Vatertag!

Im Peiner Land wird –wie woanders- an „Christi Himmelfahrt“ der so genannte Vatertag begangen. Gern begehen auch Nichtväter diesen Tag. Er heißt anderswo auch „Herrentag“ oder „Männertag“.

Mit dem „Internationalen Männertag“ sollte er nicht verwechselt werden. Bei dem geht es u.a. um Männergesundheit. Als kleinste Schnittmenge beider Tage kann das Bemühen um emotionales und spirituelles Wohlbefinden von Männern angesehen werden.

Der Tag ist seit dem vierten Jahrhundert ein christlicher Feiertag. Er fällt 39 Tage nach Ostersonntag immer auf einen Donnerstag. Als christliches Hochfest ist er der Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel gewidmet. Früher fanden an diesem Tag religiöse Prozessionen statt. Die religiösen Inhalte verloren sich, die Prozessionen blieben und wurden -ohne Frauen- zu Trinkgelagen.

Interessanterweise ist der Vatertag im 19. Jahrhundert wohl von einer Frau, der US-Amerikanerin Sonora Smart Dodd, initiiert worden. Sie unterstützte ihren Vater nach dem Tod der Mutter als einzige Tochter bei der Erziehung der fünf jüngeren Brüder. Die Methodisten brachten sie auf die Idee, dem bereits existierenden Muttertag einen Ehrentag für Väter gleichzustellen.  Der erste Vatertag wurde angeblich 1910 im Staat Washington begangen.

Beim Vatertag wächst schon mal das Wohlbefinden der männlichen Teilnehmer mit der Menge von genossenen Spirituosen. Junge und ältere Burschen bewegen sich heiter durch Feld und Flur. Die auf einem Bollerwagen in Flaschen oder größeren Gebinden mitgeführte Flüssigkeit wechselt auf kurzem Weg in die Körper der lustigen Wanderer.

Komfortabler kommen von Treckern gezogene Anhänger daher. Auf ihnen helfen rustikale Bänke den fröhlichen Fahrenden das Gleichgewicht und die Platztreue zu wahren.

Egal, wo man sich aufhält, der nahende lustige Tross bahnt sich auch akustisch seinen Weg.

Den ausgelassenen Herrschaften verdanken wir, dass beliebte Ausflugsziele wie z.B. der Wehnser See gesperrt werden oder sich besonderer Aufmerksamkeit unserer „Freunde und Helfer“ erfreuen. Der Unfallstatistik und polizeilichen Einsatzberichten können entnommen werden, dass es bei den Zusammenkünften zu mehr Schlägereien und Verkehrsunfällen als an anderen Tagen kommt. Statistisch liegt sogar ein Jahreshöhepunkt derlei Ereignissen vor.

Günter Grass regte sich bereits 1977 in seinem Roman „Der Butt“ über den „Ehrentag der Väter“ auf!

Wie unterschiedlich doch die Ehrentage für Mütter oder Väter ausgestaltet werden!

Schön ist es, dass immer mehr Väter an diesem Tag lieber mit ihrer Familie feiern und zusammen sind. 8 \l

Park & Bäume!

Die meisten Menschen lieben Bäume.

Bäume haben Wurzeln, einen Stamm und eine Krone, die belaubt ist, weiß ja jeder.

Überließe man hier der Natur alles, entstünden Wälder. In Niedersachsen ist Wald die vorherrschende natürliche Vegetation. Baumfrei blieben Hochmoore, Wasserflächen und nackte Felsfluren und Küstendünen.

Von Menschen versiegelte Flächen, wie Straßen und Parkplätze, sorgen auch für Baumfreiheit.

Bäume sorgen mit ihren vitalen Eigenschaften durch Photosynthese dafür, dass aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser mit Sonnenlichtenergie Traubenzucker (Glucose) und Sauerstoff entstehen. Diese Nährstoffe braucht der Baum für Harze, Öle, Gerbstoffe und Farbstoffe.

Als Abfallstoff entsteht dabei Sauerstoff.

Eine 150 Jahre alte Buche verfügt über rd. 900.000 Blätter mit einer Blattoberfläche von ca. 1.800 qm. Sie nimmt täglich rd. 30 kg CO2 und bis 600 Liter Wasser auf.

Teilweise verdunstet das über die Blattoberfläche wieder und klimatisiert die Umgebung.

Photosynthese durch z.B. Bäume ist für uns Menschen ein zentraler Prozess, da der lebensnotwendige Sauerstoff zu 100% darauf zurückzuführen ist. Wir atmen Sauerstoff ein und CO2 aus. Am anderen Ende stoßen wir Methan und andere Gase aus.

Die Wohlfühlgemeinde Edemissen hat einen Baum im Wappen. Dort gibt es auch ein Arboretum (Baum-Sammlung im Garten), das für Dendrologen (Baumforscher) und Gartenfreunde ein beliebter Besuchsort ist. Man sollte meinen, hier sind Bäume willkommen.

Vor Jahren wandelte die Wohlfühlgemeinde im Grundzentrum ein Baumschulareal in ein Versorgungszentrum mit Discountern um. Große Flächen wurden versiegelt, die Baumschule verschwand ersatzlos. Vermutlich Baumspezialisten entschieden, dass als Begleitgrün im Parkplatzbereich 12 hochstämmige, großkronige Laubbäume dauerhaft zu pflanzen und zu erhalten sind, Abgänge wären gleichwertig zu ersetzen.

Soweit so gut.

Wie man so etwas richtig umsetzt, kann Unsereins z.B. bei Kaufland oder beim Baumarkt Globus in Peine anschauen.

Seit rd. 1.000 Tagen berichte ich wiederholt der Wohlfühlgemeinde, dass parkende Autos die Parkplatzbäume ramponieren und etliche eliminiert haben. Ursachen hierfür sind u.a. unzureichende Pflanzbereichskonstruktion, ein fehlender Anfahrschutz, usw..

Den Anfahrtschutz hat man zumindest den Werbefahnenmasten gegönnt.

Meine Hinweise an die Verwaltung quittiert diese regelmäßig genervt, „man werde sich zu gegebener Zeit mit der Angelegenheit befassen“. Aber nix passiert. „Warten auf Godot“ lässt grüßen! 

Höchste Zeit, die Ents, die Baumhirten aus Mittelerde, mal anzufunken, damit die vor Ort helfen. 

Tanz aus dem Mai!

Jährlich wird hierzulande in den Mai hineingetanzt.

Wer weiß schon, dass dieser Brauch zu Ehren der heiligen Walburga gepflegt wird. Sie war im 8. Jahrhundert eine angelsächsische Benediktinerin und Äbtissin des fränkischen Klosters Heidenheim, gegründet durch ihre Brüder Wunibald und Willibald.

Allein schon die Namen Wunibald, Wilibald, Walburga inspirieren zum Tanzen, nicht wahr?

Die drei waren Missionare der Angelsachsen, also der in Großbritannien lebenden Nachkommen zweier kontinentalgermanischer Stämme, der Angeln aus Schleswig-Holstein und der (Alt)Sachsen aus Niedersachsen, Westfalen und Ostfalen.  

Womöglich kamen deren Vorfahren sogar von hier!!!

Das Kloster Heidenheim war ein Doppelkloster, eins für Frauen und eins für Männer, hübsch getrennt natürlich, aber ganz schön fortschrittlich.

Walburga wurde Ende des 9. Jahrhunderts zu einem 1. Mai heiliggesprochen, seitdem gibt es die Walpurgisnacht. Weil die Menschen im Mittelalter die Walburga toll fanden, begrüßten sie alljährlich ihr zu Ehren den 1. Mai tanzend.

Heutzutage ist der Ursprung der Tanzerei in den Mai nahezu vergessen, profane Maifeuer, Maibäume, Maibowle und Tanzparties prägen den Tanz in den Mai. Andere Bräuche gehen mit Peitschenknallerei, Besen legen und Aufstellen von Maibäumen einher. Maibäume symbolisierten zu Olims Zeiten den Weltenbaum und die Fruchtbarkeit der Natur.

In Bortfeld ist wohl Schluss mit dem Maibaum, weil die Tanztruppe altersbedingt und mangels Nachwuchs nicht mehr kann.

Im Harz halten zu dieser Nacht „Hexen“ am Blocksberg eine große Fete ab und tanzen um ein Feuer herum. In einigen Gegenden springen Verliebte zu diesem Brauch auch durch das Feuer.

Die Tanzerei ist eher weniger etwas für mich. Ich drücke mich zum Leidwesen meiner Frau vorm Tanzen, wo ich kann. Das liegt nicht daran, dass ich nicht tanzen kann. Es liegt daran, dass  nach über 36-jähriger Ehe nicht immer bei uns beiden klar ist, wer beim Tanzen führt. Wehe ich mache Fehler beim Tanz!

Da springe ich schon lieber durch ein Feuer. Aber am 31.12. bin ich regelmäßig fällig.

Tanzen  soll ja gut für Körper, Seele und das Gehirn sein, gegen Stress wirken und wegen der Bildung neuer Nervenzellen der Demenz vorbeugen.

Nichts gegen Walburga, aber der religiösen Hintergrund ist mir als bekennender Heide ohnehin fremd. Es muss ja auch nicht der Tanz in den Mai sein, ich kann ja auch aus dem Mai heraus tanzen.

Ein guter Start ist schon mal gemeinsam Freitag abends „Let’s Dance“ auf der Couch sitzend anzuschauen. Das gibt Punkte auf dem Beziehungskonto, ist interessant und es dreht sich ums Tanzen. ffffffffffff