Die Anmut der Unordnung (NegEntropie)

Der Mensch neigt -aus welchen Gründen auch immer- eher zu linearen Systemen.
Bei Straßen, Wegen, Plätzen, Gärten, leider auch bei Bächen, Flüssen, im Wald…

Die Gerade gilt als kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten, zumindest im dreidimensionalen Raum, wir müssen ja Zeit sparen und Ordnung halten!

Als Maß der Unordnung gilt allgemeinhin die Entropie, sie kann auch als ein Maß für die Nichtumkehrbarkeit der (in diesem System) ablaufenden Prozesse angesehen werden.

Das soll heißen, in der (nichtbelebten) Welt herrscht die Tendenz, sich in einen Zustand größerer Unordnung zu begeben. Diese Tendenz kann sich auch in der Gesellschaft abbilden.

Beispiel: Mülldeponie!

Leben wird verschiedentlich als etwas definiert, das negative Entropie  (NegEntropie) aufnimmt und speichert.

Das bedeutet,  Leben wäre etwas, das Entropie exportiert und seine eigene Entropie minimiert.

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik sagt: In einem System, dem weder Energie zugeführt wird noch Energie verloren geht, nimmt die Entropie nie ab.
Bei einem umkehrbaren Prozess bleibt sie daher gleich, bei einem nicht umkehrbaren Prozess nimmt sie immer zu.

Sie hat eine bevorzugte Richtung, mit der sich möglicherweise die Richtung der Zeit bestimmen lässt. 

Da die Entropie stets zunimmt, ist von zwei Zuständen der mit der geringeren Entropie der frühere.

Das gesamte Universum unterliegt dem Entropiesatz.

Deswegen wird erwartet, dass die Entropie des Universums immer weiter zunimmt und letztlich einem Maximum zustrebt, d.h. einem Zustand, in dem keine Prozesse mehr möglich sind, die von alleine ablaufen .

Die Welt -als Bestandteil des Universums- strebt also letztendlich einem Zustand der Gleichverteilung aller Energie zu.

Bei dem folglich letztlich zu erwartenden völligen Temperaturausgleich wäre keine Energieumwandlung und somit keine Veränderung mehr möglich.

Das Ergebnis wäre der so genannte Wärmetod der Welt.

Eine Vorstellung, bei der mir -sprichwörtlich- kalt wird!

Ich betrachte bei meinen Radtouren dennoch gern die Formen der Unordnung (NegEntropie), bin mir aber bewusst, dass alles um mich herum ein ordentliches Geschenk auf Zeit ist.

Alles oder nichts?

Bart ist in!

Früher galt ein Bart als Zeichen der Kraft und als Zierde der Männlichkeit.

Friedrich der Große war glattrasiert, Karl Marx und Friedrich Nietzsche nicht.

Mit der Hippie-Kultur war der Bart als Ausdruck von Individualität und Querdenkertum wieder ‘en vogue‘.
Hipster haben den Bart richtig nach vorn gebracht.

Es gibt viele Bartformen: Backenbärte, Schnurrbärte, Vollbärte, Kinnbärte, Jägerbärte, Mongolenbärte, Lehrerbärte und Kaiser-Wilhelm-Bärte.
Nicht zu vergessen Zappa-Bärte, Zuhälterbärte, Ziegenbärte und Pornobalken, vereinzelt Milchbärte.
Es gibt den 10-Tage-Bart und den 3-Tage-Bart, der soll der Hit bei Frauen sein, wegen der Kombination aus weicher Haut und kitzelnden Barthaaren.

Ich trage seit jeher Bart und habe verschiedene Formen ausprobiert.

Die interessantesten Rückmeldungen bekam ich mit dem Zappa-Bart.

Bei den Wikingern, von denen ich gem. jüngster DNA-Analyse zu knapp 30% abstammen soll, wurden längere Bärte am Kinn geflochten, das ist auch heute wieder ‘in‘. Ich habe das noch nicht ausprobiert, allerdings flocht mir jüngst meine Gattin grinsend einen Zopf im schulterlangen Haar.

Mein erster Chef, ein katholischer Ingenieur, kommentierte meinen Bart so: „Gott ließ ihn wachsen, und Sie ließen ihn stehen“, und verschwand grinsend.

Seit neuestem trage ich Vollbart inklusive „Kaiser-Wilhelm-Bart“.

Neulich sprach mich ein Bartträger darauf an, ich solle bei Bartmeisterschaften mitmachen, er habe einen Vizeplatz errungen und ich sei nicht chancenlos.

Sieger und ihre Prachtexemplare sind u.a. auf You-Tube zu bewundern.

Modezeitschriften zeigen mittlerweile häufiger bärtige Männer.

Eine psychologische Studie der University of Queensland soll belegen, dass Männer mit Bart die besseren Partner für langfristige Beziehungen sein sollen.

Meine 87-jährige Mutter meinte kürzlich, „Junge, der Bart macht Dich älter! Kannst Du den nicht weglassen?“. Sie schenkte mir ein aufwändiges Bart-Trimm-Set.

In Bartclubs herrscht das Motto: „Mit Bart, immer eine Haarlänge voraus“. Es stehen die Förderung natürlichen Bartwuchses, einschließlich der Hege und Pflege des Bartes im Mittelpunkt der haarigen Angelegenheiten.
Dort gibt es keine spöttischen Bemerkungen, man ist -wie beim Herrenbarbier- unter sich und wertschätzt einander.
Versteckter Konkurrenzdruck und Neidgefühle können nicht ausgeschlossen werden.

Wahrscheinlich handelt es sich hier jedoch um eins der letzten Refugien für echte Männer. Im Zeitalter der gendergerechten Neutralisierung von Mann und Frau ein an sich schützenswerter Biotop.

Da gehöre ich wohl auch hinein!

Wolfs Bucket-List

Wissen Sie, was eine „Bucket List“ ist? Nein?

Eine „Bucket List“ ist eine To-Do-Liste, eine Liste mit allem, was man in seinem Leben (noch) einmal tun und erreichen möchte, bevor man seinen „Löffel“ abgibt. Das kann Verschiedenes sein, z.B. auswandern, Schafe züchten, nackt im Regen tanzen, Ziegenhirt werden, eine Band gründen, Dudelsack spielen lernen, Bilder malen, ein neues Haus bauen, die Welt retten, eine Reise oder anderen Leuten helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Nun auf meiner „Bucket List“ stehen viele Vorhaben, aber eines ist mir besonders wichtig: Mit dem Rad durch vor allen in Deutschland wandern und zu versuchen, alle Orte zu bereisen, die mir in meiner Lebensgeschichte etwas bedeuten. Das sind relativ viele Orte in Deutschland, z.B. Diekhof, Güstrow, Rostock, Warnemünde, Berlin, Mehlingen, Kaiserslautern, Marl, Hannover, Starnberg, Sylt, München, Velbert, Essen, Dortmund, Holzwickede, Osnabrück, Münster, Düsseldorf, Hamburg, Kiel, Berlin, Regensburg, Rheine, Frankfurt. Peine und natürlich Edemissen. Ich glaube, die wichtigsten habe ich aufgezählt. Überall dort habe ich für längere Zeit gelebt, oder es waren wichtige örtliche Stationen mit besonders prägendem Aufenthalt, in meinem Leben. Wieso und weshalb ist eine andere Geschichte.

Nun, seit 2015 bin ich dabei, diesen Teil der „Bucket List“ intensiv mit dem Fahrrad zu realisieren.

Im Jahr 2015 führte mich mein Weg als Radler auf den so genannten Ochsenweg, gemeinsam mit meinem Freund Joerg aus Hamburg, von Flensburg über Itzehoe nach Edemissen (~440 km ),

und allein weiter von Edemissen über Osnabrück nach Münster, und weiter über Bochum nach Düsseldorf (~445 km).

Im Jahr 2016 radelte ich allein von Dortmund den Fluss „Ruhr“ hinauf bis Winterberg und dann weiter über Marburg/Wetzlar nach Idstein (~315 km ).

Radtour 2016

Im selben Jahr machte ich dann noch mit meinem Freund eine kleine Tour die Saale abwärts, und zwar von Jena bis Magdeburg (~230 km).

Im Jahr 2017 radelten mein Freund Joerg und ich von Ahrensburg in Richtung Lübeck und weiter über Wismar und Rostock nach Diekhof (Geburtsort) und dann südwärts Richtung Tangermünde/Güsen, wo unsere Radtour wegen schlechten Wetters abgebrochen werden musste (~400 km ).

Radtour 08_2017 Ahrensburg-Guesen
Radtour 08_2017 Ahrensburg-Guesen

Für 2018 radelten wir von Basel aus den Rhein hinunter bis Düsseldorf (~695 km) zu radeln, im Anschluss radelte ich dann noch von Münster nach Edemissen (~255 km).

Radtour 08_2018 Basel-Düsseldorf
Radtour 08_2018 Basel-Düsseldorf
Radtour 08_2018 Münster-Edemissen
Radtour 08_2018 Münster-Edemissen

Bisher sind das rd. 3.000 km gewesen.

Für das Jahr 2019 wollen wir von Hamburg aus die Elbe flussaufwärts radeln, bis Bad Schandau!

Radtour 05-2019 Hamburg-Bad Schandau
Radtour 05-2019 Hamburg-Bad Schandau

Weitere Touren sind in Planung!