Mein Ochsenweg 15 (28.06.2016) ca. 60 km Radtour die Ruhr hinauf von Arnsberg nach Winterberg

In Arnsberg, im Gasthof Dicke, wache ich früh und gut ausgeschlafen auf.

Nach den üblichen Vorbereitungen begebe ich mich in die Gaststube, wo der Sohn der Wirtin und sie selbst schon sehr geschäftig kruschteln und mir ein wunderbares Frühstück bereitet haben. Ich habe nicht so viel Hunger, verzehre ein Brötchen und ein bisschen Obst und packe mir zwei frische Brötchen mit einem sensationellen Schinken belegt ein.  Die Übernachtung inkl Frühstück kostet nicht einmal 35 Euronen.

Froh gestimmt, verlasse ich -bei gering bewölktem Himmel mit ein bisschen Sonne- den gastlichen Ort!

Diesmal liegen 850 m Aufstieg vor mir, die von 350 m Abstieg unterbrochen werden.

Kurz vor neun Uhr trete ich dann in die Pedalen….

..und der Blick zurück zeigt die Lieblichkeit der Landschaft…

Nun geht es entlang der Ruhr stromaufwärts, bei bestem Radlerwetter ist die Laune kaum noch zu toppen…

Nach gut einer Stunde radeln, kurz vor Meschede, geht es abseits der Ruhr  eine Anhöhe hinauf, wo ich eine Pause einlege und den Blick auf das Land genieße…

Ich stehe noch nicht lange dort, da kommt ein älterer Herr, der mich vom gegenüber liegenden Haus her (sehr gepflegtes Haus) wahrgenommen hat. Wir kommen sogleich in ein munteres Gespräch und tauschen -ganz vertraut- wie alte Bekannte, Einzelheiten über unser Leben und Herkunft aus…

So schön ist das Bikerleben…

Und dann geht es weiter… immer schön bergan…

Kurz vor Mittag komme ich an ein kleines Flusskraftwerk, was mein Wasserbauerherz natürlich sehr erfreut, zumal ich den Bau solcher Kraftwerke mal studiert und gelernt habe:

Oberhalb ist die Ruhr entsprechend gestaut und fließt langsam in einem breiten Bett:

Kurz danach bietet sich ein weiteres Anschauungsobjekt ingenieurtechnischer Baukunst dar, eine Hochbrückenbaustelle, die sich im Vorschub über das Ruhrtal schiebt…

    

Bei soviel Baukunst ist dann im nächsten Ort Olsberg eine schöne Rast an der Ruhr fällig…

  

Gut ausgeruht geht die Fahrt weiter..

 

Mittlerweile geht es ins hügelige Land…

Manche Steigung ist durchaus Kräfte zehrend (für mich)… eine 15%ige Steigung bei Assinghausen bringt mich dazu, dass Rad auch mal zu schieben..

Aber die Situation danach gleicht durch ihre Lieblichkeit wieder alles aus…

Und dann nähere ich mich der Quelle der Ruhr…

  kurz vor Winterberg 

wunderschöne Bergwiesen mit dem Wiesenknöterich…ich bin begeistert….

Und dann ist es nicht mehr weit…aber es geht ordentlich bergauf… puuh!!!

Meine Unterkunft ist dann endlich erreicht: im “Haus Andrea”, und das ist so was von gut!!!

Der Tag endet im völligen Wohlfühlareal…

 

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Mein Ochsenweg 14 (27.06.2016) ca. 85 km Radtour die Ruhr hinauf von Dortmund nach Arnsberg

Am Montag, dem 27.0.2016, geht es dann wirklich los….

Die Route schmiegt sich -abgesehen von meinen drei speziellen Zielpunkten- an den Lauf der Ruhr an und ist daher, was die Höhenmeter betrifft, sehr schön gleichmäßig und schaffbar… steigend!

Das Navi führt mich aus dem Zentrum von Dortmund heraus, auf wundersamen Wegen in den Süden Dortmunds, aber abseits der stark frequentierten Stadtstraßen.

Mein Plan ist, neben dem ehemaligen Haus meiner Schwiegereltern in D-Brackel, ehemalige Wohnungen in Schüren und Holzwickede zu besuchen und dann entlang der Ruhr nach Arnsberg  zu radeln.

Ja, und das klappt auch ganz prima, auf das Navi ist Verlass, und so sehe ich noch einmal zwei wichtige Stellen, wo ich in meinem Leben gewohnt habe, was ja letztendlich Ziel und Grund meiner Deutschlandtour ist:

    

Das Haus, in Dortmund-Schüren, in dem ich nach dem Studium meine erste eigne Wohnung hatte:

Der Weg führt nach ca. 45 km vorbei am hübschen Rathaus in Holzwickede:

Der Weg führt dann durch Holzwickede, Opherdicke, wo meine Familie für sehr kurze Zeit eine Mietwohnung mit nervigen Vermietern bewohnte. Hier kam (im Unnaer Krankenhaus) auch unsere erste Tochter zur Welt.

Holzwickede hinter mir lassend, eröffnet sich der Blick auf die vor mir liegende schöne hügelige Landschaft des Hochsauerlandkreises, durch die ich die Ruhr stromaufwärts nach Arnsberg radeln will.

Der Hochsauerlandkreis ist ein Landkreis im Südosten von Nordrhein-Westfalen, in dem ca. 210.ooo Einwohner leben. Der Kreis wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen. Beide Flüsse kenne ich noch aus meiner Jungingenieurszeit recht gut, da ich dort einige Wasserbauprojekte realisiert habe. Die höchste Erhebung des Hochsauerlandkreises ist der Langenberg mit 843,2 m ü. NN, der niedrigste Punkt ist an der Ruhr in Arnsberg-Voßwinkel mit 146 m ü. NN. Der Hochsauerlandkreis hat  viele schutzwürdige Gebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren, z. B. den Schwarzstorch, den Uhu, Raubwürger und das Braunkehlchen. Es gibt im Hochsauerlandkreis insgesamt 177 Naturschutzgebiete.

Ein guter Grund, hier zu radeln.

Und weiter geht es auf gut beschilderten Wegen Richtung Ardey / Fröndenberg, wo ich dann meine erste schöne Pause nach 55 km mache und mir in einem süssen italienischen Café ein leckres Eis gönne!

In Fröndenberg ist auch eine tolle Firma ansässig: Die deutsche Tochtergesellschaft von ARTEMIDE, die 1986 in Düsseldorf gegründet worden war. Die Gesellschaft wird derzeit von Herrn Prof. Ing. Ernesto Gismondi, dem Inhaber der gesamten Unternehmensgruppe geführt.

Ich komme um eine Ecke und da ist diese Firma, deren Beleuchtungsartikel ich schon lange bewundere und auch besitze ….

Und dann geht es endlich in das schöne Ruhrtal…

   

Bald treffe ich auf das erste Schild des Ruhrtal-Radwanderweges:

Entlang dieser wunderbaren Landschaft führt mich der Weg stromaufwärts…

Mal links der Ruhr, mal rechts, dabei geht es über spannende Brücken…

  

Als “gelernter Wasserbauer” erfreue ich mich an dem hohen naturnahen Grad der Aue…

und mache gern um halb vier nachmittags eine letzte Pause, nachdem ca. 75 km hinter mir und noch ca. 25 km vor mir bis zum Tagesziel liegen…

Die letzten Streckenkilometer ziehen sich hin, und kurz vor Arnsberg fängt es ordentlich an zu regnen… hinzu kommt, dass ich durch die Stadt hindurch muss, um zur Unterkunft zu gelangen, und leider leider stellt sich eine richtig anstrengende Anhöhe zwischen mich und das Ziel..

Von Arnsberg selbst habe ich wenig mitbekommen, daher gehe ich auf diese Stadt nicht weiter ein. Erwähnt sei lediglich, dass Arnsberg  große kreisangehörige Stadt im Sauerland im Land Nordrhein-Westfalen ist und Sitz des Regierungsbezirks Arnsberg. Die Stadt selbst ist 1975 im Zuge einer kommunalen Neugliederung aus der Zusammenlegung von Neheim-Hüsten, Arnsberg und 13 weiteren Ortschaften zu ihrer jetzigen Form gefügt worden. In Arnsberg wohnen ca. 74.000 Einwohner.

Die letzten Meter bis zur Kuppe muss ich schieben, denn mittlerweile bin ich erschöpft, durchnässt und habe reichlich Hunger…. Oben angekommen, schnaufe ich erst einmal gründlich aus… und verstehe nicht, warum die Tourempfehlung meines Navi unbedingt über diesen Huckel führen musste….

Das schöne an den natürlichen Erhebungen ist, dass man nach der anstrengende Auffahrt mit raschem Tempo das Rad nach unten laufen lassen kann und so komme ich dann eine knappe Viertelstunde später, bei Tageskilometer 100 km, am Tagesziel an, dem Gasthof “Dicke”, im Orsteil Arnsberg-Oeventrop:

Durchnässt komme ich an, im Inneren der Gaststube werde ich freundlich und mit typischem Sauerland-Akzent von der älteren Gastwirtin empfangen, die mir gleich mitteilt, dass ich bei ihr nichts mehr zu essen bekomme. Dann führt sie mich zu meinem Zimmer und weist mich entsprechend ein und verschwindet…

Ich bin allein im Gasthof… naja…

Da es spät ist, sind alle Läden geschlossen… ach, da fällt mir ein, dass ich gerade eben bei einem REWE vorbeigefahren bin. Flugs die Packtaschen ausgeleert, nochmal auf den Drahtesel geschwungen und ab geht es zum Discounter, der glücklicherweise noch geöffnet hat ( es ist halb zehn !!),…

Ein wunderbarer ganz neuer REWE Markt, mit allem, was das Herz und den Magen eines müden, nassen Bikers erfreut….

Ich decke mich mit leckeren Speisen und Getränken ein und trudele zufrieden im Gasthof ein, wo ich mich nach einer heißen Dusche völlig zufrieden einem sensationellen Abendmahl und dann wunderbarem Schlaf hingebe, während draussen der Regen an die Fenster prasselt.

Da das Zimmer einen überraschenden maritimen Charakter hat, passt das mit dem vielen Wasser draussen irgendwie….

 

Hoch oben an der Decke hängt ein Netz, über dessen Aufgabe hier, seine Form und Schönheit ich -im Bett liegend- angeregt nachdenke und dabei in tiefen Schlummer davonschwimme, während draussen eine Dorfkapelle Marschmusikweisen einübt…

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Mein Ochsenweg 13 (25. und 26.06.2016) Besinnlicher Dortmunder Auftakt zur Radtour die Ruhr hinauf und die Lahn hinunter…

Endlich….

Hab lange genug drauf gewartet…

Ende Juni/Anfang Juli 2016 geht es mal wieder auf dem Drahtesel los, eine weitere Etappe meiner Deutschlandreise wartet auf mich!

Diesmal soll es von Dortmund aus losgehen:

… die Ruhr hinauf stromaufwärts bis Winterberg,

… dann weiter “rüber”nach Marburg,

… dann die Lahn entlang, stromabwärts über Wetzlar und Villmar,

… und dann herüber ins Nassauische nach Idstein.

Dort findet eine Familienfete meiner Schwester statt, und dort endet die einwöchige Reise dann leider schon wieder.

Zunächst ist eine gute Vorbereitung vonnöten, diesmal will ich unbedingt weniger Gepäck mitnehmen, und ich schaff’ es , ein wenig….Die hinteren Packtaschen wiegen jeweils knapp 6 kg, die vorderen jeweils knapp 3 kg, immerhin….

jaja, nur das Nötigste….

Ich höre in Gedanken meinen Biker-Freund Joerg spotten, der jedes Mal mit unglaublich wenig Klamotten auf unseren Touren auskommt, diesmal leider verhindert ist.

Mein Navi hab ich vorher programmiert über schöne tools im Internet ( z.B. http://www.radroutenplaner.nrw.de ), da konnte ich die Routen nach Örtlichkeit, Länge und Höhenmeter schön vorbereiten und ins Navi exportieren….Coole Sache….

Ich habe den Ruhrtal-Wanderweg ausgewählt, wie sich herausstellt, eine sehr gute Wahl…

Doch dazu später…

Erstmal geht es mit der Bahn von zu Hause nach Dortmund…

Nach Dortmund begleitet mich diesmal meine Frau, weil wir übers Wochenende bei der Gelegenheit dort Bekannte besuchen wollen und Dortmund lange unser Wohnort war.

In Dortmund hatte ich meine erste eigene Wohnung, meine erste Arbeitsstelle in einem Ing.-Büro, trat erstmalig in die damalige IG-Bau ein, war endlich wieder in einer kleinen Band, lernte Wolfram kennen, einen anthroposophisch gestimmten Professor der FH-Dortmund, von dem ich wirklich viel gelernt habe. In Dortmund lernte ich meine jetzige Frau Rosemarie kennen und dort gründeten wir unsere Familie…

Ich könnte von daher noch ne Menge über Dortmund schreiben, eine tolle Stadt, wo nicht nur der BVB (mein Lieblingsverein) beheimatet ist, wo 590.000 Einwohner leben, also mehr als in Hannover ( 520.000 Ew).

Früher war Dortmund von Schwerindustrie und Stahl beherrscht, heute haben sich in Dortmund bedeutende Unternehmen der Versicherungs- und Finanzwirtschaft sowie im Umfeld der Universität viele moderne IT- und Dienstleistungsunternehmen etabliert.

Durch Dortmund führt die B1, als “Hellweg”, die auch durch den Landkreis führt, in dem ich jetzt lebe. Diese Straße ist schon von Ptolemäus erwähnt worden ( um 100 n Chr.), also bin ich quasi an der B1 geblieben.

Nicht zu vergessen, das leckre Bier: Dortmunder Union Bier, Dortmunder Actien-Brauerei (DAB), Dortmunder Kronen Bier, Brinkhoff´s No.1  Bier, Ritter Bier, Dortmunder Thier Pils , Dortmunder Stifts Bier, Dortmunder Hansa Bier.

Mein Schwiegervater war bei der “Union” Metallarbeiter, machte sich später gemeinsam mit seiner Frau, meiner Schwiegermutter, selbständig und beide hatten viel Erfolg, insbesondere als Unternehmerehepaar mit einem eigenen Baumarkt, Vertreter der emsigen und erfolgreichen Nachkriegsgeneration unserer Mütter und Väter.

OK, soweit dazu.

Bei der Ankunft schüttet es extrem und im Verlauf unseres kurzen Aufenthaltes klärt sich das Wetter nur kurz auf. Wir Ökos entscheiden uns für einen Besuch des ”Botanischen Garten Rombergpark” in Dortmund-Brünninghausen.

( https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/rombergpark.html )

Der hat sich aus einem ehemaligen englischen Landschaftspark der Familie von Romberg entwickelt und ist wegen seiner wertvollen und umfangreichen Gehölzsammlung (Arboretum) bekannt geworden. Der Park ist ca. 65 ha groß und gestaltet wie ein englischer. Einen Besuch wert war uns dann auch noch das Café Orchidee mit mediterraner Terrasse im Park.

Der “Botanische Garten Rombergpark” ist wirklich sehenswert und man glaubt es kaum, welche Vielfalt dort zu sehen ist.

Wo man sich be-”Wegt”, bekommt man wiederholt gezeigt:

Am Ausgang verzaubert einen ein Stück urtümlich anmutender Natur…

Soweit der Auftakt…..

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“Schutt happens” oder “lost in space of unkown street”

Was erlebt der rüstige Radler heutzutage nicht alles!

Da fährt man versonnen durch die  Landschaft auf Deutschlands gut ausgebauten und gepflegten Straßen vor sich hin.

Die Strampelei geht vorbei an aufgeräumten, wohlanständigen Dörfer, hinein in Feld, Wald und Flur.

Pflanzen und  Tiere tun alles, damit ein tiefes beglückendes, ja befreiendes Gefühl  die muskulöse Brust des emsig radelnden Bikers erfüllt…

Ab und zu fällt zwangsläufig der Blick auf den begleitenden Straßenrand und Straßensaum.

Hier kämpfen Flora und Fauna, die auf den intensiv bewirtschafteten Äckern keine Chance mehr haben, zwischen den Schnittintervallen der Straßenunterhaltungsmaschinen um Asyl.

Neben Kraut, Gras und Blume tauchen ab und zu interessante Gegenstände auf. Die waren einst ihrem Besitzer oder ihrer Besitzerin zu Diensten, fristen aber nun ein kümmerliches Dasein am Wegesrand:

Ja, richtig, z.B. ein Schuh, nicht zwei Schuhe, nein ein Schuh!

Jetzt mal halt!!!

Nein, ich bin kein Schuhfetischist, auch wenn ich hier schon wieder darüber schreibe, wo ich das doch schon vormals gemacht habe (Vgl. Artikel “Der Schuh des Anstosses vom 21. November 2015).

Es ist ja nicht so, dass ich diese Schuhe dort hingelegt habe.

Erstens trage ich keine Sportschuhe, und mache auch zweitens kein Ballett.

So, das musste mal geschrieben werden.

Ich fahre also durch das Nassauische und da fällt mein Auge auf etwas Besonderes. Das hat sonst eher im Verborgenen eine wichtige stützende und formende Aufgabe. Jetzt lungert es haltlos und entleert, ohne seine klassische Aufgabe am Straßenrand, hat dort ein unwürdiges, vorläufiges Ende gefunden:

Wie, Sie können das nicht erkennen? ….ahnen aber bereits um was es sich handelt?

Nun, ich vergrößere gerne:

Chapeau!

Ja, es ist einer…..

Fast neu, zartrosa, vielleicht mit eiliger und eifriger  Hand, zügellos und  erleichternd aus dem Seitenfenster eines fahrenden Fahrzeugs geworfen,

…um gegebenenfalls Konditionen zu schaffen…

Das wirft Fragen auf… deren Beantwortung ich Ihnen gerne überlasse…

Ich zumindest habe diesen Tatort rasch verlassen, um nicht doch noch  an dieser Stelle auf dieser Straße einem vergleichbarem, zutiefst unwürdigen und verabscheuenswürdigen Bombardement ausgesetzt zu sein…

Viel Spaß beim Kopfkino!

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Wie ich der gewesen und geworden bin, der ich vielleicht (oder auch nicht) sein wollte oder werden wollte?

Kürzlich überkam mich der Gedanke angesichts meines Alters von 63 Jahren, was ich alles schon erlebt habe in all den zurückliegenden Jahren, was man mir zugeschrieben hat,
und was ich wohl mit dem Rest meines Lebens machen will, wenn es mir denn vergönnt ist.
Ich denke, das sind alles Rollenzuschreibungen von aussen, denen man unterliegt, aber gefühlt ist man mehr als die Summe dieser Bezeichnungen, oder?
Daraus hat sich folgende putzige Liste von Zuschreibungen ergeben, die Rollen entsprechen, in die man mich hineingedacht hat, oder die ich selber wollte….
Ich war also schon mal…
Abiturient
Alt
Angeber
Angestellter
Angler
Arbeiter
Autofahrer
Baby
Bahnreisender
Bass-Chorsänger
Bau- und Umweltdezernent
Bauassessor
Baudirektor
Bauingenieur
Baurat
Berühmtheit
Beschenkter
Besitzer
Biertrinker
Biker
Bootsführer
Bruder
Chinamanager
Diplom-Ingenieur
Dozent
E-Bassist
Ehegatte
Eigentümer
Fanfarenbläser
Flügelhornist
Flugreisender
Freund
Führungskraft
Funker
Gärtner
Gast
Gastgeber
Gefreiter
Gehasster
Geliebter
Geschlagener
Gewinner
Gitarrist
Hilfsarbeiter
Hörer
Jäger
Kamerad
Kindergartenkind
Kinobesucher
Klient
Klimaschützer
Kommilitone
Komparse
Kreisrat (B2)
Kreisrat (B3)
Landratskandidat
Lehrbeauftragter
Leitender Baudirektor
Leser
Liebender
LKW-Fahrer
Mentor
Mieter
Mitarbeiter
Oberbaurat
Onkel
Opa
Optimist
Parteifreund
Patient
Pessimist
Politiker
Praktikant
Programmierer
Regierungsrefrendar
Rollerfahrer
Rollschuhfahrer
Säugling
Schenker
Schläfer
Schreibender
Schütze
Skifahrer
Sohn
Sopran
strategischer Berater
Student
Teetrinker
Tenor
Tourist
Trompeter
Umweltschützer
Unteroffizier
Unteroffiziersanwärter
Vater
Verlierer
Verprügelter
Vorgesetzter
Wanderer
Wasserwirtschaftler
Webmaster
Weintrinker
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Wie ich plötzlich Kommissar wurde!

Wer wollte nicht immer schon mal als Kommissar in einem Krimi mitwirken!?!

Vor einiger Zeit ergab sich für mich ganz überraschend die Gelegenheit, als Komparse im 1000. Tatort (“Taxi nach Leipzig”) mitzuwirken. Über eine Casting-Agentur war eine Anfrage an einen guten Bekannten versendet worden, der sich -als mein Trompetenlehrer- offensichtlich an mein schauspielerisches Talent erinnert hatte und die Anfrage an mich weitergeleitet hatte.

Die zwei Drehtage, für die ich mich dann bewarb, sollten im “Hotel am See” in Salzgitter stattfinden, das für die Handlung zu einem Tagungsort für Lehrgangsteilnehmer der Polizei umfunktioniert werden sollte, der im Film aber nach Hannover verlegt wird.

Den Titel dieses Krimis gab es übrigens schon einmal, nämlich 1970.  Die Rahmengeschichte soll davon handeln, dass der Kieler Ermittler Klaus Borowski (Axel Milberg) und sein Kollege Sören Affeld (Trystan W. Pütter) bei einem Polizeikongress auf ihre Hannoveraner Kollegin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) treffen. Nach der Veranstaltung am Tagungsort steigen die drei gemeinsam in ein Taxi, dessen Fahrer eigentlich keine Fahrgäste mitnehmen will. Denn der Fahrer -ein Ex-Elite-Soldat- ist auf dem Weg nach Leipzig zu seiner Ex-Freundin, um diese von ihrer Hochzeit abzuhalten. Während der Fahrt kommt es zum Streit im Taxi und der Fahrer erschießt Affeld und nimmt Lindholm und Borowski als Geiseln.

Die Drehtage in Salzgitter, an denen ich teilgenommen habe, bezogen sich allein auf den Polizeikongress und einige Geschehnisse dort.

Spannend war zunächst die Information, dass Maria Furtwängler als Ermittlerin “Charlotte Lindholm” und Axel Milberg als Ermittler “Klaus Borowski” die Hauptakteure sein sollten und zugegen sein sollten. Zusätzlich wurden noch weitere Akteure dazu avisiert, so u.a. Peter Hallwachs (77) und Günter Lamprecht (85) und einige andere.

Produzenten dieses “Tatorts” sind Georg Feil und Dagmar Rosenbauer (Cinecentrum), die Redaktion haben Christian Granderath und Christoph Pellander

Warum sollte ich nicht mitmachen, waren meine spontanen Gedanken. Ich habe immer schon Freude daran gehabt, etwas Neues auszuprobieren, in eine neue Welt hinein zu schauen und eine komplett andere Atmosphäre auf mich einwirken zu lassen.

Gesagt getan… auf ging es nach Salzgitter….!!

Ich kam mit meinem Bekannten in Salzgitter Samstag in der Früh an und traf auf ca. Dutzende weitere Komparsen ( 80 bis 150 insgesamt) , die alle erst einmal in einen Vorbereitungsraum geführt wurden, um dort u.a. ihre mitgebrachte Kleidung (3 Kombinationen waren vorgeschrieben) einer strengen Musterung durch eine Kleidungsmanagerin (man verzeihe mir den unfachmännischen Ausdruck) unterzogen wurden. Selbstverständlich hatte ich mich zu Hause erst einmal von meiner Ehefrau beraten lassen, die diesbezüglich einen unfehlbaren Blick für das hat, was mir steht und was nicht. Entsprechend vorbereitet fand meine Garderobe locker Gnade vor den gestrengen Augen der Kleidungsmeisterin. Die Ansage war, sich nun genau zu merken, was man am 1. und 2. Drehtag anzog, um bei den Dreharbeiten nicht durch ständig wechselnd Klamotten aus dem Bild zu fallen.

Wir waren als Kommissare auf Lehrgang bestimmt, es wurden Namen verteilt und als Schildchen an die Kleidung geklebt, interessanterweise bekam ich zwei Namensschildchen, eines für die eine Szene, das andere für die andere Szene.

So wurde ich zum Kommissar, fühlte sich nicht schlecht an!!

Daneben wurden und diverse Bögen ausgefüllt und die Personalien ausgefüllt. Nun gut, nach einigen Ansagen und Ermahnungen, u.a. keine Bilder vom Set zu machen, die Smartphones auszuschalten (was niemand tat)…und vor allem ruhig sein (einfach mal die Klappe halten) warteten wir Komparsen auf weitere “Befehle”.

Während dieser Zeit warf ich vorsichtige Blicke auf die übrigen Komparsen und konnte kein besonderes Schema erkennen, nachdem diese Truppe zusammengestellt worden war. Weder waren offensichtlich das Alter, die Fülle an Leib und Haaren auf dem Kopf, weder waren Schlankheit, noch das Geschlecht, die Hautfarbe oder Sprachkenntnisse oder Schönheit und Anmut entscheidend gewesen. In meinem näheren Umfeld fielen mir schnell etliche Damen und Herren auf, die durch laute Unterhaltung und gelegentlich lautes Gelächter offensichtlich erfahrene Komparsen-Routiniers waren, und locker drauf zu sein schienen. Wie ich schnell herausfand, machten sie dies nicht zum ersten Mal, wie es überhaupt einen ganzen Schwarm von Menschen gibt, die quer durch ganz Deutschland reisen, um bei möglichst vielen Filmen als Komparsin oder Komparse mit zu wirken. Vermutlich auch um “entdeckt” zu werden!?! Manche Damen und Herren waren außergewöhnlich aufwändig geschminkt und vermuteten womöglich, sie selbst seien die Stars. Von anderen wurde hinter vorgehaltener Hand über diese und jene etwas berichtet, und hämisch getuschelt…. Von wieder anderen erfuhr ich, dass sie bei “Rote Rosen” oder GZSZ häufiger gecastet worden seien….

Nun, da war ich natürlich ein blutiger Anfänger.

Wesentlicher Gegenstand der Berichte dieser “Koryphäen” im Komparsendialog war dann auch, möglichst beeindruckende Begegnungen mit den Größen der Schaulspielerzunft zum Besten zu geben, um eindrucksvoll den Glanz eigener Grandiosität markant abzurunden.

Auch wenn ich mit derlei Erfahrungen (noch) nicht aufwarten konnte, ließ ich mir den Spaß an der Sache nicht nehmen und erwartete spannungsvoll den weiteren Verlauf der Dinge.

Irgendwann, nach mehr als zweistündiger Warterei wurden wir aufgerufen und durch die Haupt-Assistentin des Regisseurs, eine ältere, sehr resolute aber gleichwohl unglaublich freundliche und hochprofessionell arbeitende ältere Dame für die Dreharbeiten vergattert. Sie bedankte sich freundlich für die Mitwirkung und wies die Komparserie an, ruhig zu sein und den Anweisungen unbedingt und konsequent Folge zu leisten. Man dürfe auch überall hinschauen, nur nicht in die Kameras. Zudem solle man die Hauptdarsteller nicht behelligen, schon gar nicht durch Selfies oder Autogrammbitten nerven.

Nun gut, wie ich später merkte, hielt sich nur ein Teil daran, etliche versuchten ihre persönliche “Selfie-Sammlung” dann im Laufe des Tages “heimlich” zu füllen.

Wo man auch hinschaute, überall war die Location mit Technik und Menschen gefüllt.

In zwei Gruppen aufgeteilt, die sich entlang eines schmalen Ganges aufzustellen hatten, erwarteten wir dann den Beginn der Dreharbeiten.

Im Gang selbst war auf der einen Seite ein Buffet arrangiert war, auf der anderen Seite fiel taghell Licht durch die mit Glasbausteinen durchsetzte Wand. Den Grund der Helligkeit dafür erfuhr ich bald: unabhängig von der Außenbeleuchtung durch starke Lampe erhellt kann man so in der Location auch drehen, wenn es draußen dunkel ist.

Nach kurzer Einweisung “Jeder nur ein Schnittchen und ein Getränk” baute sich dann nach und nach jeweils an Standtischchen ein Dreiergrüppchen auf, das Kamerateam mit reichlich Personal wuselte herum, an jeder Ecke stand ein Gerät, und in einer Ecke saß ein Team und schaute in eine Art Fernsehgerät.

Irgendwann ging dann ein Raunen durch die Komparserie, denn die Stars, Frau Furtwängler und Milberg betraten die Szenerie. Während Milberg lässig schlendernd an den Komparsen vorbeizog, nach hier und da grüßte, stand Madame für sich, abgewandt und ließ sich von ihrer persönlichen weiblichen Make-up-artist (Maske kämmen und schminken… hatte im Übrigen eher wenig Neigung, dem gewöhnlichen Volk die Huld oder Gunst zu erweisen. In der Komparserie war man sich schnell einig, Milberg ist nett und Furtwängler, naja… vorsichtig gesagt …nicht so nett…

Sei es drum, irgendwann hieß es dann 1. Szene, die Klappe fiel und der Dreh ging los…

Die Kommandos lauteten jeweils wie ”Ruhe bitte…..Dreh ab…..Ton läuft….Szene 4, die 8…. uund BITTE!!”, und dann ging es in die Vollen.

Milberg reihte sich in der ersten Szene, an der ich mitwirken durfte,  in eine Schlange vor und hinter Komparsen am Buffet ein, zog sich ein Getränk und einen Keks, während Furtwängler die Schlange am Ende gleich überholte und sich bei Milberg zum Buffet durchhangelte…

Zwei Komparsen und ich standen mit vielen anderen jeweils grüppchenweise je an einem Stehtisch und hatten jeweils ein Getränk und ein Teller mit einem Schnittchen….

Unsere Aufgabe war es, so zu tun, als unterhielten wir uns als Teilnehmer in einer Pause eines Lehrganges einer Polizeiakademie und sollten den Getränken und Schnittchen zusprechen.

Irgendwann war die Mini-Szene gedreht und der Pulk um den Regisseur bewegte sich zum “Fernsehgerät”, um das eben erzeugte Produkt anzuschauen. Frau Furtwängler wurde neu hübsch gemacht… und dann hieß es, die Szene wird nochmal gedreht….

Da etliche von uns Komparsen am Getränk genippt hatten und unvorsichtigerweise ins Schnittchen gebissen hatten, musste das neu hergerichtet werden, also Gläser waren aufzufüllen und frische Schnittchen wurden hingelegt…

Same procedure…. ein drittes Mal, ein viertes Mal …ein fünftes Mal, ein sechstes Mal………ein elftes Mal…  es zog sich hin…. Für die Raucher unter den Komparsen eine harte Sache!

Für die Kollegen, die jedes Mal in ein Schnittchen gebissen hatte, wurde das ab dem sechsten Mal dann irgendwie auch anstrengender.  Ihnen wurde das alte Schnittchen weggenommen und ein frisches, neues hingelegt. Ich hatte mich von Anfang an nur an ein Glas Wasser bestellt und mich daran gehalten und nur dran genippt, ein großer Vorteil beim Ausharren, wie sich herausstellte.

Bewundernswert mit welcher Ruhe der hochgewachsene, schlanke und mittelalte Regisseur das Geschehen steuerte und lenkte. Mit ruhigen langen Schritten, leicht nach hinten gebeugt, wandelte er jeweils hin und her und gab Anweisungen und Kommentare zu seinem emsigen Schwarm. Seine Assistenz wirbelte dafür umso mehr herum. Zum “Bienenschwarm” gehörten etliche jüngere Leute, die mit Funksprechgerät, großen Schlüsselbunden am Gürtel, sehr legerer Kleidung und außergewöhnlichen Haarschnitten, sie wuselten nach unergründlichem Plan mit cooler Haltung und wichtigster Miene immer wieder durch das Geschehen, und nahmen Handlungen zum Gelingen des Sets vor, deren Sinn oder Zusammenhang sich so gewöhnlichen Menschen, wie mir als Komparsen auf den ersten Blick nicht weiter erschloss. Macht ja nix!

Irgendwann war dann die Szene zur Zufriedenheit des Regisseurs abgedreht und wir Komparsen waren entlassen für eine Mittagspause. Ich kann nur sagen, es gab an beiden Tagen ein sehr ordentliches Essen, heiße Suppen, zwei zur Auswahl und zwei verschiedene Gerichte.

Nach dem Essen hieß es sich ausruhen, sowie die vormittags durch die Kleidungsfee bestimmte zweite Kleidungsgarnitur anzuziehen und auf weitere Anweisungen zu warten.

Nach etlichen Viertelstunden hieß es dann wieder „Komparserie mitkommen“ und der ganze Schwarm ergoss sich aus dem Ruheraum die Treppen hinunter und wurde in einen großen Saal gelenkt, der dann für den Rest des Tages und am nächsten Tag der Drehort sein sollte.

Wie bei einem Seminar waren Stuhlreihen aufgebaut und vorne stand ein Rednerpult hinter dem Plakate standen. Ein Beamer warf  Charts an die Wand, auf denen etwas über Kriminaltheorie zu lesen stand.

Schnell versuchte man als Komparse einen Platz in den möglichst vorderen Reihen zu ergattern, in der Hoffnung dann auch aufgenommen zu werden. Nachdem sich der Schwarm der Komparsen gesetzt hatte wartete man. Die meisten hatten aber die Rechnung ohne die Haupt-Assistentin des Regisseurs gemacht die mit kritischem Blick die Sitzenden musterte und reichlich Umbesetzungen vornahm, deren innere Regie und Ausrichtung uns Komparsen aber verborgen blieb.

Im weiteren Verlauf des Geschehens bauten sich dann um uns herum, in mehrfacher technisch-konstruktiver Kamerasituation auf, wo Schienen verlegt wurden, wieder abgebaut wurden, Stuhlreihen geteilt wurden, wieder zusammengeführt wurden etc….

Neugierig warteten wir in Stuhlreihen gepferchte Komparsen auf den weiteren Gang der Dinge….

Sodann kam ein Schauspieler und trat vor uns und rezitierte als Kriminalexperte einen unglaublich komplizierten Text, ohne sich auch nur einmal zu versprechen. Für die zigfache, jeweils fehlerfreie Wiedergabe des enorm schwierigen Textes bekam er wiederholt von den Komparsen spontanen Beifall.

Nach dem ersten Szenedreh steckte das Filmteam die Köpfe zusammen und beriet sich, mit dem Ergebnis noch einmal alles neu zu drehen….

Das wiederholte sich mehrere Male, bis dann der Regisseur entschied, die Stuhlreihen und die Komparsen neu zu ordnen und die Szene komplett neu zu drehen, aber natürlich mehre Male….

Während seines Vortrages in freier Rede schaute der Referent uns an, aber gelegentlich auch mit leicht verstörtem Blick über unsere Köpfe hinweg zur Tür, wo Milberg stand…. und zuckte merklich zusammen, sobald er diesen wahrnahm.

Irgendwann war das auch abgedreht und wir Komparsen wurden zum Feierabend entlassen.

Am nächsten Tag standen wir morgens zunächst wieder unter der Fuchtel und kritischen Beobachtung der Kleidertante, die peinlich darauf achtete, dass wir dieselben Klamotten angezogen hatten, die wir am Nachmittag des Vortages getragen hatten.

Wir nahmen wieder dieselben Plätze ein, die wir am Vortag eingenommen hatten und harten der Dinge, die da kommen sollten.

An diesem Tag sollte Günter Lamprecht einen Vortragt halten…Waren schon die Vorbereitungen aufwändig, indem sich alle Komparsen mit derselben Kleidung am selben Platz einzufinden hatten und dies etliche Zeit in Anspruch nahm, wurden auch hier mit verschiedenen Szeneneinstellungen die Geduld der Schauspieler und Komparsen redlich auf die Probe gestellt.

Günter Lamprecht meisterte, obwohl betagt, absolut professionell und souverän seinen Part. Er musste vorlesen, und es war ein Genuss seinen immer noch beeindruckenden Stimmen zuzuhören.

Nachmittags waren dann kleinere Szenenteile zu absolvieren. In einer Einstellung hatte man die Kamera vor der ersten Reihe auf Schienen aufgebaut und in Folge dessen war höchste Konzentration für die Komparsen geboten, denn die Kamera fuhr die Reihen frontal an und schaute durch die Reihen durch. Da war unverwandter Blick nach vorne, ohne Zappeln und Hinschauen, durch die Kamera hindurch….

Am Ende des Drehtages ließen sich dann etliche Schauspieler hin und “erlaubten” den Fans = Komparsen Bilder mit den Smartphones zu schießen und genossen die Bewunderung.

Tja, insgesamt waren das zwei spannende Tage, an denen man die Mühsal und die Komplexität der Entstehung eines Filmes zu Teilen mitbekommen konnte.

Resümee :

Das Geschehen bei der Herstellung eines Filmes ist aufregend, ein unglaublich kreativer Akt. Es ist aber mit enormer Anstrengung und Disziplin für alle Beteiligten verbunden, harte Arbeit, die einem viel Respekt abnötigt. Als Komparse hat man die komfortable Lage, dass man Beobachter und Mit-Akteur zugleich ist, also Genuss und Spannung zugleich. Es macht Spaß in eine andere Rolle zu schlüpfen, sich quasi neu zu entwerfen und zu entdecken.

Ich würde es wieder tun.

P.S.

Und wie der Zufall es wollte, habe ich für Samstag, den 09.April eine neue Bestellung als Komparse in Hannover in einem Film “Plötzlich Türke” bekommen….

Warum nicht!!!

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Tod -Teufel -Terror

Ist die Welt ein Ort von Mord und Terror?

Wenn man dem aktuellen Medienhype folgt, geht es uns jetzt durch Terror womöglich richtig an den Kragen.

Mal langsam: Um von einem Terroristen abgemurkst zu werden, bedarf es einer Ereignis-Kombination, deren Wahrscheinlichkeit bei weniger als 1:1.000.000 liegt.

Betrachten wir andererseits Folgendes: Jährlich kommen in Deutschland rd. 8.000 Menschen durch Haushaltsunfälle, rd. 5.400 Menschen durch Verkehr, rd. 1.200 Menschen durch Mord und Totschlag (häufig infolge einer Beziehungstat) ums Leben.

Allgemeine Panikmache, insbesondere verschwurbelt mit der Flüchtlingsthematik, hilft nicht weiter. Die Wahrscheinlichkeit, unfreiwillig aus dem Leben zu scheiden, ist zu Hause, im Verkehr und durch eine Beziehungsproblematik wesentlich höher, als durch den dunklen Bartträger, der da eben um die Ecke auf mich zu kommt.

Leider lässt sich der emotionale Teil unseres Gehirns vom aktuellen medialen Berichtssturm allzu leicht in eine dunkle monströse Grusel-Kammer jagen, was den bösen Terrormann freut.

Bleiben wir lieber wachsam, halten zusammen und setzen uns für unsere Werte, wie Solidarität, Humanität, Toleranz, Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie ein, gleich wird es in Kopf und Herz wieder licht und frei und weniger voreingenommen!

 

 

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Mein Ochsenweg 12 (26.10.2015) 85 Km Radtour von Bochum über Duisburg nach Düsseldorf und dann (27.10.2015) per Bahn und Reststrecke nach Hause (20 km)

Ruhr-GebietDas Ruhrgebiet, der “Ruhrpott”; hier bin ich aufgewachsen, und ich fühle mich jetzt -nach vielen Jahren- immer noch irgendwie zu Hause hier.

Hier wohnen rd.  5 Millionen Menschen auf einer Fläche von fast 4.500 qkm, zweimal so groß wie das Saarland,  und wenn man das Metropol-Umland hinzu zählt, fast zehn Millionen Menschen auf 7.000 qkm, mehr als in ganz Niedersachsen.

Den Namen hat der “Ruhr”Pott von der am südlichen Rand verlaufenden Ruhr.  Die großen Städte entwickelten sich bereits im Mittelalter entlang des westfälischen Hellwegs (Hell kommt von Salz),  durch die  Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert wuchs der Raum zu seiner Größe zu einem so genannten polyzentrischem Verdichtungsraum auf und war als “Schmelztiegel der Nationen” infolge der aus ganz Europa zuströmenden Arbeitskräfte ein nationaler Anziehungspunkt und stehender Begriff.

Irgendwo verspürt man auch heute noch die Aufgeschlossenheit und Lockerheit gegenüber anderen Kulturen und Menschen mit Wanderungsgeschichte. Ich fühle mich deshalb hier besonders wohl.

Die Bundesstraße B1 verläuft mitten durch das Ruhrgebiet, übrigens auch durch meine jetzige Wohnregion,  und ist eine über 2.000 Jahre alte Handelsstrasse, von der niederländischen Grenze bei Aachen im Westen bis zur polnischen Grenze in Küstrin-Kietz an der Oder im Osten.

RuhralleeDie B1, der Hellweg, bzw.  die Via Regia folgt einer uralten Handelsroute, die von der belgischen Nordseeküste beim früheren Hafen Brügge bis in die russische Stadt Nowgorod führte. Auf dieser Route wurde schon vor 2000 Jahren Handel getrieben. Ptolemäus (100–175) erwähnt die Straße schon als eine alte Heer- und Handelsstraße. Salz und Ackerbauprodukte bestimmten den Verlauf der Straße ( „Hellweg“, „Handelsweg“ oder „Salzhandelsweg“).

 

Meine letzte Strecke beginnt um 9:00 Uhr, nach einem herrlichen Frühstück bei der Familie meines Bruders, und führt mich bei schönstem Sonnenschein und bestem Wetter nach Westen, größtenteils auf am Hellweg entlang.

Unterwegs realisiere ich, dass ich auch auf einem Pilgerweg unterwegs bin….

PilgerwegDurch das Ruhrgebiet zu fahren, heißt durch eine einzige urbane Situation zu reisen, man merkt es nicht, wann die eine Stadt aufhört und die nächste anfängt.

Im Ruhrgebiet wurde früher “Kohle gemacht”, die entlang der Ruhr an der Oberfläche in Form vieler ”Flöze” ausstreicht und sich nach Norden absenkt. In Höhe der Lippe liegen die Flöze in einer Tiefe von 600 bis 800 Meter, ihre Mächtigkeit liegt durchschnittlich bei ein bis drei Meter. Von ihnen waren und sind allerdings nur ca. 70–80 Flöze abbauwürdig.

Am Nordrand, so bei  Marl, liegt die Kohle etwa 1500 Meter tief, da war ich ja gerade am Vortag.

Ansonsten ist das Ruhrgebiet mehr als bekannt durch seine Industriegeschichte, seine industrielle Bedeutung im Bereich der Montanindustrie, aber auch durch seinen mehr oder weniger gelungenen Strukturwandel und seine an kulturelle Vielfalt, nicht zu vergessen, den “Kumpel” und den “Taubenvatta”.

Ich passiere das Ruhrgebiet relativ zügig und erreiche nach gut 2 1/2 Stunden Reisezeit bei km 50 den Rhein, wo ich mir eine Pause in herrlicher Lage an den Ufern dieses mächtigen Stromes gönne.

RheinpauseIch werde weiterhin durch bestes Wetter und gute Radwege verwöhnt.

Gegen Mittag erreiche ich Duisburg-Rheinhausen, meine Zwischenstation von heute, wo der leider viel zu kurze Besuch meiner beiden kleinen süßen Enkelchen Marek (2) und Milan (1) mit ihrer Mutter ansteht.

Dui Rheinhausen

Und schon geht es weiter, denn ich will noch vor Einbruch der Dämmerung Düsseldorf erreichen, wo abends eine kleine bescheidene Geburtstagsfeier mit meinem Sohn ansteht.

Wiederum überquere ich den Rhein, auf eine beeindruckenden Stahlbrücke, die mich als Ingenieur allein schon wegen Ihrer Konstruktion in den Bann schlägt.

Stahlbrücke DUI

 

Es wird Abend und ich halte noch einmal bei km 75 inne und genieße einen Augenblick der Ruhe und schaue dem verlöschenden Abendlicht nach.

abend

Endlich, gegen nach fast 10 Stunden Reisezeit, bzw. rd 5 Stunden reiner Fahrzeit und bei km 85 komme ich im mitten in einem dunklen Wald an der Herberge an, wo ich nach kurzer Erfrischung im Kreise meiner Familie mit meinem Sohn seinen Geburtstag feiere.

Nun ist meine Radreise schon fast zu Ende….

Am nächsten Tag geht es 9 km durch das sonnige Düsseldorf  …

rather broichzum Bahnhof…

DüHabfDüHbf2

und von dort im IC Klasse 1 (man gönnt sich ja sonst nichts) ….

DüHbf3

… inkl Fahrrad

IC 1920

…nach Hause

Menno, wann geht die nächste Radreise an!!!!!

 

 

…FORTSÄTZUNG FOLGT:::

 

 

 

 

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Der Schuh des Anstosses

Auf meiner  gut 14-tägigen Radtour in 2015 von Flensburg nach Düsseldorf habe ich viel Gelegenheit, sinnierend vor mich hin zu radeln, Kilometer und Kilometer, Stunde um Stunde, Tag für Tag…

Und dabei verliert sich mein Blick, zuvörderst auf die Landschaft, richtet sich vom unerlässlichen Augenmerk auf den Radweg wiederholt aufs Navi und zurück,

…und nicht zuletzt schweift der Blick ziellos auf die den Radweg begleitende Struktur, so auf die Bebauung, auf Zäune, auf  Bäume, auf Sträucher und entlang von Straßen unwillkürlich auch auf das so genannte Straßenbegleitgrün.

endlos MS

Mal kommt es kurzgeschoren daher, mal fällt es steil als Grabenböschung ab, immer ist es eine Senke, eine Fundgrube, für alles, was die sich bewegende, reisende, fahrende und wandernde Menschheit nicht für nötig hält, weiter auf die Reise mit zu nehmen.

In den ersten Tagen nehme ich es gar nicht so richtig wahr, da liegen neben Fastfood-Verpackungen, und Plastikmüll, teilweise volle Müllsäcke, auch Taschen, Beutel und sogar Bekleidungsstücke, wie Mützen und Jacken, Handschuhe… alle lieblos oder achtlos fortgeworfen.

Viele dieser Teile regen mich innerlich an, über die Geschichte dieser Gegenstände nachzudenken, wo und wie sie hergestellt worden sind, welchen Nutzen sie zeitweilig gehabt haben und ich frage mich, warum und unter welchen Umständen sie fortgeworfen oder verloren gegangen sind.

Handschuh

Ab und zu sehe ich auch einzelne Schuhe, anfangs beachte ich sie kaum… in der zweiten Woche massiert sich das eigenartigerweise, so dass ich an einem Tag gut nach und nach ein halbes Dutzend Schuhe, natürlich Einzelschuhe, am Straßenrand liegen sehe…

Irgendwann fange ich an, mir vorzunehmen, mal den einen oder anderen Schuh zu knipsen, tja, und dann kommt natürlich keiner…

Erst am vorletzten Tag, ich sause gerade bergab, erhasche ich im Augenwinkel einen Schuh, bremse, halte an, kehre um und mache ein Foto:

Schuh21

Ich frage mich, was hat der Besitzer des Schuhes gemacht, als er den Schuh verlor…

Ging es ihm wie Aschenputtel, die auch den Schuh verlor, und nachdem ihre bösen Schwestern trotz Teilamputation ihrer zu großen Füsse dem Prinzen nicht den passenden Fuß zum verlorenenen Schuh vorlegen konnten, zur Königin wurde, weil sie denn passenden Fuß zum Schuh hatte?

Oder ist es gar der Schuh des Manitu? Manitu galt bei Indianern als das Allumfassende Geheimnis bzw. die Große Kraft, die in allen Wesen, Dingen, Tätigkeiten und Erscheinungen wohnt? Oder der Berg mit Höhle, in welcher ein Schatz versteckt ist und den Santa Maria findet?

Eher wohl nicht.

Und warum wurde er verloren oder weggeworfen…?

In der arabischen Welt kann mensch mit kaum einem Kleidungsstück mehr Verachtung ausdrücken als mit einem Schuh: er gilt als Inbegriff von Unreinheit und Schmutz. Als die  Statue Saddam Husseins 2003 in Bagdad stürzte, bewarfen wütende Iraker das Denkmal u.a. mit Schuhen. 2008 war es US-Präsident George W. Bush, der in Bagdad bei einer Pressekonferenz vor einem Paar heranfliegender schwarzer Herrenschuhe  Deckung suchen musste. “Das ist ein Abschiedskuss, du Hund”, rief man ihm zu.

Auf wen war mensch sauer, sich des Schuhes entledigend?

Mir fällt ein, die Wohnung eines Gastgebers mit Schuhen zu betreten, ist unhöflich.

Schuhe haben durchaus eine große Bedeutung.

Ein scuoh (althochdeutsch) dient vor allem dem Schutz der Fußsohle und besteht aus Schaft und Boden, wie ich Wikipedia entnehme.

In den Hauffschen Märchen „Der kleine Muck“ kann der zwergwüchsige Junge in den Pantoffeln schneller laufen als jeder andere.

Wir denken an die Siebenmeilenstiefel, die ich als Radler manchmal auch gern hätte, vor allem wenn es bergauf geht.

„Die roten Schuhe“, ein Märchen von Andersen symbolisieren auf tragische Weise, welche Auswirkungen Eitelkeit haben kann.

Vielleicht habe ich auch eine verunglückte Variante eines  neuen Trendes, des so genannten Shoefti oder „Shoe tossing“ gesehen, bei dem Schuhe an ihren Schnürsenkeln aneinander gebunden und über eine Hochspannungsleitung geworfen werden. Einer ging verloren.

Ich höre häufig davon, dass Schuhe insbesondere dem weiblichen Teil der Menschheit als modischer Bestandteil zur Unterstreichung bestimmter Status oder Ästhetikmerkmale dienen sollen.

Bisweilen hat der Schuh von jeher auch etwas mit dem gesellschaftlichen Stand (Soldatenstiefel, Arbeitsschuhe) oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Jesus-Latschen, Ökoschuhe) zu tun.

Manche Leute sollen gar nicht genug von Schuhen kriegen können, andere finden Schuhe erotisch. Der zierliche Damenfuß ist ja ein weit verbreitetes Schönheitsideal. In China entstand bereits im 10. Jahrhundert der Brauch, Mädchen ab dem Kleinkindalter die Füße zu binden. Gut 1000 Jahre lang hielt sich die grausame Mode. Die Folge: verkrüppelte Zehen, gebrochene Knochen, zehn Zentimeter klein wie eine Lotusknospe. Der Kaiser zumindest fand das erotisch. Diese äußert schmerzhafte Behandlung der Füße wurde erst unter Mao Zedong im 20. Jahrhundert verboten.

Vielleicht haben den Leuten also die Schuhe, die ich sehe, weh getan und sie wollten sie nicht weiter tragen und schon gar nicht einem Perversen ihre Füße zeigen.

Etliche Schuhe sehen wie Kunstwerke aus, und (meistens) man(n) fragt sich, wie frau darin laufen kann ohne dauerhaft Schaden zu nehmen.

Schuhe gibt es wohl seit über 10.000 Jahren, so die Aussage von Ethno-Archäologen. Die Schuhe die ich unterwegs sehe, sehen auch schon ziemlich alt aus. Vor 40.000 Jahren behalf mensch sich mit Fellen und Blättern, die um die Füsse gewickelt wurden.

Das gewöhnliche Volk ging lange Zeiten gar barfuss, deswegen hat die Fußwaschung eine besondere Bedeutung erlangt.

Sicher ist, dass sich die Leute, die die Schuhe im Seitengraben verloren oder zurückgelassen haben, sich anschließend die Füße waschen mussten, ohne König, oder Königin zu werden.

Vielleicht sind das auch übrig gebliebene Schuhe von einem der üblen Streiche des Till Eulenspielgels, der ja aus der Gegend kommt, in der ich lebe. Weil man ihn ausgelacht hat, hängt er ein Seil hoch über dem Fluss zwischen zwei Häuser. Er fordert sie auf, jeweils den linken Schuh auszuziehen und ihm zu überlassen. Er bindet sie mit den Schnürsenkeln zusammen und klettert auf das Seil, geht auf dem Seil bis zur Mitte, öffnet die Schnürsenkel und wirft die Schuhe hinunter. „Da habt ihr eure Schuhe wieder. Aber vertauscht sie nicht!“, heuchelt er! Bald prügeln sich Menschen um die Schuhe, es bleiben schmerzende Glieder und einsame Schuhe übrig.

Eine schonende Methode, sich eines Schuhes zu entledigen, sehe ich dann am letzten Tag meiner diesjährigen Radreise, dieses Exemplar ist noch zu gebrauchen!

Hochschuh

 

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Mein Ochsenweg 11 (25.10.2015) 95 Km Radtour von Münster über Marl nach Bochum

Nach einem gemütlichen Ausruh- und Familientag in Münster mit Tochter, Schwiegersohn und Ehefrau , der u.a. durch ein opulentes Essen bei einem spanischen Restaurant gekrönt worden ist (Tapas bis zum Abwinken), geht es am Sonntag morgen gegen 09:00 Uhr durch die leere, bekannterweise hervorragend auf Biker eingerichtete  Stadt Münster bei Nieselregen in Richtung Süden…

Wie heißt es doch so schön: “…in Münster regnet es entweder, oder es läuten die Glocken…”, und ich bin ja so glücklich beides beim Abschied genießen zu können….

Nach einiger Zeit kreuzt meinen Weg die münstersche Aa, die im nordwestlichen Westfalen westlich von Münster in den Baumbergen entspringt und dann auf ca 30 km Münster durchfließt in  und Münster den  Aasee schenkt und speist. Bei Greven mündet sie  in die Ems.

MS AaAls damaliger Leiter der Unteren Wasserbehörde im Umweltamt Münster waren meine MitarbeiterInnen und ich für dieses Flüsschen und die vielen Bäche im Stadtgebiet verantwortlich, neben vielen anderen wasserwirtschaftlichen Belangen. U.a. mussten wir darauf achten ,dass der Dom wegen Übernutzung des Grundwassers nicht zusammenfiel und dass das Trinkwasser, dass zu einem großen Teil aus dem Dortmund-Ems-Kanal gewonnen wird i.O. war, der wegen seiner guten Wasserqualität (Gewässergüteklasse II) auch zu diesem Zweck genutzt wird und im Grunde genommen Flusswasser des Flusses Lippe enthält. In Münster Ebenso war drauf zu achten das der das Stadtgebiet (unterirdisch passierende) Kiessandzug vor Schadstoffen geschützt wurde, usw. , usw.  …

Es war eine gute Zeit und eine sehr schöne Aufgabe.

Auf Wiedersehn Münster!!!

Tschüss MS..und dann geht es weiter durch die sehr ordentliche, Kulissenlandschaft des Münsterlandes Richtung Süden…

Immer schön befeuchtet von oben…

endlos MSAuf dem Weg in Richtung Haltern fällt mir ein, dass ich diese Strecke schon als Jugendlicher geradelt bin, z.B. aus dem Ruhrgebiet nach Münster zum Karneval… das muss gut 45 Jahre her sein… hmmmmm

Seitwärts passieren stolze Höfe und bewirtschaftete Felder, Kilometer lang…

stolzer HofFeld..weiter geht es entlang schnurgerader Strassen, die erstaunlicherweise bisweilen kilometerlang unmerklich bergauf und dann wieder bergab verlaufen…

Um 12:30 Uhr erreiche ich dann bei km 35 den Kreis Recklinghausen, das “Vest” , in dem die Stadt Marl liegt, in der ich aufgewachsen bin (vom 7. Lebensjahr bis zum 18. Lebensjahr) … und in mir steigen erste Gefühle von Vertrautheit und Erinnerung auf…

Vest0 VestrunterIrgendwann geht’s dann in die Halterner Berge… und kurz nach der Kuppe dann herrlich bergab in die Innenstadt von Haltern auf schlappe 40m üNN.

Ich lasse mich gemütlich rollen und lande bei km 43 im Zentrum bei der Kirche St. Sixtus auf dem schönen Marktplatz, wo ich dann am Brunnen sitzend eine dreiviertel Stunde in der Sonne, die mich wärmt und trocknet, gemütlich Vesper-Pause mache…

PauseSo gestärkt geht es mit frischer Kraft in Richtung Marl…  wo ich  nach einer guten dreiviertel Stunde am Stadtrand ankomme…

Marl 1

In Marl selbst tauchen nach und nach die mir altvertrauten Gegebenheiten auf…

so eine Zeche, die wohl noch in Betrieb ist…

AV…dann das schon damals architektonisch hypermoderne Rathaus mit Grimme-Institut, das ich als Schüler während der Filmpräsentationen besuchte…

Marler Rathaus..mein Albert-Schweitzer Gymnasium…, wo ich als knapp 18-jähriger Abitur gemacht habe…ASG Marl

..meine Grundschule, in die ich als 7-jähriger aus Kaiserslautern kommend eingeschult worden war…

Grundschule..und dann bei km 62 das Wohnhaus, in das meine Eltern mit uns vier Kindern aus Kaiserslautern kommend zogen, und in dem ich meine Kindheit und Jugend verlebte. In dem Haus wohnten 10 Familien, davon vier Familie mit insgesamt 13 Kindern…für Spielkameraden war seinerzeit gesorgt…

DrBrüllEin Blick auf die Türschilder zeigt mir, dass hier niemand mehr wohnt, den ich kenne…

Dennoch froh, diese Stationen besucht zu haben, fahre ich weiter zu meinem Tagesziel, nach Bochum…

Von Marl aus geht es über Herten, und Herne weiter…

In Herne kreuzt mein Weg den eigentlichen “Arbeits-Fluss” des Ruhrgebietes, das an seinen Rändern von Lippe und Ruhr, in der Mitte von der Emscher durchflossen wird.

EmscherbeiHerneDer Ruhr wiesen die Altväter des “Ruhrgebietes” die Aufgabe der Trinkwasserversorgung, der Lippe die Aufgabe der Brauchwasserversorgung (Kühlwasser) und die Emscher verurteilten sie zur Industriekloake, traurig traurig…

Die Emscher leitet ausschliesslich Schmutzwasser aus Gewerbe, Industrie und Haushalten ab und fliesst in Duisburg, kurz vor der Rheineinmündung, in Gänze in eine riesige Flusskläranlage hinein und kommt halbwegs gereinigt wieder heraus…

Weiter geht es mehrfach von ca. 45 m üNN auf ca. 100 m üNN durchs Ruhgebiet und am Ende komme ich bei km 97 gegen 16 Uhr nach brutto 7 Stunden Reisezeit und netto rd 5 Stunden Fahrzeit in Bochum an meinem Ziel an, wo mich meine Schwägerin, mein Bruder und sein Sohn mich empfangen und reichlich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen.

Abends geht es noch kurz ins “Bermuda-Dreieck”, einem angesagten Stadt-Viertel, aber dann auch reichlich müde ins Bett, dass sich als stählernes Hochbett herausstellt,…

…eher für sportliche Burschen -als für müde alte Knaben- ein Kletter-Leckerbissen…

 

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