Mein Ochsenweg 14 (27.06.2016) ca. 85 km Radtour die Ruhr hinauf von Dortmund nach Arnsberg

Am Montag, dem 27.0.2016, geht es dann wirklich los….

Die Route schmiegt sich -abgesehen von meinen drei speziellen Zielpunkten- an den Lauf der Ruhr an und ist daher, was die Höhenmeter betrifft, sehr schön gleichmäßig und schaffbar… steigend!

Das Navi führt mich aus dem Zentrum von Dortmund heraus, auf wundersamen Wegen in den Süden Dortmunds, aber abseits der stark frequentierten Stadtstraßen.

Mein Plan ist, neben dem ehemaligen Haus meiner Schwiegereltern in D-Brackel, ehemalige Wohnungen in Schüren und Holzwickede zu besuchen und dann entlang der Ruhr nach Arnsberg  zu radeln.

Ja, und das klappt auch ganz prima, auf das Navi ist Verlass, und so sehe ich noch einmal zwei wichtige Stellen, wo ich in meinem Leben gewohnt habe, was ja letztendlich Ziel und Grund meiner Deutschlandtour ist:

    

Das Haus, in Dortmund-Schüren, in dem ich nach dem Studium meine erste eigne Wohnung hatte:

Der Weg führt nach ca. 45 km vorbei am hübschen Rathaus in Holzwickede:

Der Weg führt dann durch Holzwickede, Opherdicke, wo meine Familie für sehr kurze Zeit eine Mietwohnung mit nervigen Vermietern bewohnte. Hier kam (im Unnaer Krankenhaus) auch unsere erste Tochter zur Welt.

Holzwickede hinter mir lassend, eröffnet sich der Blick auf die vor mir liegende schöne hügelige Landschaft des Hochsauerlandkreises, durch die ich die Ruhr stromaufwärts nach Arnsberg radeln will.

Der Hochsauerlandkreis ist ein Landkreis im Südosten von Nordrhein-Westfalen, in dem ca. 210.ooo Einwohner leben. Der Kreis wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen. Beide Flüsse kenne ich noch aus meiner Jungingenieurszeit recht gut, da ich dort einige Wasserbauprojekte realisiert habe. Die höchste Erhebung des Hochsauerlandkreises ist der Langenberg mit 843,2 m ü. NN, der niedrigste Punkt ist an der Ruhr in Arnsberg-Voßwinkel mit 146 m ü. NN. Der Hochsauerlandkreis hat  viele schutzwürdige Gebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren, z. B. den Schwarzstorch, den Uhu, Raubwürger und das Braunkehlchen. Es gibt im Hochsauerlandkreis insgesamt 177 Naturschutzgebiete.

Ein guter Grund, hier zu radeln.

Und weiter geht es auf gut beschilderten Wegen Richtung Ardey / Fröndenberg, wo ich dann meine erste schöne Pause nach 55 km mache und mir in einem süssen italienischen Café ein leckres Eis gönne!

In Fröndenberg ist auch eine tolle Firma ansässig: Die deutsche Tochtergesellschaft von ARTEMIDE, die 1986 in Düsseldorf gegründet worden war. Die Gesellschaft wird derzeit von Herrn Prof. Ing. Ernesto Gismondi, dem Inhaber der gesamten Unternehmensgruppe geführt.

Ich komme um eine Ecke und da ist diese Firma, deren Beleuchtungsartikel ich schon lange bewundere und auch besitze ….

Und dann geht es endlich in das schöne Ruhrtal…

   

Bald treffe ich auf das erste Schild des Ruhrtal-Radwanderweges:

Entlang dieser wunderbaren Landschaft führt mich der Weg stromaufwärts…

Mal links der Ruhr, mal rechts, dabei geht es über spannende Brücken…

  

Als “gelernter Wasserbauer” erfreue ich mich an dem hohen naturnahen Grad der Aue…

und mache gern um halb vier nachmittags eine letzte Pause, nachdem ca. 75 km hinter mir und noch ca. 25 km vor mir bis zum Tagesziel liegen…

Die letzten Streckenkilometer ziehen sich hin, und kurz vor Arnsberg fängt es ordentlich an zu regnen… hinzu kommt, dass ich durch die Stadt hindurch muss, um zur Unterkunft zu gelangen, und leider leider stellt sich eine richtig anstrengende Anhöhe zwischen mich und das Ziel..

Von Arnsberg selbst habe ich wenig mitbekommen, daher gehe ich auf diese Stadt nicht weiter ein. Erwähnt sei lediglich, dass Arnsberg  große kreisangehörige Stadt im Sauerland im Land Nordrhein-Westfalen ist und Sitz des Regierungsbezirks Arnsberg. Die Stadt selbst ist 1975 im Zuge einer kommunalen Neugliederung aus der Zusammenlegung von Neheim-Hüsten, Arnsberg und 13 weiteren Ortschaften zu ihrer jetzigen Form gefügt worden. In Arnsberg wohnen ca. 74.000 Einwohner.

Die letzten Meter bis zur Kuppe muss ich schieben, denn mittlerweile bin ich erschöpft, durchnässt und habe reichlich Hunger…. Oben angekommen, schnaufe ich erst einmal gründlich aus… und verstehe nicht, warum die Tourempfehlung meines Navi unbedingt über diesen Huckel führen musste….

Das schöne an den natürlichen Erhebungen ist, dass man nach der anstrengende Auffahrt mit raschem Tempo das Rad nach unten laufen lassen kann und so komme ich dann eine knappe Viertelstunde später, bei Tageskilometer 100 km, am Tagesziel an, dem Gasthof “Dicke”, im Orsteil Arnsberg-Oeventrop:

Durchnässt komme ich an, im Inneren der Gaststube werde ich freundlich und mit typischem Sauerland-Akzent von der älteren Gastwirtin empfangen, die mir gleich mitteilt, dass ich bei ihr nichts mehr zu essen bekomme. Dann führt sie mich zu meinem Zimmer und weist mich entsprechend ein und verschwindet…

Ich bin allein im Gasthof… naja…

Da es spät ist, sind alle Läden geschlossen… ach, da fällt mir ein, dass ich gerade eben bei einem REWE vorbeigefahren bin. Flugs die Packtaschen ausgeleert, nochmal auf den Drahtesel geschwungen und ab geht es zum Discounter, der glücklicherweise noch geöffnet hat ( es ist halb zehn !!),…

Ein wunderbarer ganz neuer REWE Markt, mit allem, was das Herz und den Magen eines müden, nassen Bikers erfreut….

Ich decke mich mit leckeren Speisen und Getränken ein und trudele zufrieden im Gasthof ein, wo ich mich nach einer heißen Dusche völlig zufrieden einem sensationellen Abendmahl und dann wunderbarem Schlaf hingebe, während draussen der Regen an die Fenster prasselt.

Da das Zimmer einen überraschenden maritimen Charakter hat, passt das mit dem vielen Wasser draussen irgendwie….

 

Hoch oben an der Decke hängt ein Netz, über dessen Aufgabe hier, seine Form und Schönheit ich -im Bett liegend- angeregt nachdenke und dabei in tiefen Schlummer davonschwimme, während draussen eine Dorfkapelle Marschmusikweisen einübt…

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