Turnikuti, Turnikuta!

Kennen Sie (noch) Zebulon aus dem Zauberkarussell?

Die Figur mit Zauberschnurrbart leitete in den 60er Jahren samstags im Fernsehen eine 5-minütige Puppentrickserie für Kinder ein. Mangels eigener Beine hüpfte er mit Sprungfeder herum. Unvergesslich sein Spruch “Turnikuti-Turnikuta, der Zebulon ist wieder da“.

In seinem Gefolge wuselte ein Hund namens Pollux, bei dem man nie wusste, wo vorne oder hinten war. Kumpel „Hugo Schneckerisch“, eine kleine  sächselnde Schnecke, vermittelte die Entdeckung der Langsamkeit.

Daran dachte ich dieser Tage, als ich mein Bankkonto online öffnete, um Umsätze des Monats einzusehen.

Modernes Online-Banking erfordert Sicherheitsverfahren. So benötigt unsereins einen User—Namen, eine Zugangsnummer und ein Passwort.

Soweit so gut, will ja keiner, dass Unbefugte auf dem Konto herumspielen.

Für Überweisungen oder besondere Umsatzberichte kommt es dicker:

Manche Banken fordern fürs „blitzschnelle Online-Banking“ ein pushTAN Verfahren, andere ein BestSign-Verfahren. Einige Banken bevorzugen das so genannte photoTAN Verfahren, alternativ das mobileTAN Verfahren. Das iTAN-Verfahren ist veraltet. Erleichterung soll das Session-TAN-Verfahren bieten. Manchmal wird zusätzlich noch eine PIN benötigt. Meistens wird ein Smartphone benötigt, dessen Aktivierung mittels Aktivierungsbrief (aus Papier = old school!) erfolgt. Alles einfach, oder?

Fällt das alte Smartphone auf den Boden, ist es kaputt, oder man kauft ein neues: viel Spaß, alles muss erneut eingerichtet werden! Dann ist man erstmal draußen, wie Pollux beim Fleischer!

Der erste Schritt am PC mit Online-Banking klappt, ich bin drin. Nun will ich ältere Buchungen ansehen. Ich tippe das Datum ein.

Auf dem Smartphone meldet sich die App und fordert die Passworteingabe!

Häääh??!! Wieso Passwort?? Auch beim zweiten oder dritten Versuch wird ein Passwort verlangt. Wieso, warum, weshalb? Erste Schweißtropfen bilden sich auf meiner Stirn.

Der Blick in die digitale Rubrik „Hilfe&Service“ zeigt, es muss ein „photoTAN Ugrade(Push)“ gegeben haben. Ich kann mich dunkel erinnern, dass da was war.

 Hab‘ „Upgegraded(Push)“, aber das Passwort nicht notiert.

Verzweifelte Recherchen im digitalen Passwortpanzerschrank helfen nicht weiter.

Innerhalb von einigen Minuten laufe ich zur emotionalen Hochform an.

Fast fange ich wie Zebulon an, mit meinem Schnurrbart zaubern zu wollen und auf Sprungfedern durch die Wohnung zu hüpfen.

Besser, ich werde zu Hugo und teste in aller Ruhe sämtliche Variationen von Passwörtern, die mir einfallen.

Und siehe da, „ei verbibbsch“, am Ende hat‘s geklappt, „nur nisch uffräschn!“