Pontifex maximus Peinensis!

Während meines Studiums des Bauingenieurwesens an der TU München und danach faszinierten mich stets Holzbau und Stahlbau und deren Anwendung im Brückenbau.

Besonders interessierten mich altertümliche Bogenbrücken, die als reine Druckbögen gebaut sind. Deren Bogenkurve gleicht einer Kettenkurve, entsprechend dem Durchhang einer an ihren Enden aufgehängten Kette. Mathematisch ist das der Cosinus Hyperbolicus (cosh). Dies Prinzip setzte z.B. Antoni Gaudí  bei der “Sagrada Família“ in Barcelona ein.

Unsere Vorfahren  konnten Brücken auch ohne den “cosh“ bauen.

Brücken verbinden Menschen, Siedlungen, Regionen, Länder. Sie sind aufgeständert, abgehängt oder freischwebend konstruiert. Es gibt Verbindungen über die Brücke und unter der Brücke durch.

Man kennt Balkenbrücken, Fachwerkbrücken, Bogenbrücken, Hängebrücken, Klappbrücken, Drehbrücken und Schrägseilbrücken usw. .

Gerade schauen meine Frau und ich „Die Brücke – Transit in den Tod“, eine mehrteilige dänisch-schwedisch-deutsche Krimireihe, sie handelt von Verbrechen.

Zahnärzte stellen Implantate und Kronen her, und auch Brücken, die fehlende Zähne ersetzen. Zahnärzte sind also Bauingenieur-Kollegen.

Meine Zahnbrücke gab vor einiger Zeit den Geist auf, das Schicksal mancher Brücke, moderner Ersatz muss in solchen Fällen her.

Als Lateinschüler lernte ich den Begriff „Pontifex“ kennen, was Brückenbauer heißt. Der „Pontifex Maximus“ war der Häuptling der römischen Priesterkaste, er wohnte in der “Regio“ auf dem “Forum Romanum“. Papst „Leo der Große“ (440 bis 461 n.Chr.) nahm den Titel für sich in Anspruch, nachdem er davor sehr lange nicht mehr gebräuchlich war. Alle folgenden Päpste nutzten diesen Titel auch.

Im „Regio“ des „Forum Peinensis“ obwaltet wohl auch ein Pontifex Maximus. Die in die Jahre gekommene Hertha-Peters-Bongossi-Holzbrücke hat es ihm angetan. Ersatz oder Reparatur muss her.

Glücklicherweise hat diese Schrägseilbrücke nichts mit Verbrechen zu tun.

Gemäß einem alten Hit muss man „Über sieben Brücken gehen“, um Asche oder heller Schein zu werden. 1978 von der DDR-Rockband Karat kreiert, handelt der Hit vom Scheitern einer Liebesgeschichte.

Die Zahl „Sieben“ spielt bei der Peiner Hertha-Peters-Brücke auch eine Rolle.

Der Pontifex Maximus Peinensis  hat den Zustand der desolaten Bongossiholz-Brücke siebenmal genau und teuer angeschaut, einmal hätte gereicht.

Die Bürger Peines fragen sich, ob hierbei Asche oder heller Schein vorherrscht und ob es noch eine Liebesgeschichte werden kann.

Mit oder ohne „“cosh“, eine neue Brücke soll her, vielleicht im Stahlstandort mal aus Stahl?