Obacht Flaneure: Die Kraft des Pflasters!

Beliebt ist es für unsereins, sich in die Kreisstadt zu begeben, um dort genüsslich zu flanieren, im Café beim Italiener verweilen, zu Markte zu gehen oder in den vielfältigen Läden und Geschäften nach Herzenslust zu shoppen.

Dabei sind zwangsläufig Wege und Straßen zu nutzen.

Im Mittelalter musste sich das kauflustige Publikum zu diesem Zwecke über eher weniger oder gar nicht befestigte Wege und Straßen bewegen. Holzschuhe waren sehr nützlich. Es war für Fußgänger empfehlenswert, sich abends „heimleuchten“ zu lassen. Ebenso galt es Obacht zu haben, um nicht in tiefen, grundlosen Dreck auszugleiten oder plötzlich zu stolpern, und dann mitten in stinkendem Straßenkot zu landen.

Heutzutage bieten die städtischen Einkaufszeilen erfreulicherweise saubere befestigte Wegflächen in den unterschiedlichsten Ausbauvariationen an.  Im Angebot sind u.a. Betonplatten, Asphaltbelag, Kunststein- oder Naturstein.

Hier geht es jetzt einmal um einen schön gepflasterten Weg, der vom denkmalgeschützten Burgberg zur Innenstadt führt, ordentlich hergestellt, gut anzusehen und -da befestigt- bei jeder Witterung gut begehbar. Sollte man jedenfalls meinen.

Wer diesen Weg beschreitet, dem mag es passieren, dass der Blick gedankenverloren auf die Fugen der Steine fällt und deren Verlauf folgt, wie eine Minilok ihren Gleisen. Ab und zu mag der dahinfließende Blick jedoch jäh gestoppt werden, denn in den Fugen hat sich an einzelnen, prägnanten Stellen manches verfangen.

Werden optische und praktische Analysen durchgeführt, können in den allermeisten Fällen sowohl prähistorische Funde als auch neolithische Artefakte ausgeschlossen werden. Dies, obwohl es sich in diesem Bereich laut städtischen und ministeriellen gutachtlichen Befunden um ein äußerst denkmalwürdiges Areal handeln soll.

Vor allem Frauen würden sofort den vereinsamten (Mini)Absatz eines Damenschuhes identifizieren, der der zupackenden Kraft des kleinformatigen und fugenreichen Pflasters nicht widerstehen konnte.

In Expertinnenkreisen ist das Problem bekannt, und es mangelt in Wort, Bild und Schrift nicht an Lösungsvorschlägen, wie dem Problem beizukommen wäre: Trippelschritte auf Zehenspitzen, Korkabsätze , Stöckelstulpen, Keilabsätze.

Hier haben männliche Fußgänger offensichtlich einen leichten Vorteil gegenüber weiblichen, es sei denn sie tragen auch high-heels.

Oder haben die -vermutlich männlichen- Pflasterer hier eine hinterhältige Methode entwickelt, Frauen vom Shoppen durch die Kunst der Fuge abzuhalten?

Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt!