Mein Ochsenweg 10 (23.10.2015) 125 Km Radtour von Minden über Osnabrück nach Münster

Am Morgen aufgewacht erwartet mich ein tolles Frühstück, dessen Umfang und Qualität mich mit dem “zurückhaltenden” Mahlzeit-Angebot des Vorabends mehr als versöhnt.

Für Übernachtung und Frühstück zahle ich 38 € und dann noch meine Schulden aus der “Minibar” und mache mich gegen 08:00 Uhr auf den Weg nach Osnabrück. Dem Navi entnehme ich, dass es jetzt auf den nächsten 40 km von 100 Höhenmetern auf 55 Höhenmeter herunter gehen soll.

Dieser Vorfreude pflanzt sich aber ein Müllwagen des städtischen Abfuhrunternehmens in den Weg, mit einem computergesteuerten einarmigen Anhängsel, das sich die an der rechten Strassenseite aufgereihten Müllgefässe schnappt und deren Inhalt in den großen Bauch des Müllwagens kippt.

Erfreulicherweise geht es zunächst bergab, so dass ich mich auf eine rasante Abfahrt freue.

Müll in MindenIch schleiche notgedrungen auf abschüssiger Bahn diesem Müllwunderwagen hinterher und warte, bis mich diese Arbeitsplatzvernichtungsmaschine dann an einer Kreuzung vorbei lässt.

Und dann geht es endlich kantipper-kantapper den Berg hinunter…..und hinein in die schöne Landschaft….

schöne Landschaft

pause 23_1und weiter geht es, durch Feld und Flur ….

Feld und Flur..an Wegkreuzungen wird immer wieder überlegt, ob die kurze Variante des Wegstrecke mit erhöhtem Aufkommen an Steigungen oder die “leichtere” mit längerer Strecke aber geringerem Aufkommen an Steigungen gewählt werden soll…

Wegkreuzung Bei km-Stand 40 treffe ich auf den Mittellandkanal, der mich quasi seit meinem Start vom Heimatort parallel begleitet hat…

MLK ..und weiter geht es , vorbei an einem Wasserschloss, Schloss Hünnefeld, das sich bezaubernd im Herbstsonnenglanz von seiner besten Seite zeigt… Es wurde 1146 erstmalig urkundlich erwähnt und verfügt über einen sehr schönen Barockgarten und zeigt mit seiner dreiflügeligen, zweigeschossigen Anlage heute die schlichte Gliederung der Spätrenaissance und deren Bedürfnis nach Repräsentation.

Schloss Hünnefeld Dann endlich ist bei km 50 und 4 Stunden Bruttofahrzeit eine Pause fällig, und ich geniesse die Käsebrötchen, die ich mir heute morgen beim Frühstück gefertigt und reserviert habe, herzhafte Landjäger(wurst) und meine kühle Traubensaftmischung.

Pause Bohnenkamp….und dann gelange ich endlich bei km 55 in den Landkreis Osnabrück und in die Stadt Ostercappeln, in der einer der Söhne unserer Familie -zu sehr früher Stunde vor gut 30 Jahren- im dortigen Krankenhaus geboren worden war…

Ostercappeln Mit dem schönen Gefühl an einer wichtigen Lebensstation erneut angekommen zu sein, trete ich kräftig und motiviert in die Pedalen in Richtung Osnabrück.

Nach einer guten Stunde ist es Zeit ein bisschen auszuruhen und einen Schluck meiner Weintraubenschorle zu mir zu nehmen….

Der Weg bis nach Osnabrück führt durch schöne, hügelige, waldreiche und durch Forst- und Landwirtschaft geprägte Landschaft. Zufällig sehe ich beim Radeln rechts von mir, dass sich eine kleine Herde Ziegen aus dem für sie zugewiesenen eingezäunten Weidebereich begeben hat und die Zicklein wohl meinen, außerhalb besonders saftiges und schmackhaftes Gras vorzufinden. Als ich mich langsam nähere, geht es aber schuppdiwupps wieder auf die eingezäunte Weide zurück…sehr putzig!

Zicklein1Zicklein2Endlich erreiche ich Osnabrück!

Gegen  13:00 Uhr komme ich an und radele gemütlich durch die Stadt, in der meine Familie und ich viele Jahre gern gelebt haben.

Osnabrück ist die viertgrößte kreisfreie Großstadt in Niedersachsen, Sitz des Landkreises Osnabrück und ein attraktives, lebenswertes Oberzentrum mit rund 155.000 Einwohnern.  Die Lage der Stadt am Knotenpunkt alter Handelsstraßen führte schon früh dazu, dass sie Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse wurde. Osnabrück ist auch heute Schnittpunkt europäischer Wirtschaftsachsen, Logistikzentrum und verfügt über eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie.

Osnabrück liegt als Großstadt herrlich eingebettet in einem Naturpark und wird im Norden durch das Wiehengebirge, im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt. Die bergigen Ausläufer erstrecken sich bis in die Stadt hinein, wovon ein Radler ein Lied singen kann. Der Piesberg ist mit 188 m die höchste Erhebung, der für seinen ehemaligen Steinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist. Ich kenne den Piesberg aus meiner Berufszeit in Osnabrück als Umweltamtsleiter leider auch als problematische Müll-Deponie.

Am Neumarkt (Innenstadt) beträgt die Höhenlage 64 m über Normalnull, das ist so hoch wie die Lage meines jetzigen Heimatortes. Zwischen Osnabrück und Münster liegt also einiges an Höhenmetern, die mir noch gehörig Strampelei abfordern wollen.

Osnabrück ist Eisenbahnknotenpunkt mit einem Personenbahnhof in der seltenen Bauform eines Turmbahnhofes, wo sich die Bahnstrecken Hamburg – Bremen – Ruhrgebiet und Amsterdam – Hannover – Berlin als Kreuzungsbahnhof kreuzen. Zwei weitere Strecken biegen hier ab, eine in Richtung Bielefeld („Haller Willem“), die andere in Richtung Norden in Richtung Oldenburg (Oldb) und Vechta.

Natürlich will ich den Hautbahnhof kurz besuchen, von dem ich aus viele Jahre nach Münster zum Dienst im Umweltamt Münster per Bahn fuhr. Am Bahnhof treffe ich -mehr oder weniger zufällig- für wenige Minuten auf meine Frau, die genau während meines Aufenthaltes in Osnabrück per Bahn vom Heimatort unterwegs ankommt, in Osnabrück umsteigen muss und gleich weiter nach Münster reist, wo am selben Abend und am nächsten Tag ein Familientreffen stattfinden soll. Geplant war das nicht, aber so weiß sie, dass ich noch lebe und guter Dinge bin.

Bahnhof Ossibrück

Die „Friedensstadt“ Osnabrück war neben Münster 1648 Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens. Hier ist auch Sitz des 780 gegründeten Bistums Osnabrück, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Deutschen Stiftung Friedensforschung. Die schöne Innenstadt ist von Kirchen und einer historischen Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens gekennzeichnet in bemerkenswertem mittelalterlichen Flair. Ich erhielt hier in einer sehr schönen Zeremonie im Friedenssaal 1991 meine Ernennungsurkunde als Umweltamtsleiter und war für kurze Zeit auch als solcher tätig, bis ich den Ruf als Dezernent ins Peiner Land erhielt.

Rathaus OssibrückFriedenssaal Ossibrück

Meine Familie und ich haben hier sehr gern gelebt…

Rosemannstr 10aund die Entscheidung in 1992, weg zu ziehen, war schwer.

Nun, so mit schönen Erinnerungen aufgefüllt geht es weiter in Richtung Münster.

Bei km 83 muss ich konditionshalber eine Pause machen, “Donnerkneter” heißt die Station…putziger Name…

Donnerkneter1Donnerkneter2Ich geniesse mein Getränk und meine Brotzeit und -da diese Station auf einer Anhöhe liegt- die Entspannung nach der Anstrengung des Bergauf.

In Natrup-Hagen verlasse ich Niedersachsen.

NDs-NRW

Unterdessen geht es weiter steil bergauf, vorbei an schöner Landschaft und beeindruckenden Höfen…

Höfe NRW MS…noch habe ich nicht den höchsten Punkt erreicht…im niedrigsten Gang quäle ich mich mittlerweile ein wenig den Berg hoch…. und endlich habe ich gegen 16:50 Uhr und bei km 90 die Kuppe mit Höhenmeter 150 m üNN erreicht, von der es nur noch bergab in Richtung Münster auf Höhenmeter 60 m üNN geht….

Kuppe NRW MSIch habe noch 45 km vor mir und so langsam kann ich mich darauf vorbereiten, dass ich in die Dämmerung fahre und es wohl spät wird.

Zu allem Überfluss registriere ich, dass mein Navi nicht mehr vernünftig aufgeladen ist und ich bald entscheiden muss, ob ich dass Licht einschalte und auf die Zufuhr von Erhaltungsstrom zum Navi verzichten muss, das über eine USB-Schnittstelle vom Naben-Dynamo einen Erhaltungsstrom erhält.

Ich radele mit höherer Taktzahl weiter und gleite, immer schön bergab fahrend, ins Münsterland.

Auf den letzten Kilometern werde ich durch Hinweise des Navi an das Ufer des Dortmund-Ems-Kanals geleitet und fahre in immer dunkler werdender Lage in Richtung Münster. Dabei gönne ich mir einen Fahr-Wettbewerb mit den Richtung Münster tuckernden Kanalschiffen.

DME-Kanal 1DME-Kanal 2Um 18:30 Uhr, nach insgesamt 113 km mache ich an einer Kanalbrücke einen kurzen Stopp, aber dann geht es husch-husch weiter zur Innenstadt nach Münster, wo ich bei meiner Tochter und dem Schwiegersohn schon erwartet werde.

Eine Stunde später, gegen 19:30 Uhr, nach 125 km erreiche ich in Dunkelheit und durchaus erschöpft mein Ziel in der Innenstadt von Münster…

MS 1Noch in meinem vollen Dress serviert mir mein Schwiegersohn ein wunderbares, kühles und erfrischendes Münsteraner Öko-Bier…. und nach einem schönen Essen im Familienkreis sinke ich geduscht und müde selig ins Bett….

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Mein Ochsenweg 9 (22.10.2015) 120 Km Radtour von zu Hause nach Minden

Vor der Radtour ist nach der Radtour….

Siebenundsiebzig Tage ist es her, dass ich nach meiner schönen Radtour durch Schleswig-Holstein von meinem Drahtesel abgestiegen bin…und endlich ist es wieder soweit, der zweite Teil meiner diesjährigen Löffellisten-Radtour steht an.

Natürlich habe ich unterdessen jede Gelegenheit genutzt, zu biken, und wenn es nur die 16 km bis 18 km je Arbeitstag gewesen sind, an denen mich mein treuer Drahtesel zu Job und zurück gebracht hat.

Vor mir liegt das Ziel Düsseldorf, das in vier Etappen erreicht werden will…  Zunächst geht es  am ersten Tag nach Minden, über Hannover, bei nicht ganz so tollem Wetter, und leider sind die Tage auch schon merklich kürzer.

Dieses Mal habe ich mich intensiver vorbereitet, zum einen den (vergeblichen) Versuch gestartet, mit weniger Gepäck auszukommen, zum zweiten, mir mit dem “Radroutenplaner Niedersachsen” und dem “Radroutenplaner NRW” einen möglichst guten Überblick über die Strecke und ….vor allem über die zu meisternden Höhenmeter zu machen.

Nun, laut Routenplaner liegen 113 km vor mir und 150 Höhenmeter, geschätzte Fahrzeit bei 12 km/h rund 9,5 Stunden.

So heißt es denn, gegen 8 Uhr in der Frühe zu starten und spätestens gegen 18 Uhr am Ziel zu sein, in der Theorie….

Gesagt getan…am 22. Oktober geht es morgen kurz nach 8 Uhr in der Früh bei bedecktem Himmel gen Westen los.

Nach kurzer Strecke merke ich, dass der Reifendruck nicht hoch genug ist…also heisst der Plan, bei der nächsten Tankstelle wird angehalten und Luft bis 4bar getankt.

Luft holenBeim “Luftholen” hält ein gleichaltriger Mann mit einem Brotwagen an der Lufttankstelle und wir kommen kurz in ein nettes Gespräch über unser Alter, das Leben, usw.   …, wie das halt auf so einer Radtour ist…

Dann geht’s richtig los… u.a. durch Immensen, wo einst unser Kanzler Schröder mit seiner Hillu gewohnt hat, ja, der Hillu, die ihm seine Currywurst nie richtig gegönnt hat. Doris macht es sicher besser, oder?

Dann durch Lehrte, das namensgebend für einen Bahnhof in Berlin ist. Dieser Bahnhof  war von 1868 bis 1951 einer von elf Kopfbahnhöfen in Berlin. Die Berlin-Lehrter Eisenbahn fuhr damals bis ins hannoversche Lehrte und zurück. Von 1868 bis 1871 hatte die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft dieserund 240 Kilometer lange Strecke gebaut.

Nach einer Stunde wird eine kleine Pause eingelegt…

weil es regnet, praktischerweise in einer Bushaltestelle…

Kurz danach passiere ich die Schleuse des Mittellandkanals in Anderten. Da muss ich einfach anhalten, denn schließlich habe ich mal Wasserwirtschaft und Wasserbau studiert und zwei Jahre bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Hannover gelernt. Anderten3Und irgendwie hab ich eine dunkle Erinnerung daran, dass ich als Baureferendar bei der WSV auch auf dem Boden einer der Schleusenkammer, die gerade in Überholung war herumgekrochen bin…

Und weiter geht es in Richtung Hannover. Mein Navi führt mich geschickt durch den Hannoveraner Bereich, ohne viel Stress und Verkehr auf Radrouten und zwar schön durch den grünen Teil….

Grüne EilenriedeNach gut zweieinviertel Stunden reiner Fahrzeit erreiche ich demgemäß die Landeshauptstadt Hannover und habe -am Maschsee angekommen- 42 km zurückgelegt, Grund genug ein Päuschen einzulegen.

In Hannover war ich zwei lange Jahre als Funker beim Militär in Bothfeld stationiert. Eine für mich harte, aber sehr lehrreiche Zeit. Ich war Tastfunker und Sprechfunker bei einer “tactical air controll” Einheit in einem Fm-Batallion, das es heute nicht mehr gibt. Die Ausbildung als Panzergrenadier war heftig. Naja, die 1 in Musik war wohl das Auswahlkritierium für diese Verwendung!

Dida didit, diadidit!

Nach einer kleinen Mahlzeit trete ich auf den Steg, von dem die Möwen erst im letzten Moment kreischend aufsteigen, und schaue in das klare Wasser. Von unten schaut mich vorwurfsvoll ein Riesen-Maschsee-Karpfen an…

OK, ich verschwinde ja schon…

Bei km 60 bin ich nach gut vier Stunden “Brutto”-Reisezeit und  wirklich reif für eine Pause und lasse mich für gut eine halbe Stunde bei leichtem Nieselregen auf einem verlassenen Spielplatz nieder…

ooh, was tut das gut!!

Pause 2210 12301Nun geht es mit munterem Antritt weiter, die Laune ist bestens, zumal leicht mehr als die Hälfte der Strecke geschafft ist. Ein wenig trübt jedoch meine Laune, dass aus den urprünglich prognostizierten 150 Höhenmeter laut meinem Navi inzwischen 300 Höhenmeter geworden sein sollen, was solls! Zumal sich das Wetter augenscheinlich bessert.

Unterwegs, schöne Landschaft, kommode Radwege, ..

Landschaft H-BadNenndorfein Genuß!

H-BadNenndorf4

Beobachtet wird man unterdessen schon!!

MuhKuh BadNenndorf

Dann geht es weiter nach Stadthagen, Kreisstadt des Landkreises Schaumburg (ehemalige Landkreise Schaumburg-Lippe und Grafschaft Schaumburg), die in stolzen Zeiten  Residenz und für kurze Zeit Universitätsstadt war.

Unterwegs will der böse Gott aller Biker mich ärgern, die “diretissima” nach Stadthagen ist gesperrt, was einen Umweg von einigen Kilometern bedeutet, wogegen Autos durchfahren dürfen:

böserbikergottUnverdrossen strampele ich weiter und mache staunend an einer ehemaligen Treffpunkt-Perle in Echtorf kurz halt:

Treffpnkt

Immerhin ist der Radweg neu…

neuer Radweg

Schlussendlich erreiche ich Stadthagen und kann mir bei km-Stand 90 und einem Rest von 30 km bis zum Ziel eine kleine Pause gönnen. In der Innenstadt finde ich einen Bäcker, bei dem ich genüsslich einen Kaffee und einen Apfelplunder verzehre und in der ausliegenden Zeitung die neuesten Neuigkeiten aus Stadthagen lese.

Auf Nachfrage der Bedienung erläutere ich, dass ich gerade aus der Braunschweiger Gegend komme und genieße die erstaunten Mienen und bewundernden Blicke…

Von Stadthagen aus geht es erst einmal schön bergab, bis ich in der Innenstadt von Minden ankomme.

Minden liegt in NRW und an der Weser,  ist ca. 1200 alt und wurde kam 1648 im Zuge des Westfälischen Friedens unter preußische Verwaltung gestellt, es  wurde dann auch zur Festungsstadt ausgebaut. Minden verfügt über ein Wasserstraßenkreuz, an dem sich Mittellandkanal und Weser in einem Bauwerk kreuzen. In der Stadt leben heute ca. 80.000 Einwohner und man findet etliche Bauten der Weserrenaissance und den Mindener Dom, der als Wahrzeichen gilt. Minden lag ursprünglich nur am linken, hohen Weserufer, erst  im Jahre 1024 begann die Besiedlung auf dem rechten Weserufer.

Ja, und wo sollte ich übernachten?  Ja klar auf der linken hohen Seite…

Ich hatte mir über “Bett & Bike” eine Unterkunft vorbestellt, und die lag dummerweise am Berg, ganz oben und zwar im letzten Haus am Wald.

Bei km 120 komme ich dann endlich nach 9 Stunden Reisezeit ( 6 Stunden reine Strampelzeit) erschöpft und durchgeregnet an meiner Unterkunft an, denn es musste in Minden nochmal anfangen zu regnen.

Die letzten Kilometer schnaufe ich mehr schlecht als recht den Berg hoch.

Die Unterkunft hat den Charme der frühen 60er Jahre: Mobiliar: alt, Geruch: dumpf,…

Ich (192 cm lang) sollte in einem winzigen alten Bett schlafen, …

Zu essen hatte ich auch nichts dabei, da ich dummerweise beim Bäcker keinen Proviant erstanden hatte. Auf Anfrage bei der jungen Gastwirtin erhielt ich den Hinweis , es sei alles fürs Frühstück abgezählt und leider könne sie mir nicht einmal zwei Schnitten mit Käse zur Verfügung stellen.

Na toll!!!

In der sehr übersichtlichen “Minibar” stehen gottseidank einige Flaschen köstlichen Gerstensaftes und Erdnüsse gibt es auch….

Es ist, bei aller Bescheidenheit, schön warm und nach einer heissen Dusche schlafe ich getröstet und zufrieden den gerechten Schlaf meines ersten Reisetages….

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Mein Ochsenweg 8 (06.08.2015) 65 Km Radtour von Hermannsburg nach Hause

Den letzten Tag dieser Radtour gehen wir gemütlich an.

Ich informiere mich noch ein wenig über die Unterkunft, das Ludwig-Harms-Haus, die einen besonderen Hintergrund hat.

Das Ludwig-Harms-Haus war in seiner über 160-jährigen Geschichte ein Missionshaus und Ausbildungsstätte für die ersten Missionszöglinge, die als christliche Theologiestudenten für Mission in Afrika ausgebildet wurden. Es gab dort auch eine Druckerei und eine Missionshandlung. Heute legt eine Sammlung ethnologischer Gegenstände die Grundlage eines  historischen Rückblicks.

Das Ludwig-Harms-Haus gibt auch Einblick in die Arbeit des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM).

Es verfügt über einen “Weltladen” und eine Bibliothek.

Ich betrachte mit gemischten Gefühlen die Ausstellungsstücke und die Zitate aus Predigten des Ludwig Harms (“der Heidepastor”) erzeugen in mir eine gewisse Beklommenheit, insbesondere wenn dort vom “Heidenland” Afrika die Rede ist.

Nun, wir verlassen gleichwohl gestärkt die Unterkunft, in der wir uns sehr wohl gefühlt haben, bei aller Skepsis gegenüber dem missionarischen Kontext, denken gern an deren herzliche  und zuvorkommenden MitarbeiterInnen und machen uns auf den restlichen Weg.

Mit dem sicheren Gefühl, bald in vertrauter Umgebung zu sein und die Annehmlichkeiten zuHause geniessen zu können, treten wir ordentlich in die Pedalen.

Unsere Radelei und unsere regelmäßigen Trink- und Erholungspausem nehmen wir konsequent, wie auf der gesamten Reise wahr, nicht ohne die Landschaft , Land und Leute und landschaftstypische Tiere bewusst und genussvoll wahrzunehmen.

Das staunende Interesse ist wohl beiderseitig, zwischen Mensch und Tier!

Nach gefühlt viel zu kurzer Fahrzeit sind wir dann endlich zu Hause….

Geschafft und geschafft!

Am nächsten Tag verabschiede ich meinen Freund am Bahnhof, er fährt zu sich nach Hause!

Es war schön mit Dir diese Radtour zu erleben, Danke Jörg!

 

 

 

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Mein Ochsenweg 7 (05.08.2015) 100 Km Radtour von Hamburg nach Hermannsburg


Als wir morgens aufwachen, gestehen wir uns gegenseitig, dass wir vor der nächsten Etappe von 100 km einigen Respekt haben. Daher sind wir auch deutlich früher aufgestanden als an den Vortagen.

Wir schwingen uns auf die Räder und fahren durch einen schönen Park hinunter zur Elbfähre, die uns gemeinsam mit anderen Personen auf das andere Elbufer übersetzt.

Auf der anderen Seite angekommen  legen wir trotz unseres Vorsatzes, es moderat anzugehen, tempomäßig ordentlich los.

In Buchholz wohnt  Verwandtschaft von mir, aber angesichts der vor uns liegenden Strecke ist ein Verweilen nicht angesagt.

Nach gut zwei Stunden  Fahrt kommen wir nicht umhin, bei einer bekannten Fast-Food –Kette  uns eine Rast zu gönnen, zu verweilen und uns an edlem Coffeetrank gütlich zu halten.

Die weitere Route führt uns in die herrliche sonnenwarme, nach Erika, Wacholder und Nadelholz duftende Lüneburger Heide.

Nachdem wir bisher sehr gut ausgebaute Radwege befahren haben, treffen wir jetzt in der Lüneburger Heide auf Sandwege, die uns streckenweise nötigen, wegen herausfordernder “Sand-Untiefen” abzusteigen und die Räder zu schieben.

Plötzlich hält mein Bikerfreund an und entdeckt, dass wir just an einem Haus vorbei fahren, in dem ein Bekannter von ihm wohnt.

Wir halten an, klopfen und erhalten tatsächlich Einlass, eine wunderbare Tasse Tee gepaart mit Fladen und selbst gemachter Marmelade. So gestärkt verlassen wir den gastfreundlichen Bekannten, genießen weiterhin die wunderbare Landschaft der Lüneburger Heide, bei wirklich warmem Wetter.

Erfrischt uns während des Radelns noch der Gegenwind, so wird es richtig heiß in den Momenten, wenn wir -aus welchem  Grund auch immer- anhalten müssen und der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.

Kurz nachdem wir die magische Kennzahl

von 99,99 Kilometern   bewältigt haben,   

erreichen wir stolz unser Tagesziel.

Keine Frage, auch hier laben wir uns zunächst an einem kühlen Gerstensaftgetränk,

nehmen dann Quartier,  und geduscht, nach einem kurzen kräftigendem Schläfchen, verbringen wir abendessend -gemeinsam mit unzähligen Wespen- den Abend, bevor wir  dann sehr zufrieden schlafen gehen.

 

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Mein Ochsenweg 6 (04.08.2015) Ruhe-Station in Hamburg

Wie schön ist es doch in Hamburg, einer Stadt, die als Hafenstadt ein unvergleichliches maritimes und weltoffenes Flair hat, das mich immer wieder begeistert, nicht nur, wenn ich hier bin.

Nicht zuletzt gibt es eine familiäre gefühlte Bindung, hat doch mein Vater hier als 14 –jähriger Jugendlicher seine Laufbahn bei der deutschen Handels-Marine aus eigenen Stücken begonnen, nachdem er seine Lehre bei einem Landmaschinenbaubetrieb in Meldorf hingeschmissen hatte.

Allerdings war die Ausbildung für ihn so hart, dass er seinen Söhnen verbot, bei der Marine zu dienen.

Auch einige weit entfernte Verwandte wohnen oder wohnten hier.

Mein Biker-Kollege wohnt in schöner Umgebung in Hamburg und kennt sich hervorragend in Hamburg aus, so dass wir -bestens ausgeschlafen- nach einem herzhaften Frühstück per ÖPNV zum Fischmarkt (St. Pauli) in unmittelbarer Nähe an die Landungsbrücken fuhren.

Unser erstes Ziel war dort die Besichtigung eines russischen U-Bootes, der U-434, ein Museumsschiff, das dort als ausser Dienst getretenes  U-Boot der Tango-Klasse der sowjetischen und russischen Marine liegt.

Es stammt aus der U-Bootwerft Krasnoje Sormowo in Nischni Nowgorod, wurde 1976 gebaut und verrichtete seinen Dienst in der sowjetischen Nordflotte bis zum April 2002. Es ist wohl eines der weltweit größten nicht atomgetriebenen U-Boote und wurde überwiegend für Spionageeinsätze genutzt. Mit seiner sechs Zentimeter dicke Gummibeschichtung war es durch Sonar nur schwer zu orten ist. Das U-Boot soll bis zu 400 Metern Tiefe getaucht haben können und von drei 1733-PS-Dieselmaschinen, drei 1740-PS-Elektromaschinen und einer Maschine für Schleichfahrt angetrieben. Aufgetaucht erreichte es eine Geschwindigkeit von 13 Knoten und getaucht von 16 Knoten. Die maximal mögliche Zeit, die das Boot durchgängig getaucht sein konnte, betrug bei voller Besatzung etwa 3 1/2 Tage. In dieser Zeit soll die Innentemperatur auf über 40 Grad Celsius angestiegen sein, bei satten 100% Luftfeuchtigkeit.

Unglaublich und beeindruckend, unter welchen Bedingungen die bis zu 62-köpfige Mannschaft der russischen Seeleute ihre harte Arbeit verrichtet haben müssen.



Wir haben uns eine Zeit lang in eine andere Welt versetzt gefühlt!!

Nach dieser spannenden Erkundung einer anderen Welt machen wir uns auf dem Weg zur Speicherstadt.

Mir wird erklärt wie früher die verschiedenen Aufgaben der Handelsleute in einem Haus vereinigt waren, so das Wohnen, die Lagerung des Handelsgutes und das Kontor. Im Laufe der Zeit haben sich diese Funktionen entmischt.

Wir philosophieren allgemeine über Stadtentwicklung und Entropie, aber so langsam nagt ein ganz gewöhnlicher Hunger an uns.

Wir finden ein nettes kleines Lokal in dem wir ein schlichtes aber überaus leckeres Essen zu uns nehmen: Kartoffeln, Quark und Krabben.

Nachmittags verfügen wir uns an den Elbstrand und genießen bei der Strandperle blauen Himmel, Sonne, frischen Wind, Wasser, Sandstrand,  „chily con carne“ und das Gewimmel all derer, die sich hierher gesellt haben.


So geht ein schöner Tag vollendet vorbei….

In der Nacht schlafe ich unruhig, denn für den nächsten Tag haben wir uns eine Strecke von mehr als 100 km vorgenommen.

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Mein Ochsenweg 5 (03.08.2015) 75 Km Radtour von Itzehoe über Glückstadt nach Hamburg

In aller Frühe geniessen wir das Frühstück bei Muttern und machen uns dann beizeiten auf den Weg über Glückstadt nach Hamburg.

Vor uns liegt eine wunderschöne Strecke, deren erster Abschnitt nach Glückstadt in Windeseile genommen wird.
Sehr hilfreich ist das Navigations-Gerät, welches uns manchmal mit überraschenden, aber zielführenden Wegsamkeiten konfrontiert, die wir jeweils gerne mit Blick auf rasches Vorankommen akzeptieren.

In Glückstadt angekommen istr dann erst einmal eine schöne Pause am Rande des Wochenmarkt angesagt.

Ab Glückstadt fahren wir beglückt den Radweg entlang der Elbe, der mit vielen schönen Landschafts-Anblicken erfreut, tollen Radwegen, unzähligen Schafen, einschließlich deren Hinterlassenschaften aufwartet.

ei einem kurzen Zwischenstopp, der wegen der Durchquerung eines Weidezaunes erforderlich wird, versucht ein Schafsbock die Seitentaschen des Fahrrads meines lieben Mitreisenden anzuknabbern. Erst energische Zurechtweisungen des sehr eigenwilligen Schafbockes ermöglichen uns die Flucht und eine gelassene Weiterfahrt.

Zwischendurch nehmen wir ein um das andere Mal Gelegenheit, uns an den am Radweg gelegenen Imbissbuden mit einem guten Schluck kühlen Gerstensaftes und einem Fischbrötchen zu kräftigen.

In Hamburg angekommen, geniessen wir erst einmal die Promenade von Blankenese…

dann überrascht uns bei der letzten kleinen Pause an einer Anlegerstelle für Hamburger Lotsen

der vom Wetterbericht angesagte Regen, den wir angesichts der verbleibenden kurzen Strecke von drei km billigend in Kauf nahem, und ziemlich durchnässt aber sehr zufrieden unsere nächste Ruhestation, das Domizil meines Bikerkollegen Jörg in Othmarschen  erreichen.

Für den nächsten Tag ist Ruhepause angesagt.

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Mein Ochsenweg 4 (02.08.2015) 80 Km Radtour von Rendsburg nach Itzehoe

In aller Frühe beginnt der neue Reisetag mit einem gediegenen Frühstück, mit reichlich Kaffee, Lachs Käse und leckeren Brötchen.
Wie auch in der vorherigen Unterkunft zeichnet sich das Personal durch große Freundlichkeit und Zuvorkommenheit sowie zuvorkommende Hilfsbereitschaft aus.
Beim Bezahlen passierte mir es, dass ich meine PIN der Zahlkarte vergessen hatte, was aber nach nochmaliger Konzentration und Erinnerung dann doch wiederkehrt und ich die Bezahlung zur Zufriedenheit und Erleichterung der Gastgeberin ins Werk setzen kann.

Gesattelt und gespornt fahren wir auf unseren Rädern dann in Richtung Hängebrücke, ein Wunderwerk der Technik, das sich mit einer lichten Höhe von 42 m und einer Gesamthöhe von 68 m über der Stadt und der Wasserstraße Nord Ostsee Kanal imposant erhebt.
Leider für uns gesperrt.


Bald haben wir die Stadt Schleswig verlassen und fahren auf “unserem” Ochsenweg wieder durch wunderbare Landschaften auf hervorragenden Radwegen weiter gen Süden.

Bei strahlendem Sonnenschein und kaum deckten Himmel steigen die Temperaturen recht bald an, der warme Südwind tut sein übriges, er erschwert uns zusätzlich noch unsere Strampelei, da er uns permanent kräftig ins Gesicht bläst.

Im Verlauf des Ochsenweges lernen wir die unterschiedlichsten Fahrsituation als Biker kennen, denn nicht nur die herrliche Landschaft fesselt unsere ganze Aufmerksamkeit, sondern auch die unterschiedlichen Beschaffenheiten der Oberfläche unserer Wege: Asphaltwege, Betonwege, Graswege, Sandwege…

Durchaus zu schaffen machen uns die vielen langen Aufstiege, glaubt man, Schleswig-Holstein sei ein flaches Land, weit gefehlt!!!

Im Verfolg der überwiegend gut ausgeschilderten Wege landen wir plötzlich an einer Lotsenstation am NordOstseeKanal, NOK. Einige Kilometer fahren wir nun am NOK entlang.

Die Mühen des kleinen Umweges von neun Kilometzen werden mehr als abgegolten durch die schöne Atmosphäre und die interessanten Schiffe, die wir sehen.

Nach dem kleinen Umweg kehren wir in einer Bäckerei an einer Bundesstrasse ein, in der es einen guten Kaffee und äusserst leckren Pflaumenkuchen gibt.
Allerdings ist es in der Bäckerei sehr heiss, so dass wir uns einen Tisch an besonderer Stelle selbst bereitstellen. Vorbei fahrende Biker halten mich für einen Angestellten der Strassenbehörde, der Autos zählt.

Nach weiteren anstrengenden Kilometern, taucht, wie bestellt, ein Naturbad auf, in dem wir unsere müden Körper erfrischen.

Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis Itzehoe, wo uns meine Mutter ein herzliche Herberge, vor allem eine eine wunderbare Gemüsesuppe gewährt.

Zufrieden versinken wir in frisch gemachten Betten.

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Mein Ochsenweg 3 (02.08.2015) 85 Km Radtour von Oeversee nach Rendsburg

An diesem Tag geht es richtig los.
Nach einem wirklich schönen Frühstück um 7:30 Uhr im Land-Gasthaus “Salz und Pfeffer” in Oeversee  besteigen wir bei noch relativ frischen Temperaturen aber herrlichstem Wetter mit blauen Himmel und Schäfchenwolken unsere Drahtesel.

Karte und Navigationsgerät zur Bestimmung der Fahrtroute und der richtigen Richtung Rendsburg sind bereit und ab geht die Post.

Ohne Übertreibung:
Was wir dann während der Fadtour auf unseren Wegen erleben, ist wie fürs Bilderbuch geschrieben:
Einsame Wege, gesäumt von herrlicher Natur, ein sanftes Auf und Ab auf hervorragenden Radpisten, vorbei an schmucken, gepflegten kleinen Häuschen, schicken Bauernhöfen, genüsslich auf Wiesen liegenden, wiederkäuenden Rindern, Schafen, Ziegen.
In der Natur selbst schauen uns neugierig äugende Hasen nach, majestätisch schwebende Raubvögel auf uns herab, wogende Grashalme auf großflächigen Wiesen winken uns zu.


Und die ganze Zeit eine kühlende angenehme Brise, strahlender Sonnenschein und einen traumhaft blauer Himmel mit hübschen Wölkchen.

Unsere erste große Pause machen wir auf der Schlossinsel in Schleswig im Garten des Schlosses Guthoff. Bei einer sehr brummigen Bedienung ordern wir Getränk und Kuchen zur Stärkung.

Jörg, mein Begleiter, der seinerzeit als Architekt auf diesem Areal an einem besonderen Bauwerk mitgewirkt hat, ist der kundige Erklärer und Führer insbesondere hier im kulturellen Bereich.
Wir nehmen Gelegenheit und besuchten den “Globus”, ein ganz besonderes kulturhistorisches und architektonisches Projekt und Wunderwerk, das im 16. und 17. Jahrhundert von dem damaligen Fürsten mit sehr viel Aufwand kreiert worden war.

 

Die Fährte des Ochsenweges nehmen wir dann wieder auf und fahren locker und stetig durch Feld und Flur, durch kleine Städtchen, durch sehr gepflegte Wohngebiete, über Landstraßen, Bundesstraßen, aber besonders über wunderbar ausgebaute Wirtschaftswege.
Zwischendurch gibt es allerdings dann einige Kilometer einer sehr anstrengenden und herausfordernden Strecke in Form eines sandigen Teilabschnittes des Ochsenweges.
Aber irgendwann sind wir auch damit durch.

Besonders erwähnenswert ist, dass wir unterwegs etliche Menschen treffen, die jeweils sehr freundlich sind, sehr bereitwillig und zugewandt und uns mit Informationen und durch Spende von Wasser und Freundlichkeit wunderbar weitergeholfen haben.

Auch Überraschendes passiert uns: spontan wie wir sind, lassen wir uns auf eine Veranstaltung am Wegesrand ein, in der Oldtimer, von stolzen Besitzern vorgeführt werden.

Wir genehmigten hier uns ein erfrischendes Gerstenkaltgetränk, verzehren mitgebrachte Salami zu Roggenbrot und fahren vergnügt weiter.

Die Strecken-Kilometer, die das Navigations-Gerät zu Beginn der Tagesroute anzeigt, werden am Ende durch die Wirklichkeit deutlich übertroffen, denn der Ochsenweg nimmt nicht die kürzeste Route, glücklicherweise in diesem Fall wohl aber die schönste, was mit einem deutlichen Zuschlag an Strecken-Kilometern versehen ist.

Der Ochsenweg verlangt in seinem Verlauf alles von uns ab, tiefer Sand auf den Wegen bereitet etliches Mühsal, so dass wir leicht erschöpft mittem im Wald “powernapping” einlegen.

Nachdem wir in Rendsburg unser Quartier genommen haben, geht es dann noch für zwei Stunden zum Segelhafen, wo wir bei köstlichem Flensburger Bier und Bratwurst mit Bratkartoffeln den Abend gemütlich ausklingen lassen.

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Mein Ochsenweg 2 (01.08.2015) 7 Stunden Bahnfahrt von zu Hause nach Flensburg , 20 Km Radtour Flensburg-Oeversee

Der Tag bringt weniger einen Ochsenweg, als vielmehr eine Ochsentour.

Morgens in aller Früh werden die letzten Dinge gepackt und das, was mir noch des Nachts an fehlenden Reiseelementen eingefallen war, wird flugs ergänzt: so zum Beispiel ein Spanngurt, um das Rad während der Fahrt im Zug zu fixieren.

Endlich ist alles fertig und die Reise kann losgehen.

Ein bischen sehe ich aus wie ein Polizist…aber das ist der Sicherheit geschuldet….

Nach kurzer 30-minütiger Anfahrt durch die schöne abwechslungsreiche Landschaft im Norden meines Landkreises warte ich am Bahnhof auf den ersten meiner insgesamt sechs Regionalzüge.

Umd dort erwartet mich eine wahre Ochsentour.

Ist es nicht schon anstrengend bei sieben Stunden Reisezeit fünfmal umzusteigen, dann sind drangvolle Enge in Zügen und stehende Reise, da einfach kein Sitzplatz mehr vorrätig ist, eine wirkliche Herausforderung an Stimmung und Kondition.

Erstaunlich und erfrischend  wie gut, bei allem Stress, Stimmung und Laune zwischen den Bikerinnen und Bikern in den vollgequetschten Zugabteilen ist.
Man tauscht sich kameradschaftlich über die verschiedenen Touren aus, gibt Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten, die man im Laufe der Jahre gefunden gefunden hat und jeweils einige Minuten vor dem nächsten Halt wandern einzelne Gepäckstücke und ganze Fahrräder über den Köpfen der Mitfahrerinnen und Mitfahrer zu den Ausstiegsarealen der Abteile.

In Hamburg, auf diesem wirklich bemerkenswerten Großstadt-Bahnhof flutet eine unglaubliche Menschenmenge vor mir her und auf mich zu.
Ich entdecke meinen Freund in der Menge und wir sehen zu, dass wir rasch auf unseren Bahnsteig kommen, an dem später dann unser Zug nach Flensburg startet.

An einem Zwischenbahnhof, nämlich in Kiel, wird es extrem spannend, da wir lediglich eine einzige Minute Umsteigezeit haben.

Aber wir haben Glück, unser Anschlusszug hat ein sympathisches und professionelles Zug-Team, dass dafür gesorgt hat das auf unseren Zug gewartet wird.
Wie auch im vorhergehenden Zug von Hamburg nach Kiel erfreuen wir uns an der erfrischenden Leere (im Gegensatz zu vorher) im Zug und genießen die Fahrt, bis wir endlich in Flensburg auf dem Bahnhof ankommen.

Ein wenig trostlos wirkt er, wie “finis-terrae”..

Nach wenigen Handgriffen sind unsere Räder und wir startbereit und wir bewegen uns stetig und gemütlich aus Flensburg heraus durch das Flensburger Land, die schöne Landschaft und die Landluft genießend.

Nach schlappen 20 km haben wir den ersten Zielpunkt erreicht, ein kleines Hotel mit Gaststätte in einem winzigen Dorf namens Oeversee.
Wir verladen unsere Gepäckstücke aufs Hotelzimmer, die Fahrräder werden sicher in einer Garage untergebracht, anschließend genießen wir bei zünftigem kühlen Bier, Bratkartoffeln und Matjes einen wunderbaren sonnigen Samstagabend.

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Mein Ochsenweg 1 (31.07.2015) Vorbereitungen zu Hause

Ab heute werde ich einen ersten Punkt meiner “Löffelliste” bearbeiten…
Eine Radtour in mehreren Etappen durch ganz Deutschland…

Beginnend in Flensburg, über Rendsburg, Itzehoe, Hamburg, dann nach Niedersachsen weiter südwärts…

Die Vorbereitungen laufen schon länger….

Die Grundvoraussetzung habe ich geschaffen, indem ich mir im Frühjahr 2015 einen neuen “Drahtesel” angeschafft habe, der auf seinen ersten 700 km schon tolle Dienste geleistet hat…
Die Fahrkarten sind gebucht…

Alles ist gepackt und dann geht’s am nächsten Tag erst einmal mit der Bahn nach Flensburg…

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