Früher galt ein Bart als Zeichen der Kraft und als Zierde der Männlichkeit.

Friedrich der Große war glattrasiert, Karl Marx und Friedrich Nietzsche nicht.

Mit der Hippie-Kultur war der Bart als Ausdruck von Individualität und Querdenkertum wieder ‘en vogue‘.
Hipster haben den Bart richtig nach vorn gebracht.

Es gibt viele Bartformen: Backenbärte, Schnurrbärte, Vollbärte, Kinnbärte, Jägerbärte, Mongolenbärte, Lehrerbärte und Kaiser-Wilhelm-Bärte.
Nicht zu vergessen Zappa-Bärte, Zuhälterbärte, Ziegenbärte und Pornobalken, vereinzelt Milchbärte.
Es gibt den 10-Tage-Bart und den 3-Tage-Bart, der soll der Hit bei Frauen sein, wegen der Kombination aus weicher Haut und kitzelnden Barthaaren.

Ich trage seit jeher Bart und habe verschiedene Formen ausprobiert.

Die interessantesten Rückmeldungen bekam ich mit dem Zappa-Bart.

Bei den Wikingern, von denen ich gem. jüngster DNA-Analyse zu knapp 30% abstammen soll, wurden längere Bärte am Kinn geflochten, das ist auch heute wieder ‘in‘. Ich habe das noch nicht ausprobiert, allerdings flocht mir jüngst meine Gattin grinsend einen Zopf im schulterlangen Haar.

Mein erster Chef, ein katholischer Ingenieur, kommentierte meinen Bart so: „Gott ließ ihn wachsen, und Sie ließen ihn stehen“, und verschwand grinsend.

Seit neuestem trage ich Vollbart inklusive „Kaiser-Wilhelm-Bart“.

Neulich sprach mich ein Bartträger darauf an, ich solle bei Bartmeisterschaften mitmachen, er habe einen Vizeplatz errungen und ich sei nicht chancenlos.

Sieger und ihre Prachtexemplare sind u.a. auf You-Tube zu bewundern.

Modezeitschriften zeigen mittlerweile häufiger bärtige Männer.

Eine psychologische Studie der University of Queensland soll belegen, dass Männer mit Bart die besseren Partner für langfristige Beziehungen sein sollen.

Meine 87-jährige Mutter meinte kürzlich, „Junge, der Bart macht Dich älter! Kannst Du den nicht weglassen?“. Sie schenkte mir ein aufwändiges Bart-Trimm-Set.

In Bartclubs herrscht das Motto: „Mit Bart, immer eine Haarlänge voraus“. Es stehen die Förderung natürlichen Bartwuchses, einschließlich der Hege und Pflege des Bartes im Mittelpunkt der haarigen Angelegenheiten.
Dort gibt es keine spöttischen Bemerkungen, man ist -wie beim Herrenbarbier- unter sich und wertschätzt einander.
Versteckter Konkurrenzdruck und Neidgefühle können nicht ausgeschlossen werden.

Wahrscheinlich handelt es sich hier jedoch um eins der letzten Refugien für echte Männer. Im Zeitalter der gendergerechten Neutralisierung von Mann und Frau ein an sich schützenswerter Biotop.

Da gehöre ich wohl auch hinein!