Mein Ochsenweg 4.3 (26.09.2016) ca. 50 km Radtour von Calbe /Saale nach Magdeburg

Das kleine Städtchen Calbe (Saale) mit rd. 9000 Einwohnern liegt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Hier ist die Saale schon für Europaschiffe ausgebaut.

Um Calbe (Saale) herum liegen viele geschützter Biotope, die wir auf unserer Route nach Magdeburg auch teilweise streifen und durchfahren.

Die Magdeburger Erzbischöfe hatten bei Calbe ihren Sommer- und Zweitsitz, woran man sehen kann, dass sie wie wir Radler einen guten Geschmack hatten.

Dem Vernehmen nach gibt es in Calbe auch ein Denkmal für Till Eulenspiegel, der angeblich ja eher in der Gegend, in der ich wohne, sein Unwesen getrieben haben soll.

Auf dem Weg nach Magdeburg radeln wir zunächst bei bestem Wetter links der Elbe und queren dann bei Barby unweit, wo die Saale in die Elbe mündet, die Elbe über eine imposante Stahlbrücke, die nicht mehr für den Eisenbahnverkehr genutzt wird…

                        

Von dort aus geht es auf schönen Wegen durch die beeindruckende Weite der Elbauen vor Magdeburg…

Viel zu schnell nähert sich Magdeburg, die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und saugt uns ins Innere zum Bahnhof, wo unser Pkw steht auf.

Wir überqueren noch einmal die Elbe und sind dann auch bald am Ende unserer kleinen Reise entlang der Saale!

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Mein Ochsenweg 4.2 (25.09.2016) ca. 90 km Radtour von Merseburg nach Calbe /Saale

Merseburg mit seinen rd 34.000 Einwohnern ist eine mittelgroße Dom- und Hochschulstadt im südlichen Sachsen-Anhalt und eine der ältesten Städte im mitteldeutschen Raum. Bis zur Reformationszeit war Merseburg ein bedeutendes religiöses Zentrum.  In Merseburg gibt es den Merseburger Dom mit seinem Domschatz, der neben kostbaren Handschriften, wie der prachtvoll ausgemalten Merseburger Bibel aus dem  13. Jahrhundert, unterhalb einer Schatzkammer im „Zauberspruchgewölbe“ ein Faksimile der berühmten Merseburger Zaubersprüche aufweist. Merseburg verfügt über ein Schloss und einen schönen Schlossgarten, letzterer gehört zum Projekt Gartenträume Sachsen-Anhalt.

Südlich von Halle liegen ökologisch wertvolle Auen der Saale, hinter  Halle passiert die Saale beeindruckende Steilufer und Sandsteinfelsen.

Wir verlassen Merseburg in aller Frühe und fahren dem entsprechend entlang der Saale lange durch menschenleere, Nebel verhangene Auenbereiche und kleine Dörfer mit holperigen urigen Kopfsteinpflasterstrassen…

Unterwegs begegnen wir einem Schleusenwärter, der mit seinem Kind frühmorgens auf der Schleuse nach dem rechten sieht…

Durch Halle an der Saale fahren wir fix durch und sind ein wenig erschüttert über die vielen desolaten Gebäude entlang der Hauptstraße, auch der Innenstadtbereich behagt uns nicht. Sicher, wir haben vielleicht ein zu strenges Auge, mein Kumpel als Architekt und ich als Kreisbaurat, schauen vielleicht zu fachlich… nun, wir verlassen Halle eilig, ohne zu verweilen..

Bei Brachwitz übersetzen wir mit einer Fähre…

 

Weiter geht es durch die schönen Saale-Auen!

Wir machen eine Pause an einer wunderschönen naturnahen Stelle:

 

..und das ist so richtig nach meinem Geschmack…

Unterdessen labt sich mein Kumpel an den Kirschen am Wegesrand…

Unterwegs sehen wir immer wieder beeindruckende Zeugnisse der Vergangenheit…

 

Wir radeln frohgemut an der Saale entlang weiter und erreichen glücklich Calbe an der Saale.

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Mein Ochsenweg 4.1 (24.09.2016) ca. 90 km Radtour von Jena nach Merseburg

Im Herbst 2016 haben mein Radler-Kumpel und ich uns noch eine kleine Radtour von Jena nach Magdeburg gegönnt. Im Frühjahr ging es gesundheitsbedingt nicht, aber wir wollten zumindest eine kleine Tour in 2016 gemeinsam machen.

Dieses Mal sind wir aus verschiedenen Gründen anders als sonst vorgegangen und haben von zu Hause aus die Tour mit dem Auto begonnen, über die Autobahn bis Magdeburg Hbf und von dort mit der Bahn nach Jena, um dann von dort die Saale herunter nach Magdeburg zu reisen.

Am Anfang stand und steht jedes Mal die gründliche Vorbereitung, natürlich mit Checkliste:Das Verstauen der Räder auf den Pkw erfordert natürlich fachmännische Kommentare seitens des anwesenden Sohnes:

Schließlich haben wir es dann geschafft und dann geht es auch los…

Aber erst mal sind wir im Stau, d.h. wir sind auch Stau…Aber irgendwann kommen wir in Magdeburg auch an , stellen das Auto in einer Tiefgarage ab und machen uns mit der Bahn auf den Weg…

  

In Jena angekommen, haben wir eine kleine Tour zum Hotel, die Räder werden fix sicher abgestellt, die Packtaschen ins Zimmer, und dann ab zur Bar, wo uns kühler Gerstensaft mundet, dem wir nach der “anstrengenden” Tour genußvoll und reichlich zusprechen.

Jena ist kreisfreie Großstadt und Universitätsstadt in Thüringen, sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und ein Oberzentren des Freistaats.

In Jena befindet sich die 1558 gegründete Friedrich-Schiller-Universität Jena und ausgehend vom Unternehmen Carl Zeiss ein weltweit bekanntes Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie, die seit dem 19. Jahrhundert ist in Jena  ansässig ist.  Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH in der DDR neu gegründet. Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss  privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm das optische Kerngeschäft,  für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde  Lothar Späth als ein Sanierer eingesetzt.

Jena hat ein schönes Wappen, mit dem Erzengel Michael, und es beinhaltet auch eine Weintraube, die an den  Weinbau früherer Zeiten erinnert.

Nun gut!

Zügig verlassen wir Jena und fahren an die Saale heran, die von einem wunderbaren Radwanderweg begleitet wird.

Die Saale ist ein Fluss, der Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchquert und mit rd.  415 Kilometern nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe ist. Die Saale ist von km 0,0 (Elbeinmündung) bis 124,2 Bundeswasserstraße und entspringt im Fichtelgebirge.

Die Saalequelle ist Ausgangspunkt des 427 Kilometer langen Radwanderwegs Saale.

Die Saale fließt im mittleren Teil ihres Laufes in das so genannte Thüringer Becken ein und tangiert dort unter anderem Jena, bei Naumburg nimmt sie die Unstrut auf. Nachdem sie den Naturpark Saale-Unstrut-Triasland durchflossen hat, beginnt in Weißenfels der Unterlauf der Saale in einer flachen Landschaft durch Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg, den Endpunkt unserer ersten Etappe.

Unterwegs treffen wir auf eine Eselfamilie…

Die Saale ist ein wunderschöner Fluss und bietet in vielerlei Hinsicht auf Freizeitvergnügen.

Besonders anziehend sind die vielen Möglichkeiten zur Einkehr unterwegs:

 

Unterwegs treffen wir auf liebevoll gestaltete Wasserbauanlagen, die heute der Freizeitschiffahrt dienen.

 

Selbstverständlich nutzen wir das zu einer Rast und Einkehr…

Und weiter geht es die Saale flussabwärts.

Bei ungefähr km 75 plagt uns der Hunger derart, dass wir nicht umhin können, anzuhalten, ausgerechnet in Leuna, das sich schon durch einen bestimmten Geruch angekündigt hat, bevor wir die industriellen Anlagen sehen können. In Leuna befinden sich die Leuna-Werke, einer der größten Standorte der chemischen Industrie in Deutschland mit einer Vielzahl von verbundenen Unternehmen: Total, Addinol, BASF Leuna GmbH, Linde AG, Cri Katalyst, Leuna Tenside, Domo, Dow, Innospec, Momentive, Rohde, Wepa Leuna, Weber Rohrleitungsbau, Wisag, TÜV NORD MPA, Land- und Forstgüter Höhe 18, Leuna Harze.

Aber dort finden wir in einem netten Lokal die Atzung, die es uns ermöglicht den finalen Teil unseres ersten Radwanderabschnittes entlang der Saale nach Merseburg gekräftigt anzutreten.

 

Na, denn!!

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Mein Ochsenweg 3.6 (01.07.2016) ca. 50 km Radtour von Wetzlar nach Idstein

Die Stadt Wetzlar bildet den Startpunkt meiner letzten Etappe, die mich nach Idstein führen soll, wo meine Schwester wohnt.

Wetzlar ist eine Stadt mit rd. 51.000 Ew in Mittelhessen und war ehemalig Reichsstadt. Sie ist Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises und als Handelszentrum eines der wichtigen Oberzentren im Land Hessen. Wetzlar hat bedeutende optische, feinmechanische, elektrotechnische und stahlverarbeitende Industrien und ist auch als Sportstadt bekannt.

Das Stadtgebiet liegt im Bereich des Zusammenflusses von Dill und Lahn. Hier berühren sich hessische Mittelgebirge, südlich liegt der Taunus, nördlich beginnen der Westerwald und das Rothaargebirge. Das bekomme ich bei der Radtour auch zu spüren.

Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa schuf im Wetzlarer Gebiet eine Reichsvogtei, machte Wetzlar zur Reichsstadt, das es bis 1803 blieb. 1689 war das höchste Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das Reichskammergerichts, nach Wetzlar verlegt worden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist nachzulesen, dass Johann Wolfgang Goethe im Jahre 172 am Reichskammergericht als Praktikant eingeschrieben war. Er erlebte hier eine glücklose Romanze mit Charlotte („Lotte“) Buff. Damit war das Material für seinen Erstlingsroman „Die Leiden des jungen Werther“, geschaffen, mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte.

Bekannt ist Wetzlar auch durch die Firma “Leica”, das sich auf die Fertigung von Ferngläsern und Fotoapparaten spezialisiert hat.

LeicaNun, ich frühstückte gemütlich, im Bewußtsein dieser geschichtsträchtigen “Location”, und machte mich dann alsbald auf den Weg.

Es geht entlang der Lahn mit wunderschönen Aussichten…

Kanal zur Lahn

Zwischendurch mal ein Kanal, den heutzutage Sportbootfahrer nutzen können, ich sehe diese technischen Wasserstrassenbauwerke als gelernter “Wasserbauer” gerne!

Querungen der Bahn mit meinem Radweg geben die Möglichkeit, mal zu rasten und einen Schluck Wasser zu trinken, was unterwegs das Wichtigste für den Körper ist.

  

Und irgendwann kommt dann die Bimmelbahn und dann kann es weitergehen…

Wie gesagt der Durst ist unterwegs immens. Nachdem ich den letzten Tropfen aus meinen beiden Wasserflaschen geschluckt habe, denke ich angesichts des vielen Wassers (Lahn) die ganze Zeit daran, meine Wasservorräte baldmöglichst aufzufüllen…

…und der Weg zieht sich…. doch plötzlich geschieht ein Wunder am Wegesrand….

Da steht doch wie bestellt ein Kühlschrank zur Selbstbedienung, aus dem ich mich dann mit wunderbarer Fassbrause erfrischen kann…

Zu dem Durst, der wunderbar gelöscht wird gesellt sich dann wenig später Hunger, so dass ich im nächsten Dorf einfach nicht an dem schönen Gartenlokal vorbeiradeln kann, sondern da zulange….

 

So erfrischt geht es frohen Gemüts weiter zum Zielpunkt, dem kleinen hessischen Dorf Esch-Waldems, wo meine Schwester die Großfamilie, Freunde und Bekannte am nächsten Tag zu einem großen Fest eingeladen hat.

Gegen frühen Abend treffe ich dann auch glücklich ein und kehre sofort in mein Hotel, nicht ohne mir vorher ein “bescheidenes” Mahl im Discounter zu besorgen, dass dann in aller Ruhe und Zufriedenheit verzehrt wird.

 

Da das Hotel keinen sicheren Aufbewahrungsort für mein Fahrrad aufweisen kann, nehme ich es einfach mit auf das Zimmer…

Das erleichtert am nächsten Morgen den Aufbruch erheblich….!!!

So endet meine Radtour nach gut 400 km im Sommer 2016, wieder ein schönes Erlebnis!

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Mein Ochsenweg 3.5 (30.06.2016) ca. 50 km Radtour von Marburg nach Wetzlar

Nach einer guten Nacht ist erstmal ein schöner Stadtbummel mit ausgiebigem Frühstück fällig.

 

Dann geht es weiter in Richtung des Flusses Lahn auf schönen auf schönen Radwegen, .

 Unterwegs gibt es viel zu sehen, eine weite Landschaft und geschützte Naturareale….

..und mittendrin brütende Störche….

Und irgendwann bin ich dann an der Lahn….

Die Lahnaue bietet ein wunderschönes naturnahes Bild, an dem ich mich nicht satt genug sehen kann…

Und weiter geht es… zu Wasser und zu Lande…

Kurz vor Wetzlar gönne ich mir dann noch eine ausgiebige Pause auf einem hübschen Dorfplatz….

Die Tagestour war nicht so lang wie die vorherigen Abschnitte, aber es reicht mir dann auch und ich erreiche zufrieden meine Unterkunft in Wetzlar, die ich erst noch nach einer ordentlichen Bergauf-Kletterei erreiche und gehe früh ohne weitere Würdigung der städtischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten müde und zufrieden zu Bett…

 

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Mein Ochsenweg 3.4 (29.06.2016) ca. 70 km Radtour von Winterberg nach Marburg

Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem perfekten Frühstück im “Haus Andrea” in Winterberg (sehr empfehlenswert) geht es relativ spät gegen 09:30 Uhr los.

Ich weiß noch nicht, was mich erwartet, aber als ich dann aus Winterberg heraus bin, gerate ich auf eine eigene, höchst komfortable, neue Radfahrerstraße, abseits von Bundes-  Landes-, oder Kreisstraßen, die zudem noch -dieser Fahrtrichtung geschuldet- kilometerlang bergab geht….

Ohne viel in die Pedalen treten zu müssen rolle ich mit beträchtlichem Tempo durch eine wunderschöne Mittelgebirgslandschaft… Es ist einfach herrlich und mein Herz lacht…

Meine Kinder würden sagen: “echt geil”, und ich war begeistert!

Wie am Höhenprofil der Karte oben zu sehen ist geht es rund 20 km munter bergab, ..

..und während das bike den Berg hinuntersaust genieße ich die “blühenden Landschaften”…

Nun, auch die schöne Fahrt abwärts hat mal ein Ende und dann geht es zwischen Tageskilometer 20 und 23 ordentlich bergauf…

Oben auf der Kuppe verschnaufe ich eine Weile im kühlen Wald…

Unten in der Ebene angekommen, begrüßt mich nicht nur die sonne, sondern auch ein blaues Blumenfeld:

Und weiter geht es nach Wetter,…

…wo ich dann eine schöne Pause im Schatten einer Kirche gegenüber dem Rathaus mache.

   

Dieses entzückende Örtchen mit gut 9.200 Einwohnerinnen und Einwohnern darf nicht mit Wetter an der Ruhr verwechselt werden! Wetter (Hessen-Nassau) ist eine Kleinstadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen, nördlich der Lahn. Der Name ”Wetter”(Hessen-Nassau) stammt aus der Zeit, als diese Ortschaft  zur  preußischen Provinz Hessen-Nassau gehörte und wurde eigentlich nur von der Eisenbahn und der Post in den Stempeln benutzt. Ein behagliches Örtchen mit schöner Fachwerkarchitektur…..

Ich reise entspannt weiter in Richtung Marburg…

..kurz vor Marburg noch ein Blick auf die Lahn…

..und dann erreiche ich zufrieden gegen 15 Uhr Marburg…

Ich erreiche mein Hotel kurz darauf, und beschließe den Tag sehr zufrieden!

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Mein Ochsenweg 3.3 (28.06.2016) ca. 60 km Radtour die Ruhr hinauf von Arnsberg nach Winterberg

In Arnsberg, im Gasthof Dicke, wache ich früh und gut ausgeschlafen auf.

Nach den üblichen Vorbereitungen begebe ich mich in die Gaststube, wo der Sohn der Wirtin und sie selbst schon sehr geschäftig kruschteln und mir ein wunderbares Frühstück bereitet haben. Ich habe nicht so viel Hunger, verzehre ein Brötchen und ein bisschen Obst und packe mir zwei frische Brötchen mit einem sensationellen Schinken belegt ein.  Die Übernachtung inkl Frühstück kostet nicht einmal 35 Euronen.

Froh gestimmt, verlasse ich -bei gering bewölktem Himmel mit ein bisschen Sonne- den gastlichen Ort!

Diesmal liegen 850 m Aufstieg vor mir, die von 350 m Abstieg unterbrochen werden.

Kurz vor neun Uhr trete ich dann in die Pedalen….

..und der Blick zurück zeigt die Lieblichkeit der Landschaft…

Nun geht es entlang der Ruhr stromaufwärts, bei bestem Radlerwetter ist die Laune kaum noch zu toppen…

Nach gut einer Stunde radeln, kurz vor Meschede, geht es abseits der Ruhr  eine Anhöhe hinauf, wo ich eine Pause einlege und den Blick auf das Land genieße…

Ich stehe noch nicht lange dort, da kommt ein älterer Herr, der mich vom gegenüber liegenden Haus her (sehr gepflegtes Haus) wahrgenommen hat. Wir kommen sogleich in ein munteres Gespräch und tauschen -ganz vertraut- wie alte Bekannte, Einzelheiten über unser Leben und Herkunft aus…

So schön ist das Bikerleben…

Und dann geht es weiter… immer schön bergan…

Kurz vor Mittag komme ich an ein kleines Flusskraftwerk, was mein Wasserbauerherz natürlich sehr erfreut, zumal ich den Bau solcher Kraftwerke mal studiert und gelernt habe:

Oberhalb ist die Ruhr entsprechend gestaut und fließt langsam in einem breiten Bett:

Kurz danach bietet sich ein weiteres Anschauungsobjekt ingenieurtechnischer Baukunst dar, eine Hochbrückenbaustelle, die sich im Vorschub über das Ruhrtal schiebt…

    

Bei soviel Baukunst ist dann im nächsten Ort Olsberg eine schöne Rast an der Ruhr fällig…

  

Gut ausgeruht geht die Fahrt weiter..

 

Mittlerweile geht es ins hügelige Land…

Manche Steigung ist durchaus Kräfte zehrend (für mich)… eine 15%ige Steigung bei Assinghausen bringt mich dazu, dass Rad auch mal zu schieben..

Aber die Situation danach gleicht durch ihre Lieblichkeit wieder alles aus…

Und dann nähere ich mich der Quelle der Ruhr…

  kurz vor Winterberg 

wunderschöne Bergwiesen mit dem Wiesenknöterich…ich bin begeistert….

Und dann ist es nicht mehr weit…aber es geht ordentlich bergauf… puuh!!!

Meine Unterkunft ist dann endlich erreicht: im “Haus Andrea”, und das ist so was von gut!!!

Der Tag endet im völligen Wohlfühlareal…

 

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Mein Ochsenweg 3.2 (27.06.2016) ca. 85 km Radtour die Ruhr hinauf von Dortmund nach Arnsberg

Am Montag, dem 27.0.2016, geht es dann wirklich los….

Die Route schmiegt sich -abgesehen von meinen drei speziellen Zielpunkten- an den Lauf der Ruhr an und ist daher, was die Höhenmeter betrifft, sehr schön gleichmäßig und schaffbar… steigend!

Das Navi führt mich aus dem Zentrum von Dortmund heraus, auf wundersamen Wegen in den Süden Dortmunds, aber abseits der stark frequentierten Stadtstraßen.

Mein Plan ist, neben dem ehemaligen Haus meiner Schwiegereltern in D-Brackel, ehemalige Wohnungen in Schüren und Holzwickede zu besuchen und dann entlang der Ruhr nach Arnsberg  zu radeln.

Ja, und das klappt auch ganz prima, auf das Navi ist Verlass, und so sehe ich noch einmal zwei wichtige Stellen, wo ich in meinem Leben gewohnt habe, was ja letztendlich Ziel und Grund meiner Deutschlandtour ist:

    

Das Haus, in Dortmund-Schüren, in dem ich nach dem Studium meine erste eigne Wohnung hatte:

Der Weg führt nach ca. 45 km vorbei am hübschen Rathaus in Holzwickede:

Der Weg führt dann durch Holzwickede, Opherdicke, wo meine Familie für sehr kurze Zeit eine Mietwohnung mit nervigen Vermietern bewohnte. Hier kam (im Unnaer Krankenhaus) auch unsere erste Tochter zur Welt.

Holzwickede hinter mir lassend, eröffnet sich der Blick auf die vor mir liegende schöne hügelige Landschaft des Hochsauerlandkreises, durch die ich die Ruhr stromaufwärts nach Arnsberg radeln will.

Der Hochsauerlandkreis ist ein Landkreis im Südosten von Nordrhein-Westfalen, in dem ca. 210.ooo Einwohner leben. Der Kreis wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen. Beide Flüsse kenne ich noch aus meiner Jungingenieurszeit recht gut, da ich dort einige Wasserbauprojekte realisiert habe. Die höchste Erhebung des Hochsauerlandkreises ist der Langenberg mit 843,2 m ü. NN, der niedrigste Punkt ist an der Ruhr in Arnsberg-Voßwinkel mit 146 m ü. NN. Der Hochsauerlandkreis hat  viele schutzwürdige Gebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren, z. B. den Schwarzstorch, den Uhu, Raubwürger und das Braunkehlchen. Es gibt im Hochsauerlandkreis insgesamt 177 Naturschutzgebiete.

Ein guter Grund, hier zu radeln.

Und weiter geht es auf gut beschilderten Wegen Richtung Ardey / Fröndenberg, wo ich dann meine erste schöne Pause nach 55 km mache und mir in einem süssen italienischen Café ein leckres Eis gönne!

In Fröndenberg ist auch eine tolle Firma ansässig: Die deutsche Tochtergesellschaft von ARTEMIDE, die 1986 in Düsseldorf gegründet worden war. Die Gesellschaft wird derzeit von Herrn Prof. Ing. Ernesto Gismondi, dem Inhaber der gesamten Unternehmensgruppe geführt.

Ich komme um eine Ecke und da ist diese Firma, deren Beleuchtungsartikel ich schon lange bewundere und auch besitze ….

Und dann geht es endlich in das schöne Ruhrtal…

   

Bald treffe ich auf das erste Schild des Ruhrtal-Radwanderweges:

Entlang dieser wunderbaren Landschaft führt mich der Weg stromaufwärts…

Mal links der Ruhr, mal rechts, dabei geht es über spannende Brücken…

  

Als “gelernter Wasserbauer” erfreue ich mich an dem hohen naturnahen Grad der Aue…

und mache gern um halb vier nachmittags eine letzte Pause, nachdem ca. 75 km hinter mir und noch ca. 25 km vor mir bis zum Tagesziel liegen…

Die letzten Streckenkilometer ziehen sich hin, und kurz vor Arnsberg fängt es ordentlich an zu regnen… hinzu kommt, dass ich durch die Stadt hindurch muss, um zur Unterkunft zu gelangen, und leider leider stellt sich eine richtig anstrengende Anhöhe zwischen mich und das Ziel..

Von Arnsberg selbst habe ich wenig mitbekommen, daher gehe ich auf diese Stadt nicht weiter ein. Erwähnt sei lediglich, dass Arnsberg  große kreisangehörige Stadt im Sauerland im Land Nordrhein-Westfalen ist und Sitz des Regierungsbezirks Arnsberg. Die Stadt selbst ist 1975 im Zuge einer kommunalen Neugliederung aus der Zusammenlegung von Neheim-Hüsten, Arnsberg und 13 weiteren Ortschaften zu ihrer jetzigen Form gefügt worden. In Arnsberg wohnen ca. 74.000 Einwohner.

Die letzten Meter bis zur Kuppe muss ich schieben, denn mittlerweile bin ich erschöpft, durchnässt und habe reichlich Hunger…. Oben angekommen, schnaufe ich erst einmal gründlich aus… und verstehe nicht, warum die Tourempfehlung meines Navi unbedingt über diesen Huckel führen musste….

Das schöne an den natürlichen Erhebungen ist, dass man nach der anstrengende Auffahrt mit raschem Tempo das Rad nach unten laufen lassen kann und so komme ich dann eine knappe Viertelstunde später, bei Tageskilometer 100 km, am Tagesziel an, dem Gasthof “Dicke”, im Orsteil Arnsberg-Oeventrop:

Durchnässt komme ich an, im Inneren der Gaststube werde ich freundlich und mit typischem Sauerland-Akzent von der älteren Gastwirtin empfangen, die mir gleich mitteilt, dass ich bei ihr nichts mehr zu essen bekomme. Dann führt sie mich zu meinem Zimmer und weist mich entsprechend ein und verschwindet…

Ich bin allein im Gasthof… naja…

Da es spät ist, sind alle Läden geschlossen… ach, da fällt mir ein, dass ich gerade eben bei einem REWE vorbeigefahren bin. Flugs die Packtaschen ausgeleert, nochmal auf den Drahtesel geschwungen und ab geht es zum Discounter, der glücklicherweise noch geöffnet hat ( es ist halb zehn !!),…

Ein wunderbarer ganz neuer REWE Markt, mit allem, was das Herz und den Magen eines müden, nassen Bikers erfreut….

Ich decke mich mit leckeren Speisen und Getränken ein und trudele zufrieden im Gasthof ein, wo ich mich nach einer heißen Dusche völlig zufrieden einem sensationellen Abendmahl und dann wunderbarem Schlaf hingebe, während draussen der Regen an die Fenster prasselt.

Da das Zimmer einen überraschenden maritimen Charakter hat, passt das mit dem vielen Wasser draussen irgendwie….

 

Hoch oben an der Decke hängt ein Netz, über dessen Aufgabe hier, seine Form und Schönheit ich -im Bett liegend- angeregt nachdenke und dabei in tiefen Schlummer davonschwimme, während draussen eine Dorfkapelle Marschmusikweisen einübt…

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Mein Ochsenweg 3.1 (25. und 26.06.2016) Besinnlicher Dortmunder Auftakt zur Radtour die Ruhr hinauf und die Lahn hinunter…

Endlich….

Hab lange genug drauf gewartet…

Ende Juni/Anfang Juli 2016 geht es mal wieder auf dem Drahtesel los, eine weitere Etappe meiner Deutschlandreise wartet auf mich!

Diesmal soll es von Dortmund aus losgehen:

… die Ruhr hinauf stromaufwärts bis Winterberg,

… dann weiter “rüber”nach Marburg,

… dann die Lahn entlang, stromabwärts über Wetzlar und Villmar,

… und dann herüber ins Nassauische nach Idstein.

Dort findet eine Familienfete meiner Schwester statt, und dort endet die einwöchige Reise dann leider schon wieder.

Zunächst ist eine gute Vorbereitung vonnöten, diesmal will ich unbedingt weniger Gepäck mitnehmen, und ich schaff’ es , ein wenig….Die hinteren Packtaschen wiegen jeweils knapp 6 kg, die vorderen jeweils knapp 3 kg, immerhin….

jaja, nur das Nötigste….

Ich höre in Gedanken meinen Biker-Freund Joerg spotten, der jedes Mal mit unglaublich wenig Klamotten auf unseren Touren auskommt, diesmal leider verhindert ist.

Mein Navi hab ich vorher programmiert über schöne tools im Internet ( z.B. http://www.radroutenplaner.nrw.de ), da konnte ich die Routen nach Örtlichkeit, Länge und Höhenmeter schön vorbereiten und ins Navi exportieren….Coole Sache….

Ich habe den Ruhrtal-Wanderweg ausgewählt, wie sich herausstellt, eine sehr gute Wahl…

Doch dazu später…

Erstmal geht es mit der Bahn von zu Hause nach Dortmund…

Nach Dortmund begleitet mich diesmal meine Frau, weil wir übers Wochenende bei der Gelegenheit dort Bekannte besuchen wollen und Dortmund lange unser Wohnort war.

In Dortmund hatte ich meine erste eigene Wohnung, meine erste Arbeitsstelle in einem Ing.-Büro, trat erstmalig in die damalige IG-Bau ein, war endlich wieder in einer kleinen Band, lernte Wolfram kennen, einen anthroposophisch gestimmten Professor der FH-Dortmund, von dem ich wirklich viel gelernt habe. In Dortmund lernte ich meine jetzige Frau Rosemarie kennen und dort gründeten wir unsere Familie…

Ich könnte von daher noch ne Menge über Dortmund schreiben, eine tolle Stadt, wo nicht nur der BVB (mein Lieblingsverein) beheimatet ist, wo 590.000 Einwohner leben, also mehr als in Hannover ( 520.000 Ew).

Früher war Dortmund von Schwerindustrie und Stahl beherrscht, heute haben sich in Dortmund bedeutende Unternehmen der Versicherungs- und Finanzwirtschaft sowie im Umfeld der Universität viele moderne IT- und Dienstleistungsunternehmen etabliert.

Durch Dortmund führt die B1, als “Hellweg”, die auch durch den Landkreis führt, in dem ich jetzt lebe. Diese Straße ist schon von Ptolemäus erwähnt worden ( um 100 n Chr.), also bin ich quasi an der B1 geblieben.

Nicht zu vergessen, das leckre Bier: Dortmunder Union Bier, Dortmunder Actien-Brauerei (DAB), Dortmunder Kronen Bier, Brinkhoff´s No.1  Bier, Ritter Bier, Dortmunder Thier Pils , Dortmunder Stifts Bier, Dortmunder Hansa Bier.

Mein Schwiegervater war bei der “Union” Metallarbeiter, machte sich später gemeinsam mit seiner Frau, meiner Schwiegermutter, selbständig und beide hatten viel Erfolg, insbesondere als Unternehmerehepaar mit einem eigenen Baumarkt, Vertreter der emsigen und erfolgreichen Nachkriegsgeneration unserer Mütter und Väter.

OK, soweit dazu.

Bei der Ankunft schüttet es extrem und im Verlauf unseres kurzen Aufenthaltes klärt sich das Wetter nur kurz auf. Wir Ökos entscheiden uns für einen Besuch des ”Botanischen Garten Rombergpark” in Dortmund-Brünninghausen.

( https://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/rombergpark.html )

Der hat sich aus einem ehemaligen englischen Landschaftspark der Familie von Romberg entwickelt und ist wegen seiner wertvollen und umfangreichen Gehölzsammlung (Arboretum) bekannt geworden. Der Park ist ca. 65 ha groß und gestaltet wie ein englischer. Einen Besuch wert war uns dann auch noch das Café Orchidee mit mediterraner Terrasse im Park.

Der “Botanische Garten Rombergpark” ist wirklich sehenswert und man glaubt es kaum, welche Vielfalt dort zu sehen ist.

Wo man sich be-”Wegt”, bekommt man wiederholt gezeigt:

Am Ausgang verzaubert einen ein Stück urtümlich anmutender Natur…

Soweit der Auftakt…..

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“Schutt happens” oder “lost in space of unkown street”

Was erlebt der rüstige Radler heutzutage nicht alles!

Da fährt man versonnen durch die  Landschaft auf Deutschlands gut ausgebauten und gepflegten Straßen vor sich hin.

Die Strampelei geht vorbei an aufgeräumten, wohlanständigen Dörfer, hinein in Feld, Wald und Flur.

Pflanzen und  Tiere tun alles, damit ein tiefes beglückendes, ja befreiendes Gefühl  die muskulöse Brust des emsig radelnden Bikers erfüllt…

Ab und zu fällt zwangsläufig der Blick auf den begleitenden Straßenrand und Straßensaum.

Hier kämpfen Flora und Fauna, die auf den intensiv bewirtschafteten Äckern keine Chance mehr haben, zwischen den Schnittintervallen der Straßenunterhaltungsmaschinen um Asyl.

Neben Kraut, Gras und Blume tauchen ab und zu interessante Gegenstände auf. Die waren einst ihrem Besitzer oder ihrer Besitzerin zu Diensten, fristen aber nun ein kümmerliches Dasein am Wegesrand:

Ja, richtig, z.B. ein Schuh, nicht zwei Schuhe, nein ein Schuh!

Jetzt mal halt!!!

Nein, ich bin kein Schuhfetischist, auch wenn ich hier schon wieder darüber schreibe, wo ich das doch schon vormals gemacht habe (Vgl. Artikel “Der Schuh des Anstosses vom 21. November 2015).

Es ist ja nicht so, dass ich diese Schuhe dort hingelegt habe.

Erstens trage ich keine Sportschuhe, und mache auch zweitens kein Ballett.

So, das musste mal geschrieben werden.

Ich fahre also durch das Nassauische und da fällt mein Auge auf etwas Besonderes. Das hat sonst eher im Verborgenen eine wichtige stützende und formende Aufgabe. Jetzt lungert es haltlos und entleert, ohne seine klassische Aufgabe am Straßenrand, hat dort ein unwürdiges, vorläufiges Ende gefunden:

Wie, Sie können das nicht erkennen? ….ahnen aber bereits um was es sich handelt?

Nun, ich vergrößere gerne:

Chapeau!

Ja, es ist einer…..

Fast neu, zartrosa, vielleicht mit eiliger und eifriger  Hand, zügellos und  erleichternd aus dem Seitenfenster eines fahrenden Fahrzeugs geworfen,

…um gegebenenfalls Konditionen zu schaffen…

Das wirft Fragen auf… deren Beantwortung ich Ihnen gerne überlasse…

Ich zumindest habe diesen Tatort rasch verlassen, um nicht doch noch  an dieser Stelle auf dieser Straße einem vergleichbarem, zutiefst unwürdigen und verabscheuenswürdigen Bombardement ausgesetzt zu sein…

Viel Spaß beim Kopfkino!

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