diese Stationen besucht zu haben, fahre ich weiter zu meinem Tagesziel, nach Bochum…

Von Marl aus geht es über Herten, und Herne weiter…

In Herne kreuzt mein Weg den eigentlichen “Arbeits-Fluss” des Ruhrgebietes, das an seinen Rändern von Lippe und Ruhr, in der Mitte von der Emscher durchflossen wird.

EmscherbeiHerneDer Ruhr wiesen die Altväter des “Ruhrgebietes” die Aufgabe der Trinkwasserversorgung, der Lippe die Aufgabe der Brauchwasserversorgung (Kühlwasser) und die Emscher verurteilten sie zur Industriekloake, traurig traurig…

Die Emscher leitet ausschliesslich Schmutzwasser aus Gewerbe, Industrie und Haushalten ab und fliesst in Duisburg, kurz vor der Rheineinmündung, in Gänze in eine riesige Flusskläranlage hinein und kommt halbwegs gereinigt wieder heraus…

Weiter geht es mehrfach von ca. 45 m üNN auf ca. 100 m üNN durchs Ruhgebiet und am Ende komme ich bei km 97 gegen 16 Uhr nach brutto 7 Stunden Reisezeit und netto rd 5 Stunden Fahrzeit in Bochum an meinem Ziel an, wo mich meine Schwägerin, mein Bruder und sein Sohn mich empfangen und reichlich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen.

Abends geht es noch kurz ins “Bermuda-Dreieck”, einem angesagten Stadt-Viertel, aber dann auch reichlich müde ins Bett, dass sich als stählernes Hochbett herausstellt,…

…eher für sportliche Burschen -als für müde alte Knaben- ein Kletter-Leckerbissen…

 

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