Zunehmend Abnehmend!

Kennen Sie das auch? Morgens nach dem Aufstehen führt der Weg ins Bad stets an der Waage vorbei!

Da steht sie, und funkelt einen vorwurfsvoll an, weil ich ihr schon wieder aus dem Weg gegangen bin.

Es gibt so viele Vorschläge fürs Abnehmen, wie Scheherezade 1001 Märchen erfunden hat.

Ein persischer König,  wild entschlossen, sich nie wieder von einer Frau betrügen zu lassen, heiratete jeden Tag eine neue Frau, die er dann tags darauf töten ließ. Scheherezade ließ sich dem König zur Frau geben, um diesem dann nächtlich Geschichten zu erzählen. Geschickterweise unterbrach Scheherezade jeweils morgens die Handlung  und weckte des Königs Neugier, der sie dann leben ließ, um jeweils die Fortsetzung der Geschichte zu hören.

So ist das ja auch ein bisschen mit den Diäten. Schlechte Laune mit dem eigenen Gewicht, aufkeimender Aufopferungswille, und der Wunsch, es sich trotzdem beim Abnehmen gut gehen lassen, all dies führt dazu, sich in einer Endlosschleife von „Experten“ alles Mögliche erzählen und vorschlagen zu lassen:

Da wäre „Low Carb“ (wenig „böse“ Kohlehydrate), oder „Low Fat“ (wenig „böses“ Fett), „DASH“ (50%  Kohlenhydrate, 30% Fett, 20% Eiweiß (Hinweis: nicht mit dem gleichnamigen Waschmittel verwechseln!!), Paleo Diät: (Lass den Ötzi raus!), 16:8 Intervallfasten ( 16 Stunden fasten, 8 Stunden mästen), Mittelmeer-Diät (Essen wie die Hirten), Atkins-Diät (Fett und Eiweiß bis zum Abwinken!!), Detox-Diät (Versuchs mal ohne Gift!!), Weight-Watchers (Zähl Punkte – Zahl Pinke), oder die Hollywood-Stardiät (Hummer, Shrimps Fisch, mageres Fleisch, exotische Früchte, also alles, was der Peiner mag, aber nur max. 800 kcal/Tag!), usw.

Wie bei Scheherezade, lauscht man den unendlichen Diätgeschichten, um endlich das final Passende zu finden.

Die Deutschen werden dicker: 50% der Frauen und 66 % der Männer sind laut WHO übergewichtig. Auch Kinder legen bei Übergewicht und Fettleibigkeit zu.

Aber wann bin ich zu dick? Ab dem BMI über 25?? Taille-Hüfte-Verhältnis größer 1,0? Taillenumfang größer 94 cm? Bleibt mein Geheimnis, vielleicht bin ich ja nur für mein Gewicht zu kurz.

Howard Carpendale hat 11 Kilo abgenommen, seine Frau kocht für ihn, las ich in den Peiner Nachrichten! Sie haben nach 30 Jahren Zusammenleben geheiratet, ein interessanter Ansatz abzunehmen.

Angeblich sind Brad Pitt und George Clooney gem. BMI-Formel übergewichtig, das beruhigt!

Meine Frau kocht für mich und ich habe gerade 2 kg bei meiner 700 km-Radeltour abgenommen.

Ich glaube, mit dem Abnehmen ist es wie beim Klimaschutz: Jeder ist 100% dafür, allein bei der Umsetzung wird es eng!

Der Gretachismus!

Mit 14 Jahren wurde ich evangelisch konfirmiert.

So sollte der Eingang ins evangelisch-kirchliche Erwachsenenalter glücken.

Mein Konfirmationsspruch, der Psalm 23, wurzelt in altorientalischer Viehzüchtertradition und handelt vom Vertrauen in den guten Hirten, der noch im Angesicht der Feinde den Tisch deckt.  

Vor allem der protestantische Aspekt dieser „Bekräftigung“ blieb bis heute erhalten, war ich doch in der „Protestantischen Landeskirche“ der Pfalz getauft worden.

Unvergesslich die vielen Unterrichtsstunden im lutherischen Katechismus, im Original „Deudsch Catechismus für Kinder und Einfältige“ benannt.

Aus der Amtskirche bin ich lange raus, verfolge aber Entwicklungen der Kirche mit großem Interesse.

Deutsche Bischöfe loben heuer die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg, die nun auch eine Audienz beim Papst erhält. Fehlt nur noch die Heiligsprechung.

Der Berliner Bischof Koch rückt Gretas Auftreten in die Nähe von Christus Einzug nach Jerusalem und befördert sie zur Prophetin, wie es bereits auch von Frau Göring-Eckardt geschah. Letztere hat immerhin Abitur und einige Semester erfolglos Theologie studiert, sie macht sich nicht nur auf Kirchentagen Gedanken um die Zukunft  der ‘Kinderinnen‘ .

Da weitere seligmachende Aktivitäten unserer Eliten zu erwarten sind, möchte ich als Religions-Banause von der Basis  die Einführung des „Universellen Gretachismus für Kinderinnen und Einfältige“ vorschlagen:

  1. Freitags geh ich nicht in die Schule, sondern hüpfe gegen Kohle oder gegen den Klimawandel.
  2. Auf das Smartphone und Smart-TV verzichte ich, denn die Rohstoffe dafür werden umweltschädlich in China und Afrika abgebaut.
  3. „Markenklamotten“ sind Teufelszeug, ich trage fair gehandelte Kleidung aus nachhaltiger Produktion.
  4. Auf Urlaubsreisen mit dem Auto oder Flugzeug verzichte ich, u.a. auf Billigflüge nach Mallorca und den Skiurlaub.
  5. Klimaschädliche Hobbies meide ich, mein Sport absolviere ich zu Fuß oder per Fahrrad.
  6. Ich will keinen Führerschein, denn Autofahren ist klimaschädlich.
  7. Ich nutze keine stromfressenden Haushaltsgeräte, helfe meinen Eltern beim Geschirrspülen von Hand.
  8. Ich boykottiere Fast-Food und Lieferando, ernähre mich mit regional und saisonal verfügbaren Lebensmitteln.
  9. In meinem Zimmer zu Hause ist die Raumtemperatur auf 18 Grad gedrosselt.
  10. Ich verzichte komplett auf Kunststoff, auch auf Cola-Flaschen aus PET und Fress-Schalen von Chinesen.
  11. Ich dusche kalt, nur 2-mal pro Woche, und das ganz kurz.
  12. Ich gründe keine Familie und will keine Kinder.

Bischöflicher Segen und ein Platz im Klimahimmel wären damit fast sicher.

Der Lenz ist da!

Mit dem Äquinoktium (Tag-und-Nacht-Gleiche) setzt am 19., 20. oder 21. März jeden Jahres der astronomische Frühling ein, meteorologisch bereits am 1. März, weil Statistiker das so wollten.

Mit dem Frühling werden hübsche Blumen, verführende Düfte, himmlische Stunden zu zweit assoziiert. Erwacht diese Jahreszeit, wehen laue Lüfte. Die einen überfällt Frühjahrsmüdigkeit, andere werden unruhig, von Frühlingsgefühlen befallen.  Manche erleben einen zweiten Frühling und Verliebte spielen “Hasch mich, ich bin der Frühling“. Männerchöre schmettern „Veronika, der Lenz ist da, die Mädchen singen trallala …“

Nicht nur frühblühenden Pflanzen nutzen die ersten Sonnenstrahlen, auch die sorgsam im Winter gewarteten Grillanlagen dürfen im Peiner Land nach draußen.  Mit den Temperaturen steigt zeitgleich auch der Hunger auf Grillfleisch im Peiner Land. Die Luft, erfüllt vom Duft der Blüten wird -gemäß dem Motto „Grill Dich glücklich“- durchdrungen von vielerlei Duftnoten gegrillten Fleisches, vom kross gegrillten Fisch bis hin zur fast verkohlten Bratwurst. Wie gut, dass die niedlichen Osterküken und Osterlämmer nicht wissen, was der Frühlingsanfang in Bälde für sie mit sich bringt.

Faszinierend auch der  jährliche Peiner-Autofrühling (Frei nach Goethes Osterspaziergang):

Vom Eise befreit sind Fuhse und Eixersee . . .Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

In Peine grünet Autoglück . . . Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in den Harz zurück.   . . .  Von dorther sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises. . . . in Streifen über des Marktplatzes Flur;

Aber die Kaufmannschaft duldet kein Weißes, . . .Überall regt sich Handel und Streben,

Um alles mit Aktion zu beleben; . . . Wohl an Traumautos fehlt’s im Revier

Wer begeistert die Peiner dafür? . . . Volk, kehr um, um‘ s einzusehen,

Nach der Stadt zurückzugehen!  . . . Aus des Stadtparks grünem Tor

Dringt hungriges Gewimmel hervor.  . . . .Jedermann chillt heut‘ so gern.

Stadteinwärts rauscht Shopping-Verkehr. . . . Denn dafür sind sie angestanden,

Aus allen Häusern dumpfen Gemächern, . . .Aus  Besucher- und Familienbanden,

Aus dem Dunst von Zimmern und Dächern, . . . Aus der Straßen staub‘ger Enge,

Aus den Vororten ehrwürdiger Pracht,  . . . hat es alle zur Innenstadt gebracht.

Sieh nur, sieh! Wie behänd sich die Menge . . .  Durch Hüpfburg und Fressbude schlägt,

Selbst von Braunschweigs fernen Pfaden . . . Reisen Wohnmobil-Fans an.

Ich höre schon des Stadtrates Gegrümmel, . . .Hier ist des Paaners wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein: . . . . Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

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