Mein Ochsenweg 12 (26.10.2015) 85 Km Radtour von Bochum über Duisburg nach Düsseldorf und dann (27.10.2015) per Bahn und Reststrecke nach Hause (20 km)

Ruhr-GebietDas Ruhrgebiet, der “Ruhrpott”; hier bin ich aufgewachsen, und ich fühle mich jetzt -nach vielen Jahren- immer noch irgendwie zu Hause hier.

Hier wohnen rd.  5 Millionen Menschen auf einer Fläche von fast 4.500 qkm, zweimal so groß wie das Saarland,  und wenn man das Metropol-Umland hinzu zählt, fast zehn Millionen Menschen auf 7.000 qkm, mehr als in ganz Niedersachsen.

Den Namen hat der “Ruhr”Pott von der am südlichen Rand verlaufenden Ruhr.  Die großen Städte entwickelten sich bereits im Mittelalter entlang des westfälischen Hellwegs (Hell kommt von Salz),  durch die  Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert wuchs der Raum zu seiner Größe zu einem so genannten polyzentrischem Verdichtungsraum auf und war als “Schmelztiegel der Nationen” infolge der aus ganz Europa zuströmenden Arbeitskräfte ein nationaler Anziehungspunkt und stehender Begriff.

Irgendwo verspürt man auch heute noch die Aufgeschlossenheit und Lockerheit gegenüber anderen Kulturen und Menschen mit Wanderungsgeschichte. Ich fühle mich deshalb hier besonders wohl.

Die Bundesstraße B1 verläuft mitten durch das Ruhrgebiet, übrigens auch durch meine jetzige Wohnregion,  und ist eine über 2.000 Jahre alte Handelsstrasse, von der niederländischen Grenze bei Aachen im Westen bis zur polnischen Grenze in Küstrin-Kietz an der Oder im Osten.

RuhralleeDie B1, der Hellweg, bzw.  die Via Regia folgt einer uralten Handelsroute, die von der belgischen Nordseeküste beim früheren Hafen Brügge bis in die russische Stadt Nowgorod führte. Auf dieser Route wurde schon vor 2000 Jahren Handel getrieben. Ptolemäus (100–175) erwähnt die Straße schon als eine alte Heer- und Handelsstraße. Salz und Ackerbauprodukte bestimmten den Verlauf der Straße ( „Hellweg“, „Handelsweg“ oder „Salzhandelsweg“).

 

Meine letzte Strecke beginnt um 9:00 Uhr, nach einem herrlichen Frühstück bei der Familie meines Bruders, und führt mich bei schönstem Sonnenschein und bestem Wetter nach Westen, größtenteils auf am Hellweg entlang.

Unterwegs realisiere ich, dass ich auch auf einem Pilgerweg unterwegs bin….

PilgerwegDurch das Ruhrgebiet zu fahren, heißt durch eine einzige urbane Situation zu reisen, man merkt es nicht, wann die eine Stadt aufhört und die nächste anfängt.

Im Ruhrgebiet wurde früher “Kohle gemacht”, die entlang der Ruhr an der Oberfläche in Form vieler ”Flöze” ausstreicht und sich nach Norden absenkt. In Höhe der Lippe liegen die Flöze in einer Tiefe von 600 bis 800 Meter, ihre Mächtigkeit liegt durchschnittlich bei ein bis drei Meter. Von ihnen waren und sind allerdings nur ca. 70–80 Flöze abbauwürdig.

Am Nordrand, so bei  Marl, liegt die Kohle etwa 1500 Meter tief, da war ich ja gerade am Vortag.

Ansonsten ist das Ruhrgebiet mehr als bekannt durch seine Industriegeschichte, seine industrielle Bedeutung im Bereich der Montanindustrie, aber auch durch seinen mehr oder weniger gelungenen Strukturwandel und seine an kulturelle Vielfalt, nicht zu vergessen, den “Kumpel” und den “Taubenvatta”.

Ich passiere das Ruhrgebiet relativ zügig und erreiche nach gut 2 1/2 Stunden Reisezeit bei km 50 den Rhein, wo ich mir eine Pause in herrlicher Lage an den Ufern dieses mächtigen Stromes gönne.

RheinpauseIch werde weiterhin durch bestes Wetter und gute Radwege verwöhnt.

Gegen Mittag erreiche ich Duisburg-Rheinhausen, meine Zwischenstation von heute, wo der leider viel zu kurze Besuch meiner beiden kleinen süßen Enkelchen Marek (2) und Milan (1) mit ihrer Mutter ansteht.

Dui Rheinhausen

Und schon geht es weiter, denn ich will noch vor Einbruch der Dämmerung Düsseldorf erreichen, wo abends eine kleine bescheidene Geburtstagsfeier mit meinem Sohn ansteht.

Wiederum überquere ich den Rhein, auf eine beeindruckenden Stahlbrücke, die mich als Ingenieur allein schon wegen Ihrer Konstruktion in den Bann schlägt.

Stahlbrücke DUI

 

Es wird Abend und ich halte noch einmal bei km 75 inne und genieße einen Augenblick der Ruhe und schaue dem verlöschenden Abendlicht nach.

abend

Endlich, gegen nach fast 10 Stunden Reisezeit, bzw. rd 5 Stunden reiner Fahrzeit und bei km 85 komme ich im mitten in einem dunklen Wald an der Herberge an, wo ich nach kurzer Erfrischung im Kreise meiner Familie mit meinem Sohn seinen Geburtstag feiere.

Nun ist meine Radreise schon fast zu Ende….

Am nächsten Tag geht es 9 km durch das sonnige Düsseldorf  …

rather broichzum Bahnhof…

DüHabfDüHbf2

und von dort im IC Klasse 1 (man gönnt sich ja sonst nichts) ….

DüHbf3

… inkl Fahrrad

IC 1920

…nach Hause

Menno, wann geht die nächste Radreise an!!!!!

 

 

…FORTSÄTZUNG FOLGT:::

 

 

 

 

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