Mal mal!

Vincent van Gogh  wird mit  der Aussage zitiert „Mit einem Bild möchte ich etwas Tröstliches sagen, so wie Musik tröstlich ist. „

Gerade in Zeiten der Beschränkung der sozialen Kontakte und der nahezu völligen Zurücknahme des öffentlichen Lebens wegen Corona ist es hilfreich, sich der eigenen Fähigkeiten und Talente zu erinnern.

Es ist den Versuch wert, sie zu aktivieren oder reaktivieren, und es ist tröstlich!

Schon als Kind habe ich gerne gezeichnet und gemalt, in der Schule war dieses Fach stets eins meiner Lieblingsfächer. Es gab für mich in diesem Fach gute Noten, ein Ausgleich für andere Noten in anderen Fächern, die mir nicht so lagen. Die Benotung war nicht alles, aber sie tat gut.

Der Brockhaus sagt: „Zum Inhalt der Malerei kann alles aus der sichtbaren Welt, dem Vorstellungs- und Gefühlsbereich gemacht werden.

Themen und Motive gibt es reichlich.

Kürzlich wurde ich von meiner Frau auf ein Leserinnenfoto in der Braunschweiger Zeitung aufmerksam gemacht. Es handelte sich um ein Foto der Fotografin Angelika Heinze, auf dem ein Rabe vor dunkelblauem Nachthimmel im Geäst eines Baumes sitzend einem runden satten goldgelben, fast orangenen Vollmond anschaut. Das Foto war am 14. März dieses Jahrs erschienen

Gesagt, getan.

Blau ist meine Lieblingsfarbe. Als Farbe des Himmels bewirkt sie Ruhe, Schönheit und Sehnsucht. Im Orange als Farbe der untergehenden Sonne oder des satten Vollmondes wird die Komplementärfarbe zu Blau aktiv. Damit hat so ein Bild in sich eine schöne Spannung.

Ich habe mir einige Tage Zeit genommen. Das kleine Foto in der Zeitung wurde vergrößert und ich prägte mir die Proportionen ein. Eine Leinwand 50 cm mal 70 cm wurde aufgespannt, die Acrylfarben, Pinsel, Spachtel, Malpalette und weitere Utensilien bereitgelegt.

Ein gelegentliches Gläschen Wein dazu und ab ging die Post.

Während der Fertigstellung gab es hin und wieder diskrete Hinweise der Chefin des Hauses zu Details. Daran habe ich mich nicht nur beim Malen gewöhnt. In den allermeisten Fällen gehe ich darauf ein, aber ab und zu muss ich betonen, dass ich der Malende bin und ein eigenes Werk kreiere.

Am Ende habe ich noch die Fotografin angeschrieben, ihr ein Foto meines gemalten Motives geschickt und mich für das schöne Motiv bedankt. Sie hat sich gefreut.

So kann es in Corona-Zeiten gehen.

Vor Jahren hatte ich mir ein doppeltes Geschenk gemacht, in dem ich mir mit meiner Mutter gemeinsam ein Mal-Wochenende in Schleswig-Holstein gegönnt habe. Wir haben uns mit einem Blumenthema befasst. Sie wusste nicht, dass sie malen kann!

„Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.“ (Pearl S. Buck)