Blatt für Blatt!

In diesen Zeiten besinnen sich wegen Beschränkungen der Lebensführung viele Menschen auf das Notwendige. Es bedarf dazu u.a. des Anlegens ausreichender und lebenserhaltender Vorräte, um schadlos länger in selbst gewählter oder behördlich angeordneter Klausur verbringen zu können.

Aus dem Tierreich ist das Anlegen von Vorräten vom Eichhörnchen, dem Pfeifhasen, der Polarrötelmaus und dem Bergbilchbeutler bekannt , sowie vom Blauhäher, Tannenhäher und der europäischen Honigbiene.

Besonders ist der in unserer Region beheimatete Feldhamster dafür bekannt, dass er mit seinen speziell ausgeformten Backentaschen Nahrungsvorräte sammelt und in seinen Bau als Vorrat für Wintertage trägt. Vom Hamster leitet sich deshalb diese Beschäftigung als „Hamstern“ ab.

Zu dieser possierlichen Tierart und seinen Bemühungen schwierige Zeiten zu überstehen, hat sich dieser Tage eine neue Spezies gesellt, der „Klopapierhamster“.

Seit Wochen meldet der Einzelhandel deutlich erhöhte Verkaufszahlen bestimmter Produkte.

Hierzu gehört neben Nährmitteln, Konserven und Desinfektionsmitteln vor allem Toilettenpapier.

Unablässig ertönen in den deutschen Medien Ratschläge, dass so genannte Hamsterkäufe sinnlos seien. Trotzdem sind die Regale von Toilettenpapier permanent leergefegt.  

Der Klopapierhamster ist nicht zu bremsen schleppt weg, was die Taschen fassen.

Schon wird aus Teilen Deutschlands der Klopapier-Kollaps gemeldet. Aggressive Exemplare prügeln sich mittlerweile um Klopapier.

Laut einer Studie des Industrieverbandes für Körperpflege und Waschmittel verbraucht jeder Deutsche pro Jahr ca. 20.800 Blatt. Pro Tag wird demnach mit ca. 57 Blättern gewischt und geschrubbelt, geknüllt, oder gefaltet, je nach Vorliebe. Statistiker haben ermittelt, dass fürs „große Geschäft“ zwischen 8 und 9 Blatt draufgehen. Eine übliche Rolle Klopapier umfasst etwa 200 Blatt, es gibt auch solche mit 250 Blatt, die teure Luxusvariante hat nur 150 Blatt.  In Deutschland soll es über 80 Sorten geben. Deutschland ist Spitzenreiter im Verbrauch, nur von den USA überholt.

Der Handel weist darauf hin, dass „genug für alle da ist“. Allein die Firma Hakle meldet, dass sie aktuell täglich 1.5 Millionen Klorollen produziert, macht 0,55 Milliarden Klorollen im Jahr, etwa 20% des gesamtdeutschen Jahresbedarfes.

Handelsüblich erhältlich sind Großpackungen mit z.B. 8 Rollen à 200 Blatt, die reichen Durchschnittsputzenden einen Monat.

Aus dem Südkreis wird berichtet, dass ein Klopapierhamster aus übertriebener Vorsorge zu viel Klorollenpakete eingekauft hatte und im Laden zurücktauschen wollte. Bleibt zu hoffen, unbenutzt!