Friedrich der Große soll 1757 bei der Niederlage in der Schlacht  zwischen Österreich und Preußen im böhmischen Kolín (heute Tschechien) seinen fliehenden Soldaten voller Zorn nachgerufen haben „ Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?“  Verständlich, dass Soldaten flohen, zumal bei dieser Schlacht 22.000 der fast 90.000 beteiligten Soldaten ihr Leben ließen oder verwundet wurden.

Nun, lange leben und älter werden wollen wohl nahezu alle Menschen, nur mit dem alt sein, ist das so eine Sache.

Meine 87-jährige Mutter zitiert gerne den Titel eines Buches von Joachim Fuchsberger, „ Altwerden ist nichts für Feiglinge“, wenn es ihr mal nicht so gut geht.  Sie wohnt leider weit vom Peiner Land entfernt.

Durch meine Pensionierung bin ich auch im Club der Senioren angekommen und kann momentan  nicht klagen, eher im Gegenteil. Aber das wird nicht so bleiben.

Kennen Sie Ogimi? Dieser Ort in Japan mit rd. 3.100 Einwohnern hält einen Weltrekord, dort leben mit 14,2% der gesamten Einwohnerschaft prozentual die meisten alten gesunden Menschen, die über 80 Jahre alt sind. Japan hat weltweit mit 28% den höchsten Anteil an Menschen über 64 Jahren und weltweit die höchste Lebenserwartung. In Ogimi ist die Quote am höchsten.

Im Peiner Land sind von den rd. 133.368 Einwohnern (Stand 01.07.2017; LNS) nur 22,5 % über 64 Jahre alt und 6,3 % über 80 Jahre alt.

Mein erster Gedanke war, auf nach Ogimi, aber ich kann kein japanisch.

Ogimi liegt in Japans südlichster Präfektur Okinawa.  Ich wohne im Nordkreis, also auf in den Südkreis? Bringt auch nichts!

Angeblich sind nur 25% der Gene für ein langes Leben maßgeblich. Die Zauberformel für den Rest lautet: Gemeinschaft, Bewegung, Stressabbau und maßvolle Ernährung.  Sozial und gesellschaftlich engagieren, ein guter Familienverband, Freunde und Bekannte, mäßige, aber regelmäßige körperliche Aktivitäten, eine gute Ernährung, fettarm, kalorienarm, pflanzenbasiert, viel Ballaststoffe, mäßig Alkohol. Die gute Essensregel lautet in Japan „Hara hachi bu“, d.h. den Magen nur 80% füllen, aufhören zu essen, bevor man sich satt fühlt.

In Japan ist es nicht unschicklich, „die Jahre des Sonnenunterganges“ nutzbringend für die Gesellschaft zu gestalten. Gerne genießt man dort auch gemeinsam ein Bad, die Ruhe oder „Waldbaden“.

Den Moment würdigen, Achtsamkeit pflegen, eigenes Verhalten steuern,  ohne andere zu beeinträchtigen, diese japanische Tugenden zu erlernen lohnt sich, ist sozial verträglich, lebensverlängernd und wahrscheinlich auch klimaschonend.

Bis auf „Hara hachi bu“ und Rotweingenuß bin ich gefühlt nah dran, aber was mach‘ ich während des Freischießens?