Man glaubt es nicht!

Harpe Kerkeling kennen Sie doch, oder? In  „Café Korten“ spielt er jemand, der im gleichnamigen Café am Kuchenbuffet in einer Warteschlange steht. Er telefoniert fiktiv mit einem liierten Freund und spricht andere (fiktive) Personen an. Ständig wiederholt er dabei näselnd und geziert, „Ich glaube es nicht, ich glaube es gerade nicht“. Das Publikum reagiert mit reichlich Gelächter. Auf YouTube  können Sie sich selbst davon überzeugen, einfach genial.

Nicht immer gibt es etwas zu lachen, wenn von Glauben oder glauben die Rede ist.

Kürzlich sagte mir jemand, “…ich glaube, morgen regnet es…“, und bezog sich auf den Wetterbericht, dem er Glauben geschenkt hatte. Wie so oft regnete es am nächsten Tag nicht. 

Wetterberichte stützen sich als Prognosen für zukünftige Wetter-Ereignisse auf Beobachtungen der Vergangenheit, auf bestimmte Verfahren, z.B. mathematischer Natur, nutzen Erfahrungen oder das so genannte Fingerspitzengefühl. Letzteres kommt „glauben“ nahe. Die prognostizierten Ereignisse oder Werte sind aber nicht von denen gestaltbar, die die Prognose abgeben. Glaubt man also dem Wetterfrosch oder der Wetterfee, glaubt man jemanden, der oder die glaubt, etwas Zutreffendes zu melden. Kaum zu glauben, nicht wahr?

Wer glaubt noch Versprechungen von Parteien und Politikern? In unzähligen Beiträgen und Studien ist nachzulesen, dass beim Wahlvolk angesichts vieler nicht eingehaltener politischer Versprechungen („Mit mir keine Maut“; „Wir schaffen das“; „Die Rente ist sicher“; „Blühende Landschaften“ ) Unmut und Misstrauen groß sind. Parteien und Politik stehen schon lange an letzter Stelle der vertrauenswürdigen Gruppen. Glauben Sie stattdessen Wikipedia, oder den öffentlich-rechtlichen Medien und Journalisten (Stichwort „Relotius“)?

Helmut Schmidt soll gesagt haben, die Leute glauben, was geschrieben steht, weil sie es selbst gelesen haben! Guter Spruch!

Bei Schauspielern weiß man, dass sie sich im Spiel verstellen. Wir lieben die Show und wollen gern das glauben, was dabei vorgespielt wird und wollen verführt werden, wie bei Horoskopen.

Woran kann man denn noch glauben und wem?

Ob man jemand etwas glaubt, hängt wohl davon ab, ob man Gemeinsamkeiten teilt oder nicht und ob Erwartungen enttäuscht worden sind oder nicht.

Hilfreich ist, neugierig und skeptisch zu sein, wenig zu glauben, alles zu hinterfragen und selbst zu denken.

Kürzlich besuchte ich jemand, es gewitterte draußen. Meine Regen-App teilte mit, Regen, Blitz und Donner wären gleich vorbei. Ich glaubte es, radelte los und kam nass zu Hause an!