Der Glückshase!

Er ist wieder da, der Glückshase, bzw. der Schmunzelhase.

Ich habe ihn schon vor Wochen massenhaft im Discounter entdeckt, zu Hunderten macht er sich seitdem in den Läden breit.

Die Regale für Klorollen und Mehl sind dort leer, aber der Schmunzelhase grinst einen noch hundertfach in seiner ganzen schokoladenen Banalität und Unverfrorenheit an.

Denn er weiß, eins ist sicher, Ostern kommt.

Früher kannte unsereins noch den schokoladenen goldenen Osterhasen, aber der ist der ‚Political Correctnes‘ gewichen und hat seinem  lila-farbenen Kollegen weithin das Feld überlassen.

Bis 1984 war sein Fell eben noch goldfarben, dann wurden aber nicht nur Ostereier gefärbt, sondern auch das Fell.

Es ging ihm wie dem echten Glückshasen aus dem Film „Ohne Pardon“ mit Heinz Schenk als vermeintlich altem  Busengrabscher und Harpe Kerkeling als Befürworter des ‚großen Batzen‘ . Auch  der Glückhase war dem Wandel des Publikumsgeschmacks unrettbar ausgeliefert und musste sich anpassen.

Für deutsche Wutbürger ein Grund, sich Sorgen über  das Aussterben so genannter alter deutscher Traditionen zu machen und einen Eiertanz aufzuführen.

Bereits zu Weihnachten hatte der ‚Zipfelmann“ als „Jahresendfigur“ den Blutdruck Wutbürgerblutdruck bedrohlich anschwellen lassen.

Aber dumm gelaufen: Der Hase ist schon bei den ‚alten‘ Griechen als heiliges Tier der Aphrodite unterwegs.

Im vierten Jahrhundert kam dann ein Bischof namens Ambrosius vom Mailand auf die Idee, den Hasen fürs Christentum als Sinnbild der Wandlung und Auferstehung zu deuten und theologisch sinnstiftend einzupflegen.

Unsereins geht davon aus, dass normalerweise Hühner Eier legen, aber zu Ostern erwächst der Hase zum ernsthaften Konkurrenten.

Und das Schöne ist, die Eier sind auch gefärbt.

Der Sage nach sind dann ausgerechnet die Evangelischen im 17. Jahrhundert auf die Idee gekommen, dem Volk nahezulegen, vom Osterhasen gelegte Eier zu suchen.

In der Schweiz soll der Hase zu Ostern zusätzlich Unterstützung vom Kuckuck, in Westfalen vom Fuchs und in Thüringen vom Storch bekommen.

Ausgerechnet der Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt.

Weiß der Geier, ob das mit rechten Dingen zu geht.

Zumindest sind diese Arten bedroht.

Früher bekamen Pfarrer noch Ostereier ohne Farbe im Verein mit einem so genannten Beichtzettel als Dank für die abgenommene Osterbeichte.

Mit dem zweiten vatikanischen Konzil 1965  hörte dieser Unfug Gottseidank auf.

Es muss nicht mehr zu Ostern gebeichtet werden, und die Eier müssen auch nicht dem Pfarrer oder der Pfarrerin geopfert werden.

Vielleicht schmunzelt der Schoko-Osterhase deshalb!