Das bisschen Haushalt!

Wer kennt noch den Schlager „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann…“, den Johanna von Koczian 1977 erfolgreich in den Charts platzierte. Fraglich, ob sie heutzutage damit auch so erfolgreich wäre.

Im Haushalt gibt es eine große Menge wichtiger, nützlicher aber gleichwohl zeitraubender Aktivitäten zu erledigen.

Meinungsforschungsinstitute weisen aktuell im deutschen Haushalt noch immer traditionelle Rollen nach: die Frau ist für den Haushalt zuständig, der Mann unterstützt sie.

Frauen in Deutschland sind heute häufiger berufstätig als früher und müssen zusätzlich noch Hausarbeit erledigen. In Schweden und Dänemark sieht es gerechter aus, in Österreich, Italien, Griechenland und Ungarn herrscht noch der von Männern bevorzugte „Urzustand.

Eine ungerechte Verteilung der Hausarbeit kann zur Belastung für die Partnerschaft werden, wenn sich z.B. das Gefühl der Frauen durch andauernde Benachteiligung verfestigt.

Grund genug, selbst nachzuprüfen, wie es aktuell mit der Verteilung der Hausarbeit bei meiner Frau und mir aussieht.

Was macht ein pensionierter Ingenieur zuerst? Richtig: er legt eine EXCEL-Tabelle an. In ihr sind anfallende Hausarbeitsaufgaben, ihr Zeitanteil und der jeweilige prozentuale Anteil gelistet, der dem weiblichen „Hausvorstand“ oder dem männlichen „Helfer“ zuzuordnen ist.

Zur Hausarbeit zählen u.a. die Familienbetreuung, Arbeiten zur Ordnung und zur Erhaltung des Haushalts, des zur Lebensführung benötigten Inventars, der Gerätschaften, der Kleidung, und die Vorbereitung, Zubereitung und Nachbereitung von Mahlzeiten. Des Weiteren gehören die Alltagsbürokratie, wie z.B. Haushaltsplanung, Haushaltsbuchführung, Angelegenheiten der Heilfürsorge, Finanzen, Steuer, Versicherungen  dazu, nicht zuletzt auch Renovierungen, Reparaturen, Instandhaltung, Wartung von Gegenständen, Geräten, Fahrrädern, Auto, Maschinen, usw. .

Meine Frau und ich kommen gemeinsam auf ca. unglaubliche 3.000 Jahresstunden Hausarbeit, 55 % werden von meiner Frau erledigt, die restlichen 45% durch mich. Immerhin!

Die Differenz gilt es auch noch wett zu machen. Aber: es gibt noch dunkle Wissenskammern für mich:

Jüngst suchte ich nach Reinigungs-Tabs für die Geschirrspülmaschine, der Vorratsbehälter für die Tabs war leer. Die Suche nach Ersatz im Hause brach ich irgendwann ab, radelte zum Discounter, kaufte Ersatz. Später erkundigte ich mich bei der Gattin, wo denn „üblicherweise“ die Vorratsbehälter für Tabs aufbewahrt werden. Ich erhielt die Antwort: „Die liegen doch immer neben dem Knäckebrot im Vorratsraum!“

Woher soll Mann das wissen!