Mein Ochsenweg 25 (03.08.2017) ca. 70 km Radtour von Rostock über Diekhof nach Krakow am See

Unser Start beginnt in Rostock, der alt ehrwürdigen Hansestadt an der Warnow.

Mit Rostock verbindet mich sehr viel.  Als Jugendlicher und Student verbrachte ich  hier oft zu Zeiten der zwei deutschen Staaten (BRD und DDR) meine Ferien bei meiner Oma (genannt Oma-Rostock) und bei meiner Tante mit ihrer Familie, bestehend aus ihr, meinem Onkel und zwei Cousinen. Ich der “Westler” genoss eitel die “Bewunderung” meiner Verwandten in der “SBZ”, nicht ahnend, dass mich meine Tante als Vollstreckerin der StaSi  gezielt ausspionierte und zu einem Spitzel der StaSi machen wollte. Davon habe ich erst viele Jahre später erfahren, und das ist eine andere Geschichte. Diese Geschichte steht in “meiner” StaSi-Akte, auf über 100 Seiten.

Ich habe gleichwohl sehr schöne Erinnerungen an die Zeit, als ich mit meinem Onkel, der ein schönes Segelschiff auf der Warnow führte, und meinen Cousinen auf der Warnow bis Warnemünde hin und wieder zurück schipperte.

In Rostock fühlte und fühle ich mich jederzeit irgendwie zu Hause, auch weil die Menschen dort die Art und Weise der Aussprache pflegen, die meine Mutter pflegt, die “breite und weiche”  Dialektform des meckenburgisch-vorpommerschen Dialektes.

Auch wenn die Modernität in Mobilität, Architektur und Konsumverhalten sichtbar Einzug in Rostock gehalten hat, gibt es doch vieles, was eigenständig und Stadtbild prägend erhalten geblieben ist.

(Bild: Quelle Wikipedia “Rostock”)

Seit 1990 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.

Rostock ist d i e norddeutsche kreisfreie Groß-, Universitäts- und Hansestadt an der Ostsee.

Als Mitglied der Hanse blühte die Stadt durch den Freihandel auf. Viele Baudenkmale als wertvolle Werke der Backsteingotik in Rostock zeugen von der geschichtlichen Entwicklung der Stadt.

Die Hansestadt war stets das urbane Zentrum Mecklenburgs. Sie verfügt heute über rd. 206.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist kulturell und wirtschaftlich sehr bedeutende Stadt des südlichen Ostseeraumes. Dies durch ihre Lage am Meer, den Hafen, und die Universität, die Hochschule für Musik und Theater, die private Fachhochschule des Mittelstands und viele moderne Forschungseinrichtungen .

Der für den Fährverkehr und Güterumschlag bedeutende Rostocker Hafen sowie der größte deutsche Kreuzfahrthafen in Warnemünde liegen im Stadtgebiet. Der südlich der Stadt gelegene Flughafen Rostock-Laage ist als Zubringer für Kreuzfahrten sowie für Urlaubs- und Geschäftsflüge von überregionaler Bedeutung. Bedeutend für das Rostocker Land ist die Kreuzfahrt geworden: Mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffs „Balmoral“ am 12. Oktober 2017 an Liegeplatz P7 in Warnemünde endete die besucherstärkste Kreuzfahrtsaison in Rostocks Ostseebad. Insgesamt sind bei 190 Schiffsanläufen in im Jahr 2017 ca.  892.000 Seereisende an und von Bord der Urlauberschiffe gegangen. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises schickte 2017 mit „AIDAdiva“ und „AIDAmar“ wieder zwei Schiffe vom Basishafen Warnemünde 40 Mal auf Ostseekreuzfahrt. in 2017 hatten 24 internationale Reedereien den Ostseehafen an der Warnow in ihre Reiseplanungen aufgenommen.

Im Rostocker Bereich herrschen Spitzentechnologien vor, wie z.B. Biotechnologie, Informationstechnologie und Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffbau und Schifffahrt, Maschinenbau, der Tourismus, der Dienstleistungssektor, die Kultur- und Kreativwirtschaft und die Universität samt der Universitätsmedizin als größte Arbeitgeber der Stadt.

Während der Umbruchszeit vor der Wende waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung von Pastor Joachim Gauck versammelten, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.

Nun gut, das soll es sein…

Wir sind in einem modernen Hotel untergebracht, das wir am Vortage ( 02.08.2017) bei noch trockener Witterung erreicht haben. Nach dem üblichen Stärkungstrunk mit Rostocker Gerstensaft und Erfrischung im Zimmer haben wir nach unserer Ankunft zu Fuß auf in die Innenstadt aufgemacht, wo wir nach einem Restaurant gesucht haben. Das haben wir auch gefunden und uns bei Speis und Trank auf das köstlichste gestärkt. Müde und zufrieden ist es dann in die Koje gegangen!

Am nächsten Morgen verheißt uns der Blick aus dem Fenster nichts Gutes: es regnet…

Nach einem herzhaften Frühstück packen wir die Räder und starten, zunächst geht es in Rostock an diverse Teilziele, die Besuchsorten in meiner Jugend entsprechen, u.a. an den Ulmenmarkt. Meine Mutter hatte mir vorgeschlagen noch nach Dierkow zu fahren, wo sie ihre Kindheit verlebt hatte, aber das realisieren wir nicht, denn der Regen setzt uns bereits jetzt schon ordentlich zu.

Unser Fernziel und Tagesziel heißt Krakow am See, und das will geschafft werden. Vorher fahren wir auf meinen Wunsch noch nach Diekhof, dem Dorf, in dem ich vor 64 Jahren geboren wurde. Angeblich lag zwei Meter Schnee und mein Vater ging durch den Schnee zur Hebamme, die mich dann als Hausgeburt zur Welt holte. Als Unterlage soll meiner Mutter bei der Geburt ein mit einer Decke umhüllte Tür gedient haben.

Wir radeln auf guten Radwegen durch Rostock Richtung Süden, vor uns liegt in 35 km Entfernung Diekhof.  Wir fahren gemächlich bei unterschiedlicher Witterung durch den Rostocker Landkreis, der sich uns mit seiner besonderen Landschaft vor allem mit gelegentlichem Gegenwind und reichlich Regengüssen  nachhaltig mitteilt und einprägt.

Gegen Mittag kommen wir auf Schleichwegen am “Wiesengrund” in Alt-Diekhof an, ich sehe ein Haus, dass meinem Geburtshaus ähnelt und will mich dem Haus nähern. Jedoch ist niemand anzutreffen und ein wütender Bello hat erheblich etwas gegen meine Gegenwart.

 

Nun, wir steigen wieder auf unsere Drahtesel und radeln weiter durch Wind und Wetter Richtung Süden. Weder der Regen noch der Wind lassen davon ab, uns nachdrücklich zu begleiten, was nicht nur an unseren Kräften sondern auch an unserer Motivation arbeitet.

Am Ende kommen wir nach insgesamt gut 70 km am Nachmittag gegen 16:30 Uhr in Krakow am See an, erschöpft aber zufrieden, denn uns erwartet unser Hotel, und zusätzlich ein aufgeklarter Himmel, so dass wir abends noch draußen ein  Mahl (russische Küche!!) einnehmen können, bevor wir uns müde in unsere Zimmer begeben.

Ich will noch verraten, dass ich mich an einer leckren Soljanka gelabt und gestärkt habe.

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